Tracklist
01. The Devil’s Own
02. The Outspoken
03. The Threshold of Hell (ft. Fernando Ribeiro)
04. Ephemeral Youth
05. Sons of the Abandoned
06. No One Beats Death
07. Code Aeterna
08. The Path that Never Ends (ft. Laura Guldemond)
09. The Night is Darker Before Dawn
10. Masters of Deceive
11. Human Insecticide (ANNIHILATOR Cover)
Besetzung
Diva Satanica – Vocals
Dani Arcos – Guitar
Guillermo Starless – Guitar
Fabian Tejeda – Bass
Adrian Perales – Drums
Mit „Sons of the Abandoned“ liefern BLOODHUNTER ein Album ab, das seine Einflüsse offen zur Schau trägt. Die Spanier bewegen sich hörbar zwischen dem melodischen Death Metal der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre sowie den aggressiveren Spielarten des Thrash Metals. Dank moderner Produktion und frischen Stilelementen klingt es jedoch weniger wie ein Relikt aus der damaligen Zeit und mehr wie eine Hommage an ihre Quelle der Inspiration.
Kurz-Biografie und Stil
Die aus Galicien stammenden BLOODHUNTER haben sich in den vergangenen Jahren mit intensiver Live-Präsenz und einer klaren künstlerischen Ausrichtung einen festen Platz in der internationalen Extreme-Metal-Szene erarbeitet. Angeführt von Sängerin Diva Satánica verbindet die Band die Aggression des Death Metals mit melodischen Elementen, Groove und atmosphärischem Songwriting. Auf „Sons of the Abandoned“ schlagen BLOODHUNTER dabei persönlichere Töne an und rücken Themen wie Identität, innere Konflikte und gesellschaftliche Entfremdung stärker in den Mittelpunkt.
Klare Richtung ab der ersten Sekunde
Bereits der Opener „The Devil’s Own“ macht deutlich, wohin die Reise geht. Rasante Blast- und Thrash-Beats, bissige Vocals und eingängige Melodien treffen auf Riffs, die ebenso gut auf einem Melodic-Death-Album der Jahrtausendwende hätten sein können. Sängerin Diva Satánica erinnert mit ihrem diabolischem Vocal-Style zwangsweise an Angela Gossow (ex-ARCH ENEMY), bringt dabei jedoch eine eigene Klangfarbe mit, die den Songs zusätzliche Schärfe verleiht.
Solider Mix aus Härte und Eingängigkeit
Überhaupt zählt die Mischung aus Härte und Eingängigkeit zu den größten Stärken des Albums. Während „The Outspoken“ mit seiner düsteren Aura und einem mitreißenden Refrain punktet, überzeugt „The Threshold of Hell“ durch seine militärische Atmosphäre und dem damit einhergehenden Stimmungsaufbau. Besonders die eingestreuten Sirenen verleihen dem Song Charakter und sorgen für einen der erinnerungswürdigeren Momente des Albums. Der Gastauftritt von Fernando Ribeiro (MOONSPELL) bleibt allerdings überraschend kurz und wirkt dadurch fast etwas willkürlich.
Gutes Maß an Abwechslung und Überraschungen
Auch an anderer Stelle beweisen BLOODHUNTER ein gutes Gespür für Dynamik und Abwechslung. Das thrashige „Ephemeral Youth“ bringt zusätzliche Geschwindigkeit ins Spiel, während „The Path That Never Ends“ mit seinem Wechselspiel aus aggressiven und ruhigeren Passagen überzeugt. Vor allem der unerwartete Klargesang von Laura Guldemond (BURNING WITCHES) im Duett mit Divas teuflischem Geschrei sorgt hier für frischen Wind und wertet den Song merklich auf. Das akustische Instrumentalstück „The Night Is Darker Before The Dawn“ bietet zudem eine willkommene Verschnaufpause, bevor das Album wieder in härtere Gefilde zurückkehrt.
Schwache Momente in der Albummitte
Dennoch gelingt es „Sons of the Abandoned“ nicht durchgehend, das hohe Niveau seiner stärksten Momente zu halten. Gerade in der Albummitte schleichen sich einige Songs ein, die zwar handwerklich tadellos funktionieren, jedoch wenig bleibenden Eindruck hinterlassen. Stücke wie „No One Beats Death“ oder „Code Aeternam“ leiden weniger an fehlender Qualität als vielmehr daran, dass ihnen das entscheidende Quäntchen Eigenständigkeit oder zusätzliche Dynamik fehlt. Dieses Problem offenbart sich wiederholt über das gesamte Album hinweg.
Solide, aber zu stark verankert in der Komfortzone
BLOODHUNTER verfügen über eine klare stilistische Identität, starke Musiker und zahlreiche gute Ideen, erfinden das Genre jedoch nicht neu. Die Wurzeln im melodischen Death und Thrash Metal der 1990er und frühen 2000er sind jederzeit präsent und werden durch moderne Produktion und gelegentliche frische Einfälle ergänzt, ohne die vertrauten Genregrenzen ernsthaft zu verlassen. Dass ausgerechnet das abschließende ANNIHILATOR-Cover „Human Insecticide“ zu den einprägsamsten und stärksten Songs des Albums zählt, unterstreicht diese Beobachtung. Betont sei hier, dass ich das Original davor nicht einmal kannte und nur eine vage Vermutung hatte, dass das Lied ein Cover sein könnte. Das Cover an sich ist großartig: der moderne Klang sorgt automatisch für ein angenehmeres Hörerlebnis und die harschen Vocals verleihen dem Titel ein Mehr an Aggression, das extrem Spaß macht.
Fazit: „Sons of the Abandoned“ von BLOODHUNTER ist ein solides und über weite Strecken sehr unterhaltsames Melodic-Death-Metal-Album, das seine Einflüsse gekonnt verarbeitet und immer wieder starke Akzente setzt. Für den ganz großen Wurf fehlt BLOODHUNTER jedoch noch etwas mehr Mut zur Eigenständigkeit und ein durchgehend höheres Niveau im Songwriting.






