Band: XION 🇸🇪
Titel: When Stars Collide
Label: Fireflash Records
VÖ: 11/09/26
Genre: Speed/Thrash Metal

Tracklist

01. Hands Will Be Cut
02. Burned Onto You
03. Phantom Of Blood
04. Total Euphoria
05. Granted Wings (Let Me Fly)
06. Dead By The Night
07. Mirror Shield
08. Zero Light

 

Besetzung

Robin Björk – Vocals
Erik Zetterström – Guitar
Liam Rådman – Guitar
Johan Berg – Bass
Algot Brask – Drums

 

Bewertung:

4,5/5

Es gibt Bands, bei denen man sich irgendwann fragt, wie alt die Musiker eigentlich sind. Nicht, weil sie besonders jung aussehen, sondern weil das, was aus den Boxen kommt, erstaunlich abgeklärt klingt. XION aus Falun sind so ein Fall. Das schwedische Quintett wurde erst 2022 gegründet und einige der Musiker waren damals noch nicht einmal 18 Jahre alt. Wer „When Stars Collide“ hört, wird das kaum glauben. Hier klingt nichts nach einer jungen Band, die erst noch ihren Weg sucht.

Stattdessen bekommt man acht Songs serviert, die mit ordentlich Tempo, präziser Gitarrenarbeit und einer gehörigen Portion Spielfreude direkt nach vorne gehen. Speed und Thrash Metal bilden dabei das Fundament, wobei XION ihre Songs nicht mit Gewalt auf Höchstgeschwindigkeit trimmen. Melodien und eingängige Passagen gehören genauso zum Konzept. Genau das macht „When Stars Collide“ interessant.

Von Falun in die Metalwelt

Falun ist nicht gerade irgendeine schwedische Kleinstadt, wenn es um Metal geht. SABATON, BROTHERS OF METAL und TWILIGHT FORCE stammen ebenfalls aus dieser Gegend. XION schlagen allerdings eine andere Richtung ein. Härter, schneller und deutlich stärker an den klassischen Speed- und Thrash-Wurzeln orientiert.

Die Entwicklung der Band ist durchaus beachtlich. Nach ihrer Gründung ging es relativ schnell auf die Bühne, und schon 2023 konnten XION den Musikwettbewerb „Imagine Sweden“ für sich entscheiden. Im Januar 2024 folgte mit „Between Shadows and Gods“ das Debütalbum. Dazu kamen Auftritte als Support von IN FLAMES und der GENE SIMMONS BAND in der Dalhalla Arena sowie Festivalshows unter anderem beim Sweden Rock Festival, Gefle Metal und der Sabaton Cruise.

Von null auf Vollgas

„When Stars Collide“ macht keine lange Anlaufphase. „Hands Will Be Cut“ steigt direkt ein und zeigt ziemlich deutlich, was XION können. Die Gitarren laufen auf Hochtouren, das Schlagzeug treibt den Song nach vorne und Robin Björks Gesang passt hervorragend zum aggressiven Grundton.

Was dabei auffällt: Trotz des Tempos wirkt das Ganze nie hektisch. XION spielen technisch sauber, ohne dass die Songs dadurch steril wirken. Gerade diese Balance bekommt nicht jede junge Band hin.

„Burned Onto You“ setzt den eingeschlagenen Weg fort. Hier kommen die melodischen Elemente etwas stärker zum Vorschein, ohne dass die nötige Härte verloren geht. „Phantom Of Blood“ geht anschließend wieder mehr in die düstere Richtung und besitzt genau jene Mischung aus Druck und Atmosphäre, die man sich von einer modernen Speed/Thrash-Nummer erwartet.

Mit „Total Euphoria“ folgt für mich einer der stärkeren Momente des Albums. Der Song hat diesen gewissen Wiedererkennungswert, bei dem sich einzelne Passagen schon nach wenigen Durchläufen festsetzen. Und genau solche Songs braucht ein Album wie dieses.

Geschwindigkeit allein reicht nicht

Die größte Stärke von XION liegt meiner Meinung nach darin, dass sie sich nicht ausschließlich über Geschwindigkeit definieren. „Granted Wings (Let Me Fly)“ ist dafür ein gutes Beispiel. Hier darf die Melodie etwas mehr Raum einnehmen und der Song bekommt dadurch eine andere Dynamik.

Auch „Dead By The Night“ funktioniert nach diesem Prinzip. Die Band bleibt ihrem Stil treu, baut aber immer wieder kleine Variationen ein. Das verhindert, dass sich die acht Songs zu einem einzigen langen Speed-Metal-Stück vermischen.

Gitarrist Erik Zetterström und Liam Rådman liefern sich dabei kein sinnloses Wettrennen um möglichst viele Noten. Die Gitarrenarbeit ist technisch anspruchsvoll, bleibt aber songdienlich. Johan Berg am Bass und Algot Brask am Schlagzeug sorgen gleichzeitig dafür, dass das Fundament ordentlich Druck bekommt.

„Mirror Shield“ gehört ebenfalls zu den Songs, die zeigen, dass XION mehr können als einfach nur Vollgas. Und mit „Zero Light“ verabschiedet sich das Album schließlich mit einem gelungenen Abschluss.

Eine Band mit ordentlich Potenzial

Produziert wurde „When Stars Collide“ von Jonas Arnberg, der unter anderem mit METHANE und DEMONICAL gearbeitet hat. Der Sound passt gut zur Band. Die Produktion ist kraftvoll und modern, lässt den Instrumenten aber genügend Platz. Gerade bei einem Stil, der schnell einmal in einer Wand aus Gitarren untergehen kann, ist das ein klarer Pluspunkt.

Dass Fireflash Records nach der Single „Wasteland Of Time“ auf XION aufmerksam wurde und die Band unter Vertrag nahm, überrascht nach diesem Album jedenfalls nicht. „When Stars Collide“ klingt wie der nächste logische Schritt nach dem Debüt und zeigt gleichzeitig, dass hier noch einiges möglich sein dürfte.

XION haben die jugendliche Energie, die man von einer so jungen Band erwarten darf, verbinden diese aber mit einer technischen Sicherheit, die deutlich darüber hinausgeht. Die Songs sind schnell, aggressiv und melodisch genug, um im Ohr zu bleiben. Vor allem aber wirken sie nicht künstlich auf „alt“ getrimmt. XION spielen ihren Metal mit sicht- beziehungsweise hörbarer Freude und ohne unnötigen Ballast. „When Stars Collide“ ist deshalb nicht einfach nur ein ordentliches zweites Album. Es ist ein ziemlich starkes Ausrufezeichen einer Band, von der man in Zukunft vermutlich noch einiges hören wird.

Fazit: Mit „When Stars Collide“ liefern XION ein beeindruckendes zweites Album ab, das sowohl technische Finesse als auch emotionale Intensität vereint.

Internet

XION - When Stars Collide - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.