RITCHIE NEWTON - Higher Power - album artwork

Band: RITCHIE NEWTON 🇩🇪
Titel: Higher Power
Label: NRT Records
VÖ: 01/05/26
Genre: AOR/Hard Rock/Classic Rock

Tracklist

01. Higher Power
02. Come Give Me Your Love
03. Crying In The Summer Rain
04. I Lost My Faith In You
05. Glory Harleylujah
06. Saxana
07. King Of The Night
08. When Children Cry
09. Goodbye My Little Boy
10. Winds Of Destiny
11. Woman In Doubt
12. Come Give Me Your Love (Iwan May version)
13. I Lost My Faith in Yo (Iwan May Version)

 

Besetzung

Ritchie Newton – Vocals & lyrics
Iwan May – Guitars
Dodi – Bass
Layphan Reyphare – Keyboards
Dandy – Drums

 

Bewertung:

4/5

Mit »Higher Power« meldet sich RITCHIE NEWTON eindrucksvoll zurück und liefert ein Album, das tief im klassischen AOR und melodischen Hard-Rock verwurzelt ist. Der Sänger und Songwriter übernimmt nicht nur Vocals und Texte, sondern auch die Produktion. Ein klares Zeichen für eine persönliche Handschrift. Unterstützt wird er von einem internationalen Line-up Iwan May an den Gitarren, Dodi am Bass, Layphan Reyphare an den Keyboards und Dandy am Schlagzeug. Ergänzt wird das Ganze durch namhafte Gäste wie Hans Ziller, Frank Pané oder Armin Sabol, die einzelnen Songs zusätzliche Farbe verleihen.

Klangbild und Ausrichtung

Schon nach wenigen Takten wird klar, wohin die Reise geht, warme Gitarren, breite Keyboardflächen und eingängige Refrains. »Higher Power« orientiert sich hörbar an Größen der 80er, ohne dabei altbacken zu wirken. Statt bloßer Nostalgie setzt Newton auf ein modernes, sauberes Sounddesign, das vor allem dem Mix und Mastering von Rizky Wahyudi zu verdanken ist. Die Produktion bleibt druckvoll, aber nie überladen, genau das, was dieses Genre braucht.

Starker Einstieg

Der Titelsong »Higher Power« eröffnet das Album mit Selbstbewusstsein. Die Gitarrenarbeit, unter anderem von Armin Sabol und Markus Pfeffer, liefert direkt einen Höhepunkt. Dazu kommt ein überraschend gut integriertes Saxofon von Boris Matakovic, das dem Track einen besonderen Charakter verleiht. Newtons Stimme sitzt dabei genau zwischen rauer Energie und melodischer Kontrolle.

Mit »Come Give Me Your Love« folgt ein klassischer AOR-Track, der durch seine Klarheit besticht. Frank Pané setzt hier gezielte Akzente an der Gitarre, während der Refrain sofort hängen bleibt. Diese Fähigkeit, Hooks ohne große Umwege zu platzieren, zieht sich durch das gesamte Album.

Emotionale Mitte

Die emotionale Stärke von »Higher Power« zeigt sich besonders in Songs wie »Crying In The Summer Rain« oder »I Lost My Faith In You«. Letzterer wird durch das Gastspiel von Hans Ziller zusätzlich aufgewertet. Hier geht es weniger um große Gesten, sondern um Atmosphäre und Gefühl. Newton überzeugt vor allem dann, wenn er zurücknimmt und Raum lässt.

»When Children Cry« greift ein bekanntes Thema auf und interpretiert es mit einer Mischung aus Pathos und Zurückhaltung. Es ist einer dieser Songs, die live vermutlich noch stärker wirken werden als auf Platte.

Mut zur Abwechslung

Ein echter Ausreißer im positiven Sinne ist »Glory Harleylujah«. Der Titel spielt bewusst mit Klischees, ohne ins Lächerliche abzurutschen. Hier zeigt sich, dass Newton auch Spaß an seinem Material hat. »Saxana« bringt eine leicht exotische Note ins Album, während »King Of The Night« wieder stärker auf klassischen Hard-Rock setzt.

»Goodbye My Little Boy« gehört zu den ruhigeren Momenten und wirkt fast wie ein persönliches Statement. Der Song ist schlicht arrangiert, trifft aber genau deshalb ins Schwarze.

Zweite Hälfte und Varianten

Mit »Winds Of Destiny« und »Woman In Doubt« bleibt das Niveau stabil. Beide Songs setzen stärker auf Atmosphäre als auf direkte Eingängigkeit, was dem Album zusätzliche Tiefe gibt. Besonders die Keyboardarbeit von Layphan Reyphare kommt hier gut zur Geltung.

Interessant sind die alternativen Versionen am Ende der Platte. Die Iwan-May-Version von »Come Give Me Your Love« sowie »I Lost My Faith In You« setzen stärker auf Gitarrenfokus und unterscheiden sich deutlich genug, um mehr als nur Bonusmaterial zu sein. Sie geben einen kleinen Einblick in den kreativen Prozess hinter dem Album.

Produktion und Details

Dass Newton selbst als Produzent fungiert, hört man dem Album an. Die Songs wirken durchdacht, ohne steril zu sein. Der Mix von Rizky Wahyudi sorgt dafür, dass jedes Instrument seinen Platz hat. Gerade im AOR ist das entscheidend, da hier viele Elemente gleichzeitig wirken müssen.

Die Gastmusiker sind sinnvoll eingesetzt und wirken nie wie bloße Namen auf dem Papier. Ob Saxofon, zusätzliche Gitarren oder alternative Drumspuren, alles dient dem Song und nicht dem Ego.

»Higher Power« ist ein Album, das genau weiß, was es sein will. Kein Experiment, kein Stilbruch, sondern eine konsequente Umsetzung klassischer Rocktugenden mit moderner Produktion. RITCHIE NEWTON liefert hier ein Werk ab, das Fans von AOR und melodischem Hard-Rock ohne Umwege abholt.

Nicht jeder Song erreicht das gleiche Niveau, und an manchen Stellen hätte etwas mehr Risiko gutgetan. Trotzdem überwiegen die starken Momente deutlich. Die Mischung aus eingängigen Melodien, solider Musikerleistung und sauberer Produktion trägt das Album über die gesamte Laufzeit.

Fazit: »Higher Power« ist ein gelungenes Werk, das die Vielseitigkeit und das Können von RITCHIE NEWTON unter Beweis stellt.

Internet

RITCHIE NEWTON - Higher Power - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.