Tracklist
01. Cry Of The Innocent
02. Suspended In Torture
03. Blood Marks
04. Painbringer
05. Fin De Siècle
06. Monument Of Atrocity
07. Struggling For Reality
08. Lethal Obsession
09. Abuser
10. Witnessing Madness
Besetzung
Paweł Dominiak – Guitar, Vocals
Michał Kotwicki – Bass, Backing Vocals
Albert Matuszny – Guitar, Backing Vocals
Jakub Klimkiewicz – Drums, Backing Vocals
Polnische Thrash Metal Neulinge ABUSER veröffentlichen ihr Debüt-Full-Length-Album. Sieben Jahre nach vielversprechendem Demo sind sie endlich da mit „Blood Marks„. Das Album nimmt Hörer mit auf eine sonische Reise in aggressive Gefilde – bietet gute Rhythmen und ein solides Beispiel gut komponierten und gespielten Thrash Metal.
Marschierendes Schlagzeug eröffnet Old-School-Attacke
Eine marschierende Schlagzeugsequenz eröffnet das Album, kurz gefolgt von guten und soliden Riffs. „Cry Of The Innocent„, der Eröffnungstrack, bringt Old-School Thrash Metal Stimmung mit guter Dynamik und wirklich angepissten Vocals – sehr technisch und mit inspirierter melodischer Linie. Die Riffs sind überwältigend, und genau das sollte in einem Thrash Metal Song sein – ein guter und vielversprechender Eröffnungstrack.
ABUSER kommen aus Wrocław (Breslau), Niederschlesien, wurden 2018 gegründet und waren ziemlich aktiv all diese Jahre. Gründungsmitglied Paweł Dominiak, der Gitarre und Vocals spielt, ist der einzige Musiker, der von Anfang an im Projekt involviert ist. Neben ihm besteht das aktuelle Lineup aus Michał Kotwicki für Bass und Backing Vocals, Albert Matuszny an Gitarre, Backing Vocals und Jakub Klimkiewicz hinter den Drums, auch Backing Vocals.
Ein klarerer Rhythmus kommt in „Suspended In Torture„, mit derselben Old-School-Attitüde und demselben Klang. Vocals sind nicht ganz typisch für Thrash, funktionieren aber sehr gut mit dem Gesamtklang, ausdrucksstark und giftig. Und im Song beteiligen sich alle anderen Mitglieder als Backing Vocals – „Riot Vocals„, wie die Band diesen Beitrag offiziell listete. Dennoch dominieren die Gitarren den Klang, diesmal bringt ein kurzes, prägnantes Solo dissonanten und gleichermaßen aggressiven Input. Dennoch ein guter Song.
Der Titelsong „Blood Marks“ ist rebellisch, adrenalingetrieben, rasend und sehr gutes Beispiel für simplen und effizienten Thrash Metal. Der Song kommt auch mit dramatischen Tempowechseln und atmosphärischer Passage, getrieben von komplexer Basslinie. Verdünnt leicht den Biss der Musik durch diese musikalischen Komplikationen, beweist einmal mehr, dass simpler Thrash Metal ohne zu viele Ornamente der beste ist.
Klare Produktion ohne Überpolierung
Die Produktion ist gut und klar, ohne überpoliert zu sein. Alle Instrumente sind klar im Mix, alle technischen Ausdrucksformen sehr gut eingefangen. Ein dynamischer Klang, dichtes Mixing resultiert in fesselnder Klanglandschaft für den größten Teil des Albums.
Und das Album setzt sich fort auf dieselbe aggressive und frenetische Weise, „Painbringer“ setzt den Drums-Beitrag mehr ins Licht, gnadenlos, chaotisch und bringt viel Unruhe neben galoppierenden Riffs und überfahrenen Vocals. Pures Chaos, ein Song mit seinem Charme. „Fin De Siècle“ kehrt zurück zu simplen und konsistenten Riffs, sogar mit einigen Death Metal Einflüssen, in der Essenz ein echter mahlender Song. Die seltenen Akzente, meist von Leadgitarre geliefert, sind nicht exzessiv melodisch. Ein intensiver und solider Track, simpel aber effektiv – ein weiterer Höhepunkt des Albums.
Nach dem erdrückenden vorherigen Track setzt „Monument Of Atrocity“ in anderem Ton fort, explosiv und hochenergetisch, wieder ein Song, der einige Einflüsse aus anderen Genres akzeptiert, auch ein Song, der weiter beeindruckt. Chaotisch und überfahren ist „Struggling For Reality“ ein Beispiel purer Furie und entfesselter Energie, wieder ein Song mit Wechseln zwischen schnellem und Mid-Tempo. Eine instrumentale Passage – auch wenn technisch beeindruckend – lässt den Song etwas Power der gewalttätigen ersten Akkorde verlieren. Und „Lethal Obsession“ hält diesen Ansatz, technischer aber langsamer.
Der Song, der den Bandnamen teilt, “Abuser„, ist wieder ein Beispiel zügelloser Furie, gnadenlos und anarchisch. Verzweifelte Vocals werden komplettiert durch sehr verwobene Gitarren, besonders die Leadgitarre zeigt beeindruckende technische Demonstration. Zusammen mit den Riffs füllen sie den ganzen Raum. Unterstützt von solider Rhythmussektion, ein weiteres definitives Highlight. Und der finale Song „Witnessing Madness“ mit seinem wahnsinnig schnellen Tempo repräsentiert eine Rückkehr zu purem Thrash, nachdem sie einige Ausflüge in andere Territorien machten – hier kommen sie ungezügelt in finalem Angriff – auch eine technische Demonstration. Ein würdiges Ende und guter finaler Eindruck.
Frischer Wind mit anarchischem Spirit
Guter Thrash Metal vom polnischen Quartett – viele Einflüsse von Death Metal und auch einige Akzente anderer extremer Stile, all das zusammengebracht in kohärenter Arbeit, die ihre Aggression für die ganze Dauer hält. Permanent mit neuen Ideen kommend, viele davon überraschen den Hörer – die Erfahrung ist sehr dynamisch und befriedigend.
Ein Album, das frischen Wind ins Genre bringt, schafft es zu beeindrucken durch solides und gnadenloses Mahlen, alterniert Momente von Chaos und ungezügelten, explosiven Ausbrüchen, auch mit ruhigeren, gut durchdachten Passagen, die mit klaren und giftigen Riffs konstant Druck aufbauen. Insgesamt anarchische Atmosphäre, die so gut den wahren Spirit von Thrash Metal repräsentiert. Ein vielversprechendes Debüt, ein solider Karrierestart für ABUSER – eine Band, die man im Auge behalten sollte. Und „Blood Marks“ eine klare Empfehlung für jeden, der aggressiven und ungeschliffenen Extreme Metal liebt.
Fazit: ABUSER liefern mit „Blood Marks“ vielversprechendes Thrash-Debüt – chaotisch, technisch, ungezügelt mit anarchischem Spirit.






