INTERVIEW mit ACID DEATH – SAVVAS BETINIS

Die griechischen Progressive Death Metaller  ACID DEATH gibt es schon extrem lange im Business, wurden eine Zeitlang schon als wichtigster Export Griechenlands neben Septicflesh gehandelt und haben nun nach dem Comebackalbum 2012 „Eidolon“ ihr 2015er Werk „Hall of Mirrors“ am Start, welches einige Neuerungen bietet und den eingeschlagenen Weg der Band konsequent weiterführt. Daher wollte ich einfach mehr wissen und SAVVAS BETINIS, seines Zeichen Bassist, Sänger sowie Kopf der Band stand mir Rede und Antwort.

Mayhemer: Hallo Savvas, Wie geht es Dir?
Savvas: Mir geht es sehr gut! Danke der Nachfrage!

Mayhemer: Herzliche Gratulation zu eurem neuen Album „Hall of Mirrors“. Auf seine eigene Art genial, hervorragend progressiv und vor allem technisch sehr gut umgesetzt…
Savvas: Danke Mann! Ja, wir sind sehr zufrieden mit dem Endprodukt. Hall of Mirrors zeigt, wo wir heute stehen, nachdem wir 3 Jahre lang musikalisch und lyrisch Material gesammelt und zu einem Ganzen zusammengefügt haben. Weiters wollten wir eine powervolle, starke Produktion und das Album ist rechtzeitig auf den Markt gekommen. Somit sind wir glücklich über all die positiven Reaktionen und Kommentare glücklich, die wir derzeit von überallher bekommen.

Meiner Meinung nach ist „Hall of Mirrors“ sehr abwechslungsreich. Voller Originalität und sehr erfrischend und vor allem abwechslungsreicher und stärker als der Vorgänger…
Ja, Ich bin deiner Meinung, dass HoM das stärkere Album ist. „Eidolon“ war das erste Album nach unserer 10-Jährigen Pause und seit dem 3. Album.  Die Songs auf „Eidolon“ sind stark, aber unser neuestes Werk ist eben repräsentativer. „Hall of Mirrors“ stellt derzeit eben ACID DEATH dar und in unserem Fall, da wir an jedem Album sehr intensiv arbeiten, ist es sowieso nie leicht, von einem besseren oder schlechteren Album zu sprechen. Es ist aber immhin das

Für mich ist es trotzdem ein „Must – Have – Album“…
Ja, wenn man es so wie du sieht. dann ist es ein „perfektes“ ACID DEATH Album, weil es auch das Neueste ist.

Ihr habt mit SixForNine/ex-Septicflesh Mitglied Fotis Bernardo im Studio gearbeitet. WIe war das Arbeiten mit ihm?
Zum allerersten Mal haben wir mit jemanden hinter den Knöpfen gearbeitet, der nicht zur Band gehörte. Fotis war der Sound engineerer, als wir das Schlagzeug im August 2014 aufnahmen. Er hat sehr gute Arbeit geleistet und als unser österreichisches Label Noiseheadrecords aus mehreren Gründen leider zusperren musste (dort wollten wir ursprünglich weiter aufnehmen), baten wir Fotis um das Mischen/Mastering sowie um den CO-Produzenten – Job. Er nahm sofort an und gab die 100%, die wir erwarteten. Er stand uns immer mit seiner Hilfe zur Seite.

Weil wir schon beim Thema sind… Wie ist die Arbeit innerhalb der Band? Habt ihr einen eigenen Weg des Komponierens, des Produzierens? Wie läuft das bei euch ab?
Oh, das ist schnell erklärt. Wir haben bei all unseren Alben denselben Ablauf. Einer der Jungs bringt eine Songidee ein und wir arbeiten dann gemeinsam daran. Wir fügen dann etwas dazu oder reduzieren das Ganze songdienlich. Das passiert solange, bis wir alle damit zurfrieden sind. Auch bei „Hall of Mirrors“ haben wir so gearbeitet.

Ihr hattet bei dem Song „Life and Death“ Unterstützung durch einen gewissen Jon Soti, der bei gewissen Parts mit seiner cleanen Stimme glänzte. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?
Jon hat eine der besten Stimmen der griechischen Metalszene der heutigen Zeit. Er wurde zu einem sehr guten Freund, als wir gemeinsam eine Coverband 2012 starteten. Wir hatten die gemeinsame Idee, dass der Song „Life and Death“ mit cleanen Vocals noch besser klingen würde. Ich fragte ihn und er war sofort dabei. Das Endergebnis war so gut, dass wir es behielten und so landetet es auf dem Album. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass wir mit Melodic Vocals arbeiten. Auf „Random´s Manifest (2000) hatten wir die Idee schon einmal.

Ihr habt eine neue Plattenfirma am Start…
Ja, wir haben einen 5-Jahres – Vertrag mit 7hard Records/Deutschland

Ihr musstet die Firma aus einem bestimmten Grund wechseln. Möchtest du darüber reden?
Ursprünglich war das neue Album geplant über NoiseheadRecords/Österreich zu erscheinen. Das Label, dass auch Eidolon veröffentlicht hatte. Ich habe ja schon erwähnt, dass wir den Mix/Master in Österreich, im labeleigenen Studio machen wollten. Jedoch, als wir schon abflugbereit waren, erhielten wir eine email, dass die Firma zusperren musste aufgrund von finanziellen und noch diversen anderen Problemen. Wir machten den Mix fertig und zum Glück nahmen uns dann 7hard Records unter Vertrag und das Album erschien „in Time“.

Die Reaktionen bei Presse für „Hall of Mirrors“ sind bis jetzt großartig ausgefallen. Fühlst du dich an alte Zeiten zurückerinnert? Vor allem an die Ära „Pieces of Mankind“ (1999)?
Pieces of Mankind war das erste Album, dass von einer Plattenfirma außerhalb Griechenland veröffentlicht wurde (Copro Records/England). Es fühlte sich komplett strange an, dass das Album niemand in Griechenland kannte, aber dafür „Album des Monats“ in einem anderen war… Und ja, es ergaben sich richtig gute Reviews damals.
„Hall of Mirrors“ bekommt ebenfalls sehr gute Reviews. Lass es mich mal so ausdrücken: Diese guten Bewertungen und Kommentare sind die Bezahlung des Künstlers in der heutigen Zeit. Eine andere gibt es ja eh nicht mehr. Ich glaube sogar, der Applaus und die Bezahlung einer jeden Band. Zu sehen, wie deine Arbeit Eindruck hinterlässt und wenn es den Leuten gefällt, ist die Butter auf deinem Brot.

Ihr hattet wirklich die Chance zu einer der erfolgreichsten Progressive Death Metal Bands aufzusteigen, damals, vor eurer Trennung. Dann kam der Split. Zu einer Zeit, meiner Meinung nach, schon sehr nahe am Gipfel eures Erfolges. Wie waren deine Gefühle damals, als die Band auseinanderging? Lass uns teilhaben.
Es war eine verdammt harte Entscheidung…. damals 2000. Wir waren mitten in den Aufnahmen zu unserem 3. Album im Studio. Das Alles geschah während der Pre-Production. Die Dinge liefen äußerst mies zwischen uns. Die einzelnen Mitglieder waren müde ob der Arbeit an Acid Death und das extreme Desinteresse war eindeutig zu spüren. Zu jeder Zeit. Es war damals meine Entscheidung ACID DEATH zu Grabe zu tragen. In nur einer Nacht. Es machte einfach unter diesen Umständen keinen Sinn mehr, ein weiteres Album einzuspielen. Ja, es war verdammt hart… Jetzt 10 Jahre später macht es mehr Sinn, vor allem mit einem neuen Line – up, ich meine, die derzeitigen Umstände für eine Band sind auch nicht gerade einfach, aber wir glauben an uns und dass wir noch viele Jahre existieren.

Das Comeback erfolgte dann 10 Jahre später, also 2011…
Ja, irgendwie richtig, aber nicht ganz. Wir versuchten bereits das Comeback 2009, aber das war nicht so leicht, dann wir mussten uns zusammensetzen und die alten Probleme aus der Welt schaffen, die uns 2000 stoppten. Da es aber ein kleiner Traum von uns war, wieder als ACID DEATH zusammenzuarbeiten (Savvas und Dennis von der Originalbesetzung – Anm. Mayhemer), war es bestimmt nicht leicht, aber erfolgreich. Nur dauerte es halt länger. Letztendlich kamen wir erst im Jahr 2011 wieder richtig zurück.

2014 ging es auf Europatour mit den renommierten Master. Immer noch um euer Album „Eidolon“ zu promoten. Lass uns teilhaben an den dunkelsten Geheimnissen des Tourlebens! Wie sieht es mit Sex, Drugs & Rock N´ Rock aus?
Hahaha!!!, Ja genau, Sex, Drugs and Rock N´ Roll! Im Ernst! Es war ein tolle Erfahrung Teil dieser Tour zu sein. Wir hatten mit allen Bands Spass und eine wirklich gute Zusammenarbeit in allen Bereichen. Weißt du, Touring ist nicht immer nur Spass. Du musst dich halbwegs ins Zeug legen, damit alles funktioniert, du musst mithelfen usw., denn wenn irgendwas schiefgeht, dann geht der Rest von der Tour auch schief. Und das will keiner! Wir haben also alle zusammengeholfen und haben Arbeit mit Spass verbunden! Wir hatten die Chance in Deutschland, Frankreich, Schweiz, Belgien, Holland oder Frankreich zu spielen. Und wir gaben 100% jeden Abend.
Und wir sind dabei unsere nächste Tour zu planen. Wir werden sehen, wo wir landen werden. Was den Sex betrifft, sagen wir eindeutig JA!, was die Drogen betrifft, sagen wir eindeutig NEIN! und IMMER YEAH! zum Rock N´Roll!

Also wird auch genügend Promotion für „Hall of Mirrors“ vorhanden sein. Gesehen habe ich noch nicht viel, bis auf die Release – Shows in Athen. Steht eine Bespielung von Österreich auf dem Plan?
Wie soeben erwähnt, planen wir gerade die nächsten Live – Termine und außerdem erwarten wir die Re-Releases unserer beider Alben „Pieces of Mankind“ und „Random´s Manifest“ im November. Mit soviel Mucke im Gepäck können wir loslegen. Hoffentlich bespielen wir diesesmal auch Österreich.

Hast du mit Politik was auf dem Hut? Wenn ja, lass uns teilhaben an deiner Meinung zur derzeitigen Lage in Griechenland. Ist es wirklich so schlimm, wie es Europa´s Nachrichtenwelt darstellt?
Die Finanzkrise ist das härteste Thema der letzten 5 Jahre… Es gibt viele niedergeschriebene Geschichten über Griechenland, die Griechen und die griechische Regierung. Geschichten wohlgemerkt. Die Wahrheit ist sehrwohl anders. Wir hatten das Pech, die letzen 20 Jahre unfähige Politiker an der Spitze zu haben. Europa wurde erzählt bzw. die meisten Leute glauben, dass der durchschnittliche Grieche ein „lazy bastard“, also ein fauler Sack ist. Nur einige wenige wissen, dass die meisten Griechen eine 50 Stunden Woche haben. Vor allem geht es aber um das Steuersystem. Viele glauben, und das wurde den Europäern durch die Medien so verkauft, dass die Griechen keine Steuern zahlen bzw. Steuerflucht betreiben. Nur wenige wissen, dass unser Steuersystem derart hart ist, dass du kaum ein Geschäft aufmachen kannst. Niemand, wirklich niemand kann ohne dass er seine Steuern bezahlt arbeiten. Ist eh normal. Wir wollen nicht vergessen, dass bei uns aufgrund des harten Steuersystems und des harten Finanzprogramms aus Europa 30% arbeitslos sind.
Wie soll das dann noch funktionieren? Manchmal können wir unsere Tränen nicht mehr verbergen aufgrund dieser schlimmen Situation in unserem Land. Ich meine, wir Griechen sind offen für die gesamte Welt, wir empfangen immer alle freundlich, aber es ist nicht immer einfach, wenn uns der Rest der Welt den Finger zeigt!

So sieht es wohl kaum jemand im Rest der Welt. Für eine neue Sicht der Dinge will ich mich bedanken. Ich liebe Griechenland und hoffe, dass es die Menschen dort schaffen und ihr Lächeln nicht verlieren.
Ja, wir hoffen, dass wir die schlechte Meinung über uns ändern können.

So, anderes Thema. Gibt es noch letzte Worte:

Ein großes Dankeschön für das Interview und die Unterstützung durch Metalunderground.at. „Hall of Mirrors“ ist auf dem Markt, und wartet auf eine Chance!

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Dr. Maze Painhttps://www.metalunderground.at
Metaller seit über 25 Jahren! Metaller in 25 Jahren! Ich bin verloren in der Musik. Egal ob beim Hören oder wenn ich selbst Musik mit meinen Bands namens SCARGOD, SHADOWS GREY und Under The Bloodred Sun mache. Nur meine Familie hat noch Vorrang. Rock on

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