DRAGONBORN - No Mercy - cover artwork

Band: DRAGONBORN 🇹🇷
Titel: No Mercy
Label: Iconic Records
VÖ: 03/05/26
Genre: Epic Pagan Metal

Tracklist

01. Ash Before Dawn
02. Warhorns for Liars
03. Execution
04. Revenge of Pagan Storms
05. Valexus – Lord of Ice
06. When Steel Forgot Fire

 

Besetzung

Ekrem Kani – Vocals, Guitars
Cihan Engin – Guitars
Berrak Saka – Vocals
Yudum Sürmeli – Bass Guitar
Çağrı Mustafa Yalçın – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

Zwischen Mythos und Stahl

DRAGONBORN stammen aus der Türkei und bewegen sich im Spannungsfeld von epischem und düsterem Pagan-Metal. Die Band verbindet aggressive Riffs, hymnische Strukturen und eine eigene Fantasy-Welt, die sich wie ein roter Faden durch ihre Musik zieht. Im Mittelpunkt steht ein klassisches Metal-Setup, ergänzt durch weiblichen Gesang, der den Songs eine zusätzliche melodische und atmosphärische Ebene verleiht. »No Mercy« ist ein weiterer Versuch, diese Mischung zu schärfen und die eigene Klangidentität zu festigen.

Ein Einstieg wie ein aufziehender Sturm

Das Album beginnt mit »Ash Before Dawn«, einem instrumentalen Intro, das sofort eine cineastische Stimmung erzeugt. Dunkle Klangflächen, leicht orientalisch angehauchte Motive und ein langsam wachsender Spannungsbogen bereiten den Weg für das, was danach folgt. Ohne große Umschweife zieht »Warhorns for Liars« die Geschwindigkeit an und zeigt schnell, wohin die Reise geht. Druckvolle Gitarren, rasende Drums und ein harscher, dominanter Gesang bestimmen das Bild.

DRAGONBORN setzen hier stark auf klassische Pagan-Metal-Strukturen. Viel Rhythmusarbeit, eingängige Refrains und ein ständiger Wechsel zwischen epischer Weite und aggressiver Direktheit.

Zwischen Kampf, Mythos und Rache

Mit »Execution« und »Revenge of Pagan Storms« zeigt das Album seine kompromisslose Seite. Die Songs wirken wie musikalische Schlachtfelder, auf denen sich Gitarrenwände und Double-Bass-Attacken begegnen. Besonders auffällig ist hier die Produktion, die roh genug bleibt, um Druck zu erzeugen, aber gleichzeitig genug Raum für melodische Elemente lässt.

»Valexus – Lord of Ice« sticht als eines der atmosphärischeren Stücke hervor. Hier wird das Tempo leicht gedrosselt, während sich ein frostiges, fast schon nordisch anmutendes Klangbild entfaltet. Der weibliche Gesang von Berrak Saka bringt hier eine klare Kontrastfläche ins Spiel und sorgt für Momente, die sich deutlich vom restlichen Material abheben.

Dynamik zwischen Härte und Melodie

»When Steel Forgot Fire« wirkt fast wie ein emotionaler Bruch innerhalb der Platte. Die Komposition arbeitet stärker mit Melodieführung und dramatischen Spannungsbögen. Hier zeigt sich, dass DRAGONBORN nicht nur auf reine Aggression setzen, sondern auch versuchen, narrative Tiefe in ihre Songs einzubauen. Das Outro schließt den Kreis wieder in ruhigerer Form. Es wirkt weniger wie ein klassischer Abschied und mehr wie ein Nachhall, der die vorherigen Bilder noch einmal aufgreift und langsam verblassen lässt.

Produktion und Gesamtwirkung

»No Mercy« lebt von seiner klaren Ausrichtung. Die Gitarren sind präsent, die Drums druckvoll, der Gesang dominant im Mix. Besonders positiv fällt auf, dass die Band trotz aller Härte immer wieder melodische Fenster öffnet, die den Songs Luft geben. Gleichzeitig fehlt dem Album stellenweise etwas mehr Eigenständigkeit im Songwriting. Manche Ideen wirken vertraut, fast schon genretypisch vorhersehbar.

Dennoch gelingt es DRAGONBORN, eine konstante Atmosphäre aufzubauen, die das Album trägt. Die Mischung aus epischen Elementen, aggressivem Metal und folkloristisch angehauchter Stimmung funktioniert über weite Strecken überraschend gut.

»No Mercy« ist eine solide EP im Bereich Epic-Pagan-Metal, das vor allem durch seine Atmosphäre und seine konsequente Ausrichtung punktet. Die Band zeigt klare Stärken in der Verbindung von Härte und Melodie, bleibt aber in einigen Momenten zu sehr in bekannten Mustern verhaftet. Für Fans des Genres liefert das Album dennoch genügend Futter, um hängenzubleiben.

Fazit: DRAGONBORN gelingt es auf »No Mercy«, eine dunkle, epische Atmosphäre zu schaffen, die den Zuhörer fesselt.

Internet

DRAGONBORN - No Mercy - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.