NORGAAHL – Black Spirits - cover artwork

Band: NORGAAHL 🇩🇪
Titel: Black Spirits
Label: Independent
VÖ: 15/05/26
Genre: Groove/Death/Thrash Metal

Tracklist

01. Church of Krampus (feat. Solo Christian Wieser – Virial)
02. Black Spirit (feat. Solo Yannik Emmerich – Bloodline)
03. Waller
04. Noagerlzuzla
05. Kneissl
06. Bluadschink (feat. Vocals Gündo Vural – YMP)
07. Wossaweiber
08. Devil’s Last Pint

 

Besetzung

Max Gottinger – Guitar
“Bloodshed” Bas Beer – Bass
Fabian Schneider – Guitar, Vocals
Anton Fingerhut – Drums
Michael Langner – Vocals

 

Bewertung:

3,5/5

NORGAAAHL melden sich mit »Black Spirits« zurück und liefern ein Full-Length-Debüt-Album, das sich konsequent zwischen Groove, Death und Thrash-Metal bewegt. Die Band aus dem deutschsprachigen Raum hat sich in den letzten Jahren einen Ruf für rohe Energie und gleichzeitig klar strukturierte Songwriting-Ansätze erspielt. Dieses Spannungsfeld zieht sich auch durch das neue Werk, das sowohl auf Druck als auch auf Wiedererkennungswert setzt.

Die Besetzung bringt dabei ordentlich Gewicht mit! Max Gottinger an der Gitarre, Bas Beer am Bass, Fabian Schneider an Gitarre und Vocals, Anton Fingerhut am Schlagzeug sowie Michael Langner am Mikrofon. Schon diese Doppelbesetzung im Gesang deutet an, dass hier keine lineare Struktur verfolgt wird, sondern ein Wechselspiel aus Attacke und Dynamik.

Druckvoller Sound zwischen Groove und Abriss

Klanglich setzt »Black Spirits« auf eine klare, aber bewusst raue Produktion. Im Walzwerk von Sergej Durkat entstand ein Mix, der jedes Instrument nach vorne holt, ohne den Schmutz komplett zu glätten. Die Gitarren schneiden präzise durch den Mix, während Bass und Drums ein massives Fundament legen, das sich eher wie eine Welle als wie ein Rhythmusgerüst anfühlt.

Gerade im Groove-Bereich zeigt die Platte ihre Stärke. Viele Riffs sind nicht auf Geschwindigkeit ausgelegt, sondern auf Gewicht. Wenn das Tempo anzieht, kippt die Stimmung in Richtung klassischer Thrash-Intensität, bevor wieder diese schleppenden, fast doomigen Passagen übernehmen. Diese Wechsel sorgen dafür, dass sich das Album selten vorhersehbar anfühlt.

Auch die Vocals arbeiten mit Gegensätzen. Tiefes Growling trifft auf aggressivere Shouts, wodurch sich ein ständiger Dialog entwickelt, der den Songs zusätzliche Schärfe verleiht.

Zwischen okkulten Bildern und regionalem Einschlag

Inhaltlich bewegt sich »Black Spirits« in einem düsteren Themenfeld. Okkulte Motive, mythische Figuren und eine rohe, teilweise fast volkstümliche Bildsprache prägen die Texte. Auffällig ist der bewusste Mix aus Englisch, Deutsch und dialektalen Elementen. Diese Kombination wirkt nicht wie ein Stilmittel aus dem Lehrbuch, sondern eher wie ein natürlicher Teil der Identität.

Gerade dieser regionale Einschlag verleiht dem Album eine eigene Farbe. Statt austauschbarer Genre-Standards entsteht ein Bezug zu Geschichten und Bildern, die näher an der eigenen Herkunft liegen. Das macht die Platte greifbarer, auch wenn sie musikalisch klar im extremen Metal verankert bleibt.

Songs mit Gästen und klaren Höhepunkten

Die Trackliste zeigt schnell, dass hier nicht auf Einheitsbrei gesetzt wird. Schon der Opener »Church of Krampus (feat. Solo Christian Wieser – Virial)« baut eine bedrohliche Atmosphäre auf, die sich langsam steigert, bevor sie in typischer Groove-Intensität explodiert. Der Titeltrack »Black Spirit (feat. Solo Yannik Emmerich – Bloodline)« setzt stärker auf technische Gitarrenarbeit und bringt zusätzliche melodische Akzente ins Spiel.

Besonders auffällig sind die Stücke »Waller« und »Noagerlzuzla«, die mit ihren Laufzeiten Raum für ausgedehnte Spannungsbögen lassen. Hier zeigt sich die Band am experimentierfreudigsten, ohne den roten Faden zu verlieren.

Mit »Bluadschink (feat. Vocals Gündo Vural – YMP)« kommt eine der interessantesten Kollaborationen ins Spiel. Die zusätzlichen Vocals erweitern das Klangbild deutlich und sorgen für eine fast narrative Ebene. Auch »Devil’s Last Pint« sticht hervor, da der Song trotz klassischer Struktur sehr gut zwischen Geschwindigkeit und Groove pendelt und damit einen passenden Schlusspunkt setzt.

Produktion und Gesamtwirkung

Die Produktion trägt viel dazu bei, dass »Black Spirits« trotz seiner Rohheit kontrolliert wirkt. Gitarren sind scharf definiert, das Schlagzeug hat Druck ohne übermäßige Kompression, und der Bass bleibt jederzeit spürbar. Diese Klarheit verhindert, dass die komplexeren Arrangements im Chaos verschwinden.

Gleichzeitig bleibt das Album nicht durchgehend gleich stark. Einige Passagen wirken eher wie Übergänge als voll ausgearbeitete Höhepunkte. Genau hier zeigt sich auch, warum die Platte nicht völlig durch die Decke geht, sondern im soliden oberen Mittelfeld bleibt.

»Black Spirits« ist ein kraftvolles, stellenweise sehr intensives Album, das seine Stärken im Zusammenspiel aus Groove, Death und Thrash Metal ausspielt. Nicht jeder Moment sitzt perfekt, aber die Band zeigt ein klares Profil und genug Ideen, um hängenzubleiben.

Fazit: NORGAAHL beweisen mit »Black Spirits«, dass regional verwurzelter Metal auch auf internationalem Niveau überzeugen kann.

Internet

NORGAAHL – Black Spirits - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.