Band: GODSLAVE 🇩🇪
Titel: Godslave
Label: Metalville
VÖ: 11/09/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01. Reset, Rebuild, Reclaim
02. A Future In Motion
03. Repaid In Kind
04. Part Of The Pack
05. Square One
06. The Road Not Taken
07. And Yet I Stand
08. Let The Fire Come
09. The Sum Of All Wouds
10. The Fire That Calls Me

 

Besetzung

Thommy – Vocals
Bernie – Guitar
Manni – Guitar
Mika – Bass
Tobi – Drums

 

Bewertung:

4/5

Fünf Jahre nach „Positive Aggressive“ stehen GODSLAVE wieder mit einem neuen Studioalbum vor der Tür. Lange fünf Jahre, in denen bei den Saarländern einiges passiert ist. So einiges sogar. Die schwierige Phase, durch die die Band gehen musste und die auch in der Dokumentation „Hinter der Kulisse“ thematisiert wurde, hat Spuren hinterlassen. Gleichzeitig begann eine Rückbesinnung auf die eigenen musikalischen Wurzeln. Das Tribute-Album „Champions“ war dabei ein wichtiger Schritt. Am Ende stand aber vor allem eine Erkenntnis, GODSLAVE wollen weitermachen. Und zwar gemeinsam.

Passender hätte der Titel des neuen Albums deshalb kaum ausfallen können. „Godslave“ heißt die Platte schlicht und einfach. Das wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas unspektakulär, bekommt im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte aber eine ganz andere Bedeutung. Hier geht es schließlich nicht nur um zehn neue Songs. Hier geht es auch um eine Band, die sich als Einheit wiedergefunden hat.

Thommy am Mikrofon, Bernie und Manni an den Gitarren, Mika am Bass und Tobi am Schlagzeug gehen entsprechend mit viel Energie ans Werk. Und man hört diesem Album tatsächlich an, dass die Songs nicht einfach irgendwie zusammengebaut wurden. Laut Band ist noch kein Album so sehr aus gemeinsamer Arbeit, Diskussionen und gemeinsamen Ideen entstanden. Genau das macht „Godslave“ interessant.

Kein vorsichtiger Neustart

Mit „Reset, Rebuild, Reclaim“ geht es gleich einmal ordentlich zur Sache. Der Titel beschreibt eigentlich schon ziemlich gut, was hinter dieser Platte steckt. Zurücksetzen, neu aufbauen und sich das Eigene zurückholen. Musikalisch gibt es dabei keine großen Umwege. GODSLAVE bleiben dem Thrash Metal treu und setzen auf druckvolle Gitarren, einen kräftigen Rhythmus und ordentlich Vorwärtsdrang.

„A Future In Motion“ führt diesen Weg weiter, wirkt dabei aber etwas offener. Die Saarländer verlassen ihre Komfortzone nicht, sorgen aber dafür, dass die Platte nicht von Anfang bis Ende nach demselben Schema klingt. Genau das tut dem Album gut.

„Repaid In Kind“ legt wieder eine Schippe drauf. Hier kommt die aggressive Seite der Band stärker zum Vorschein, ohne dass der Song in blindes Geschwindigkeitsgebolze abrutscht. Auch „Part Of The Pack“ funktioniert über seine Energie und das Zusammenspiel der fünf Musiker. Gerade bei solchen Nummern merkt man, dass GODSLAVE vor allem als Band funktionieren wollen.

„Square One“ nimmt den Gedanken des Neubeginns noch einmal auf. Gleichzeitig zeigt sich hier eine Stärke der Platte. Die Songs sind zwar eindeutig im Thrash Metal zu Hause, wirken aber nicht wie eine reine Pflichtübung für Genre-Puristen.

Mit „The Road Not Taken“ wird es anschließend etwas abwechslungsreicher. Der Song lässt sich mehr Zeit für seine Entwicklung und bringt damit eine andere Farbe ins Album. Das ist auch nötig, denn bei zehn Thrash-Metal-Tracks kann es schnell passieren, dass sich einzelne Stücke gegenseitig überholen. GODSLAVE umgehen diese Falle zumindest über weite Strecken.

Zwischen Wut und Zusammenhalt

„And Yet I Stand“ gehört zu den Titeln, bei denen der persönliche Hintergrund der Platte besonders gut mitschwingt. Natürlich muss man nicht jede Zeile als direkte Abrechnung mit der Vergangenheit verstehen. Trotzdem hat der Song eine gewisse Haltung. Da steht eine Band, die einiges hinter sich hat und trotzdem wieder auf der Bühne beziehungsweise im Studio steht. Und genau diese Haltung zieht sich durch das Album.

Mit „Let The Fire Come“ wird es wieder deutlich härter. Die Gitarren drücken nach vorne, Bass und Schlagzeug halten das Ganze zusammen und Thommy sorgt am Mikrofon für die nötige Aggressivität. Der Song besitzt diese gewisse Live-Energie, bei der man sich durchaus vorstellen kann, dass im Publikum nicht lange stillgestanden wird.

„The Sum Of All Wouds“ schlägt danach wieder eine etwas andere Richtung ein. Der Titel selbst wirkt bereits nachdenklicher, und auch musikalisch bekommt der Song etwas mehr Raum. Trotzdem verliert GODSLAVE hier nie den roten Faden.

Zum Schluss wartet mit „The Fire That Calls Me“ noch einmal ein Stück, das den Grundgedanken der gesamten Platte gut zusammenfasst. Feuer, Leidenschaft, Weitermachen. Nach allem, was hinter der Band liegt, passt das ziemlich gut.

Ein Album mit Geschichte

„Godslave“ ist kein Album, mit dem die Saarländer den Thrash Metal neu erfinden wollen. Dafür braucht es auch keine großen Experimente. GODSLAVE wissen, was sie können, und konzentrieren sich auf ihre Stärken.

Das funktioniert vor allem deshalb so gut, weil die Platte nicht steril wirkt. Man hat eher das Gefühl, dass hier tatsächlich fünf Musiker gemeinsam an Songs gearbeitet haben und nicht fünf einzelne Beiträge irgendwann zu einem Album zusammengefügt wurden. Die Gitarren tragen viel von der musikalischen Handschrift, während Bass und Schlagzeug für den nötigen Druck sorgen. Darüber liegt Thommy mit einem Gesang, der den Songs die passende Schärfe verpasst.

Natürlich gibt es auf „Godslave“ auch Stücke, die etwas länger brauchen, bis sie wirklich hängen bleiben. Nicht jeder Song besitzt denselben Wiedererkennungswert. Dafür funktioniert das Album als Ganzes ziemlich gut.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis nach dieser langen Pause, GODSLAVE klingen wieder wie eine Band, die wirklich etwas zu sagen und vor allem wieder etwas gemeinsam zu erreichen hat.

„Godslave“ ist ein ehrliches Thrash-Metal-Album geworden. Keine übertriebene Selbstdarstellung, kein Versuch, plötzlich jemand anderes zu sein. Stattdessen gibt es zehn Songs, die zeigen, wo GODSLAVE musikalisch stehen und wohin sie nach den vergangenen Jahren wollen.

Die Platte hat Druck, Energie und Charakter. Vor allem aber besitzt sie eine Geschichte, die man beim Hören zumindest erahnen kann. Nach einer schwierigen Phase haben sich die fünf Saarländer wieder zusammengerauft und daraus ein Album gemacht, das diesen Neubeginn ziemlich passend widerspiegelt.

Nicht alles bleibt gleich stark im Ohr, aber die Qualität stimmt über weite Strecken. Wer auf modernen Thrash Metal steht und dabei nicht zwingend eine Hochgeschwindigkeitsattacke nach der anderen braucht, bekommt mit „Godslave“ ein ordentliches Stück deutscher Thrash-Kost.

Fazit: GODSLAVE sind zurück. Und diesmal klingt es tatsächlich so, als wollten sie bleiben.

Internet

GODSLAVE - Godslave - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.