Tracklist
01. Embers of Existence
02. The Archaea Paradox
03. Temporal Sands
04. Idols of Bone
05. Paralogs
06. Metempsychosis
07. River of the Eternal Mind
08. Epistatic Drift
09. Legacy of Light
10. The Maw of Recursion
11. Orthologs
Besetzung
Reggie Lewis – Bass
Jesse Blanchette – Guitars
Chris Ramusiewicz – Guitars
John LeBlanc – Vocals
Marc Brennan – Drums
Nach über fünf Jahren Stille melden sich GRAVEBORN mit ihrem fünften Studioalbum »Metempsychosis« zurück. Die Band um Reggie Lewis am Bass, Jesse Blanchette und Chris Ramusiewicz an den Gitarren, John LeBlanc am Gesang und Marc Brennan an den Drums hat seit »Transmigrator« an einem Sound gearbeitet, der aggressiv, komplex und zugleich atmosphärisch ist. Fans von Deathcore und technischer Progressivität finden hier ein Sammelsurium aus Dissonanz, Tempowechseln und melodischen Momenten.
Aggression trifft Präzision
Schon der Opener »Embers of Existence« setzt den Ton an, polyrhythmische Drums, zersplitterte Gitarrenriffs und ein vokales Spiel zwischen Growls und kreischenden Ausbrüchen. GRAVEBORN zeigen sich hier wie eine Schnittstelle zwischen den experimentellen Zerstörern CAR BOMB und THE TONY DANZA TAPDANCE EXTRAVAGANZA und Bands, die Melodie nicht scheuen wie FALLUJAH oder RIVERS OF NIHIL. Das Ergebnis wirkt weder beliebig noch aufgeblasen, es ist präzise komponierte Aggression.
Komplexe Strukturen und Zeitspiele
Tracks wie »The Archaea Paradox« oder »Temporal Sands« zeugen von einem feinen Gespür für rhythmische Komplexität. Ungewöhnliche Taktarten, abruptes Bremsen und Beschleunigen sowie dissonante Harmonien schaffen eine permanente Spannung. Dabei verliert GRAVEBORN nie den melodischen Faden. Leadgitarren und subtile Harmonien schimmern durch das dichte Geflecht, ohne die rohe Energie zu mildern.
Zwischen Melancholie und Wucht
Mit »Idols of Bone« und »Paralogs« zeigt sich die Band von einer fast schon nachdenklichen Seite. Ambient-ähnliche Gitarrenflächen und minimalistische Drumarrangements eröffnen Momente der Melancholie, bevor die nächsten Attacken aus dem Deathcore-Repertoire einsetzen. Diese Balance zwischen Wucht und Zerbrechlichkeit macht »Metempsychosis« hörenswert, weil die Platte nicht nur körperlich, sondern auch emotional anspricht.
Titeltrack und Konzept
»Metempsychosis«, der Titeltrack, ist ein zentrales Stück des Albums. Er zieht sich über acht Minuten, verschachtelt komplexe rhythmische Passagen und melodische Entwicklungen und vermittelt dabei ein Gefühl von Kreislauf und Transformation – passend zum Albumtitel. Themen wie Vergänglichkeit, Wiedergeburt und die zyklische Natur der Existenz werden hier musikalisch umgesetzt, ohne dass die Lyrics belehrend wirken.
Weiterführende Experimente
»River of the Eternal Mind« und »Epistatic Drift« treiben den experimentellen Aspekt weiter voran. Hier wechselt die Band zwischen doomigen Breakdowns und technischen Gitarrenläufen, während der Bass von Lewis wie ein pulsierender Motor unter allem liegt. »Legacy of Light« öffnet Räume für atmosphärische Gitarrenflächen, die den Hörer kurz atmen lassen, bevor »The Maw of Recursion« wieder die volle Härte entfesselt.
Technische Meisterleistung
»Orthologs«, der Abschluss des Albums, bündelt noch einmal alles! Präzise Drums, verschlungene Gitarren, packender Gesang. Jeder Musiker zeigt hier seine technische Finesse, ohne dass der Song überfrachtet wirkt. Das Album endet mit einem Gefühl von Abschluss und Kreislauf, fast wie eine musikalische Wiedergeburt.
»Metempsychosis« ist kein einfaches Album, aber ein lohnendes. GRAVEBORN kombinieren technische Brutalität mit melodischem Feingefühl und setzen Maßstäbe im modernen Deathcore. Wer sich auf die unvorhersehbaren Strukturen einlässt, wird reich belohnt. Trotz kleiner Längen in einigen Tracks bleibt die Spannung hoch, und die Kombination aus Wucht, Präzision und atmosphärischer Tiefe rechtfertigt die 4 von 5 Punkte.
Fazit: Nach einer mehrjährigen Pause schlagen GRAVEBORN mit »Metempsychosis« ein beeindruckendes Kapitel auf.

