THREAT-SIGNAL_Revelations_Album-Cover

Band: THREAT SIGNAL 🇨🇦
Titel: Revelations
Label: Agonia Records
VÖ: 27/03/26
Genre: Metalcore

Tracklist

01. The Great Tribulation
02. Non-Essential
03. Exercise The Demon
04. Fire At Will
05. Death Will Find Us All
06. Paralysis
07. Revelations
08. NME
09. Hell And Back
10. Live For You

 

Besetzung

Jon Howard – Vocals
Travis Montgomery – Guitar
Oswin Wong – Guitar
Pat Kavanagh – Bass
Joey Muha – Drums

 

 

Bewertung:

3,5/5

Nach einer neunjährigen Schaffenspause kehren THREAT SIGNAL mit „Revelations“ zurück. Die 2003 gegründete Band traf mit ihrer Mischung aus groovig-vertrackten Riffs à la MESHUGGAH und melodischem Industrial-Einfluss – erinnernd an FEAR FACTORY – damals perfekt den Nerv der Zeit. Mit „Under Reprisal“ lieferten sie 2006 ein wahnsinnig starkes Debütalbum ab, das für viele Fans auch bis heute unübertroffen bleibt. Seinerzeit gab es nur eine Handvoll Bands, wie SYBREED oder MNEMIC, die vergleichbare Musik machten. Anno 2026 tun sich THREAT SIGNAL in puncto Alleinstellungsmerkmalen deutlich schwerer.

Gereifter Sound mit klaren Wurzeln

THREAT SIGNAL zeigen bereits anhand der ersten Nummer, dass sie ihrem Stil grundlegend treu geblieben sind: „The Great Tribulation“ kombiniert Härte in Form von groovigen Riffs und schmetternden Drum-Beats mit melodischen Refrains, die von sanften Gesangspassagen und harmonischen Akkorden begleitet werden. Tempo- und Stimmungswechsel tragen zur Dynamik bei. Die erste Single-Auskopplung „Non-Essential“ setzt diese Linie mühelos fort, zeigt uns im Refrain ebenso eine melodische Seite, wenn auch mit einer lebendigeren Stimmung, die durch ein spaciges Riff im Hintergrund kreiert wird. Zudem ist das Gitarren-Schlagzeug-Battle im Outro extrem brachial. Auf diesem eingeschlagenen Weg geht es nun für einige Songs weiter.

Wiederkehrende Stilmittel sorgen für Berechenbarkeit

Die Band ist immer schon darum bemüht, neue Facetten zu ihrem musikalischen Spektrum hinzuzufügen, was je nach Perspektive Fluch oder Segen sein kann. Wo seinerzeit auf „Vigilance“ (2009) noch thrashig-angehauchte Riffs und technische Soli zu hören waren, kommt auf „Revelations“ zeitgenössischer Metalcore viel stärker zum Tragen. THREAT SIGNAL lieben ihre Chug-Riffs im unisono mit den Drums. Wenn die Songstrukturen mit aggressiven Strophen und melodischen/singbaren Refrains sich dann zu häufig wiederholen, läuft man allerdings Gefahr, eintönig und berechenbar zu werden. Dabei wissen Fans, dass die Kanadier technisch durchaus einiges auf Lager haben, wenn sie wollen. Besonders die doch ansehnlichen Skills von Lead-Gitarrist Travis Montgomery hätten deswegen ab und zu stärker in den Vordergrund treten dürfen.

Abwechslung und Experimente

Abwechslung wird stattdessen eher anhand von Soundeffekten bzw. Synthesizern geschaffen, die eine stimmige Atmosphäre erzeugen und der Platte somit einen roten Faden verleihen. Gegen Ende des Albums wurden auch durchaus Experimente gewagt, die in dieser Form noch nicht in der Diskographie der Band zu hören waren: In „Hell And Back“ und „Live For You“ wird fast ausschließlich clean gesungen. Letzteres kann man sogar als Ballade bezeichnen. Der Einsatz von Akustik-Gitarren ist ein willkommener Kontrast und trägt zur melancholisch-romantischen Thematik des Liedes positiv bei. Mit dem „Oh-Oh“-Chorgesang im Outro hat man sogleich auch einen klassischen Album-Closer.

Produktion und Sound

Bis auf das Mastering wurde die Produktion von Sänger Jon Howard selbst in die Hand genommen und diese kann sich auf jeden Fall sehen – oder besser gesagt hören – lassen! Alles klingt sehr fett und modern, aber gleichzeitig könnte das Album zwanzig Jahre älter geschätzt werden. Diese Ambivalenz macht die Scheibe zu einer wahren Nostalgie-Schatzkiste für Fans der alten Schule. Auch Jons Vocals mit seinen mark-erschütternden Screams und Cleans, die seit jeher an Chester Bennington von LINKIN PARK erinnern, haben ihre Wirkung nicht verloren.

Fazit: THREAT SIGNAL setzen mit „Revelations“ grundsätzlich ihre Linie fort, diesmal allerdings mit etwas stärkerem kontemporären Metalcore-Einfluss. Im Großen und Ganzen bleiben sie auch in ihrer musikalischen Komfortzone. Kleine stilistische Experimente lockern das Album aber auf. 

Internet

THREAT SIGNAL – Revelations

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