Bands: Arch Enemy, Drone, Silius Date: 31.05.15 Venue: Komma, Wörgl

Als österreichischer Metalfan hat man es nicht immer leicht. Entweder Bands verirren sich gar nicht gar nicht in unser Land oder man hat nur die Möglichkeit in unsere Bundeshauptstadt oder gar das angrenzende Ausland zu reisen wobei hier natürlich München für den einen oder anderen sogar die einfachere Variante ist. Zum Glück gibt es aber immer wieder einzelne Alternativen, das Rockhouse in Salzburg wird spätestens im Juli mit Powerwolf wieder für einen Ansturm sorgen, der Posthof in Linz wird im Oktober bei Bullet For My Valentine gut gefüllt sein und das Komma in Wörgl ist auch immer wieder für großartige Konzerte bekannt. So auch an diesem Sonntag als sich die schwedische Legende Arch Enemy für einen Besuch in Tirol ankündigte um auch ein Jahr nach dem Release von War Eternal zu zeigen, dass die Band auch ohne ihre ehemalige Frontdame Angela Gossow Live noch immer einiges zu bieten hat.

SiliusBevor jedoch der Headliner des Abends die Bühne betritt ist es Zeit für ein quasi Heimspiel (ja von Landeck nach Wörgl sind es schon noch ein paar Kilometer) der Tiroler Silius.  Dem frischgebackenen Metalchamp-Sieger und österreichische Vertreter am Wacken Open Air (auch den dazugehörigen Metal Battle hat man gewonnen) konnte man auch von Beginn eine große Spielfreude und auch aufgrund der letzten Erfolge auch das notwendige Selbstvertrauen auch gleich anmerken.  Egal ob bei eigenen Songs oder auch beim Pantera-Cover „Cowboys From Hell“, die Jungs machen ihre Sache von Beginn an gut und so musste man auch nicht allzu lang auf den ersten Moshpit warten. Auch wenn der Sound im Komma schon einmal besser war konnten die Thrasher mit ihrer Mischung aus alten Metallica und Pantera-Songs doch zeigen, dass die gewonnen Awards der letzten Monate nicht von ungefähr kommen.

Mit dem Metal Battle hat auch die nächste Band ein wenig zu tun. Im Jahr 2006 haben die Deutschen Drone diesen nämlich schon einmal gewonnen. Die notwendige Routine merkt man der Band dann 9 Jahre nach der Debüt-EP und vier Alben auch an. Frontmann Mutz Hempel überzeugt mit seiner Dronevariablen Stimme, der am ehesten noch an Machine Head erinnernde Sound kommt auch im Vergleich zu Silius um einiges klarer aus den Boxen und die Stimmung in der mittlerweile schon fast vollen Halle steigt von Minute zu Minute. Auch nach einem Monat auf Tour merkt man keine Spur von Müdigkeit. Ein wirklich professioneller Auftritt einer Band, die nicht nur sympathisch rüber kommt, sondern auch musikalisch wirklich Top ist.

Hauptsächlich ist das Publikum in Wörgl aber wegen einer anderen Band erschienen: Arch Enemy. Seit mittlerweile 20 Jahren sind Michael Amott und Co. unterwegs und haben in dieser Zeit auch einiges an Material gesammelt und auch immer wieder einige Besetzungswechsel verkraften müssen. Der größte Schnitt war wohl der Ausstieg von Angela Gossow im letzten Jahr und die Verpflichtung von Alissa White-Gluz am Gesang. Da stellt sich in Wörgl auch gleich die Frage: kann die Kanadierin in die Fußstapfen ihrer Vorgängerin treten? Die Antwort: ja. Alissa macht ihre Sache von Beginn an ausgezeichnet, auch wenn sie vielleicht ein bisschen weniger Power als ihre Vorgängerin hat. Bei den Herren an den Instrumenten muss man auch relativ wenig sagen, hier ist man auf Champions League Niveau. Gerade die Verpflichtung von Ex-Nevermore Gitarrist Jeff Loomis hat die Qualität nochmals um einiges erhöht, auch wenn er Live ein wenig untergeht und nicht wirklich seine volle Qualität (man muss sich nur Nevermore’s This Godless Endevavor anhören) zeigen kann. Vielleicht wird sich dies ja ändern wenn er eventuell auch ins Songwriting integriert wird. Band-Chef Michael Amott hat auch wie Arch Enemyimmer alles im Griff, die Soli sitzen, der Rhythmus-Sound drückt, da gibt es nicht viele Überraschungen. Bassist Sharlee D’Angelo sorgt für die notwendigen tiefen Töne und Drummer Daniel Erlandsson fällt nicht nur durch ein tightes Spiel auf sondern auch durch sein transparentes, mit LEDs bestücktes Drumset. Eine gute Leistung einer Band bringt jedoch nichts, wenn die Songauswahl nicht stimmt. Es ist klar, dass man sich noch auf das aktuelle Album War Eternal konzentriert, War Eternal, You Will Know My Name oder auch As The Pages Burn sind auch Songs, die es auch nach den nächsten Alben weiter in die Setlist schaffen können. Ansonsten dürfen natürlich die Klassiker wie We Will Rise, My Apocalypse oder auch Nemesis nicht fehlen. Aufgrund der vielen Möglichkeiten die die Band mittlerweile hat ist natürlich klar, dass der eine oder andere Song fehlt, das Album Rise Of The Tyrant wurde hier zum Beispiel ganz ausgelassen, aber welche Band die schon 20 Jahre im Geschäft ist hat dieses Problem denn nicht?.

Was bleibt zum Besuch von Arch Enemy in Wörgl noch groß zu sagen? Starke Supports überzeugen schon zu Beginn, Arch Enemy selbst zeigen sich von ihrer besten Seite und das Wörgler Publikum feiert richtig mit (die eine oder andere Wall Of Death durfte sogar bewundert werden). Man kann nur hoffen, dass das Komma wieder Künstler in dieser Größenordnung nach Tirol holt.

Setlist:

01. Yesterday Is Dead and Gone
02. Burning Angel
03. War Eternal
04. Ravenous
05. Stolen Life
06. My Apocalypse
07. You Will Know My Name
08. Bloodstained Cross
09. Taking Back My Soul
10. As the Pages Burn
11. Dead Eyes See No Future
12. Avalanche
13. No More Regrets
14. No Gods, No Masters
15. We Will Rise

Zugabe:

16. Tempore Nihil Sanat (Prelude in F minor)
17. Never Forgive, Never Forget
18. Snow Bound
19. Nemesis
20. Fields of Desolation

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