Tracklist
01. Stridshaud
02. Hoggspekker
03. Stigma
04. Varde
Besetzung
Arvid Grov – Bass
Jostein Sandvik Woxen Henanger – Drums
Kåre Helleve – Guitars
Jan-Helge Bergesen – Guitars
Rolf Oldeide – Vocals
Slaamaskin kommen aus Norwegen, klingen aber nicht nach Fjordromantik, sondern nach schwitzendem Kellerclub, kaltem Beton und einer Band, die ihre verschiedenen Wurzeln ohne Rücksicht auf Genrepolizei zusammenhämmert. Punk, Hardcore, Thrash, Nu Metal und metallische Grobkörnigkeit werden bei Slaamaskin nicht sortiert, sondern in eine rostige Mischmaschine geworfen. Das Ergebnis auf »Endevendt« ist hart, direkt und bewusst nicht A4.
SIRENEN STATT KUSCHELROCK
Eröffnend mit Sirenengeheul wird einem bei »Endevendt« direkt klar, dass hier absolut keine Kuschelrockscheibe auf dich wartet. Das Quintett verbindet rohe Metalenergie mit starkem Hardcore-Einfluss, gebettet auf eine Punkattitüde, die authentisch aus den Boxen kommt und dabei überzeugt.
Der Opener »Stridshaud« steht im mittleren Tempo und baut auf einem atombombenfesten Fundament aus Bass und Schlagzeug. Darüber legen sich Gitarren, die nicht nur drücken, sondern auch mit kleinen arpeggioartigen Figuren und kompositorischen Schnörkeln arbeiten. Inhaltlich wirkt der Song wie eine Kampfansage gegen Heuchelei, Machtmissbrauch und kollektive Abstumpfung.
GROOVE, GIER UND GITARRENARBEIT
Mit »Hoggspekker« setzen Slaamaskin nach. Mehrstimmige, metallastige Leadgitarren eröffnen den Song, bevor das Ganze mit gedrosseltem Tempo und ordentlichem Druck auf dem Kessel weiterrollt. Die Gesangsleistung ist amtlich, die Band spielt präzise, und ab der zweiten Songhälfte zeigt ein leidenschaftliches Gitarrensolo, dass Slaamaskin mehr wollen, als einfach nur auf’s Schnitzel zu kloppen.
Textlich nimmt »Hoggspekker« Gier, Maßlosigkeit und den alten Reflex aufs Korn, dass jene, die viel haben, trotzdem immer noch mehr wollen. Die Kritik kommt nicht fein poliert daher, sondern bissig und grotesk.
ZWISCHEN STIGMA UND SCHWERE
Bei »Stigma« fährt die Band den Core-Anteil spürbar hoch. Treibend im Rhythmus, standfest in der Struktur und nach dem Motto „Better the Devil you know“ wird hier nicht experimentiert, sondern konsequent Druck aufgebaut. Die melodischen Leads setzen starke Akzente, während der raue Gesang die dunkle Atmosphäre trägt.
Inhaltlich geht es um Ausgrenzung, Schuldzuweisung und gesellschaftliche Mechanismen, die Menschen markieren und beschämen. Das ist nicht subtil, aber effektiv.
Zum Abschluss stampft »Varde« los. Breaks, druckvolle Rhythmusdynamik, verzerrter Bass und mehrstimmige Chöre geben dem Song eine wuchtige Schlusswirkung. Inhaltlich kreist das Stück um Verfall, innere Fesseln und zerstörerische Begierden. Hier zeigt Slaamaskin noch einmal, dass sie Atmosphäre und Härte gut miteinander verzahnen können.
FAZIT
»Endevendt« von Slaamaskin ist eine kurze, harte und handwerklich starke EP zwischen Metal, Hardcore und Punk. Innovation sucht man hier nur bedingt, doch die Band versteht ihr Handwerk und muss sich vor Kollegen des Genres nicht verstecken.
Nicht jeder Moment zündet gleich stark, und stellenweise bleiben Slaamaskin etwas zu nah an bekannten Mustern. Schlecht ist diese Platte aber definitiv nicht. Im Gegenteil: »Endevendt« zeigt eine Band, die Druck, Groove und Spielfreude sauber auf den Punkt bringt.






