Band: KAMELOT 🇺🇸
Titel: Dark Asylum
Label: Independent
VÖ: 28/08/26
Genre: Progressive/Melodic Power Metal

Tracklist

01. Sanctorium
02. Ashen World (feat. Ignacia Fernández)
03. ⁠Dark Asylum
04. Sanctuary (feat. Clémentine Delauney & Ignacia Fernández)
05. Nocte Veritas
06. One Last Masquerade (feat. Tobias Sammet)
07. ⁠Ivy, My Dear
08. Godlike Alchemy
09. The Sleeping Mind (Orphic Paradigm)
10. Kaleidoscope
11. Enigma (Think of Me)
12. Cassandra’s Disease
13. Beneath the Moon (Tunglið) (feat. Rannveig Sif Sigurðardóttir, Sólveig Sara Leupold, Lea-Sophie Fischer)
14. ⁠The Puppet King
15. ⁠Sanctum Requiem

 

Besetzung

Tommy Karevik – Vocals
Thomas Youngblood – Guitars
Oliver Palotai – Keyboards
Sean Tibbetts – Bass Guitar
Alex Landenburg – Drums

 

Bewertung:

5/5

Dunkle Klangwelten mit ganz großer Geste

KAMELOT muss man im Symphonic- und Power-Metal eigentlich niemandem mehr vorstellen. Seit Jahren steht die Band für eine Mischung aus großen Melodien, orchestralen Arrangements, progressiven Momenten und einer gehörigen Portion Drama. Genau diese Zutaten finden sich auch auf „Dark Asylum“, dem mittlerweile 14. Album der internationalen Formation.

Tommy Karevik am Mikrofon, Thomas Youngblood an der Gitarre, Oliver Palotai an den Keyboards, Sean Tibbetts am Bass und Alex Landenburg am Schlagzeug bilden das aktuelle Line-up. Hinter den Reglern sitzt mit Sascha Paeth ein Produzent, der KAMELOT bestens kennt. Paeth hat die Band bereits über Jahre begleitet und übernimmt auch diesmal die Produktion, ergänzt um zusätzliche Gitarren. Für Mix und Mastering zeichnet Jacob Hansen verantwortlich.

Was dabei herausgekommen ist, klingt vom ersten Moment an nach KAMELOT, wirkt aber keineswegs wie eine Wiederholung alter Erfolgsrezepte.

Wenn Melodie auf Dunkelheit trifft

Bereits „Sanctorium“ legt mit seinem kurzen Intro die passende Stimmung vor. Es dauert nicht lange, bis „Ashen World“ übernimmt und das Album seine eigentliche Richtung vorgibt. Gemeinsam mit Ignacia Fernández entsteht ein Stück, das zwischen orchestraler Breite und metallischer Härte pendelt. Kareviks Stimme sitzt dabei genau dort, wo sie hingehört. Kraftvoll, sauber und trotzdem emotional genug, um den Songs Leben einzuhauchen.

Der Titelsong „Dark Asylum“ geht anschließend etwas härter zur Sache. Die Gitarren stehen stärker im Vordergrund, während die Keyboards für die typisch düstere KAMELOT-Atmosphäre sorgen. Der Song lebt dabei nicht nur vom Refrain. Gerade die Übergänge und kleinen Tempowechsel machen ihn interessant.

„Sanctuary“ gehört zu den Stücken, bei denen KAMELOT ihre Vorliebe für große Inszenierungen voll ausspielen. Clémentine Delauney und Ignacia Fernández sorgen gemeinsam mit Karevik für einen mehrstimmigen Gesang, der stellenweise fast schon opernhaft wirkt. Trotzdem kippt der Song nie in übertriebenes Pathos. Das ist bei dieser Art von Musik durchaus eine Kunst.

Gäste, die tatsächlich etwas beitragen

Auch „One Last Masquerade“ hat mit Tobias Sammet einen prominenten Gast an Bord. Interessant ist vor allem, dass Sammet nicht einfach als Name auf der Gästeliste auftaucht. Seine Stimme funktioniert innerhalb des Songs und gibt dem Stück eine zusätzliche Kante. Musikalisch bleibt die Nummer klar im KAMELOT-Kosmos, bekommt durch den Wechsel der Stimmen aber einen eigenen Charakter.

Danach wird es stellenweise etwas anspruchsvoller. „Ivy, My Dear“ und „Godlike Alchemy“ zeigen die progressive Seite der Band, ohne daraus eine technische Leistungsschau zu machen. Genau das gefällt. KAMELOT können kompliziert schreiben, vergessen dabei aber nicht, dass ein Song am Ende auch funktionieren muss.

„The Sleeping Mind (Orphic Paradigm)“ fällt durch seine Atmosphäre auf. Der Song braucht nicht ständig den großen Ausbruch, sondern arbeitet stärker mit Spannung und Dynamik. „Kaleidoscope“ setzt dagegen wieder auf eingängige Melodien, bevor „Enigma (Think of Me)“ einen dieser Refrains liefert, die sich nach dem ersten Hören ziemlich hartnäckig im Kopf festsetzen.

Vielschichtig bis zum letzten Ton

Mit „Cassandra’s Disease“ wird es wieder düsterer. Danach folgt mit „Beneath the Moon (Tunglið)“ einer der atmosphärischsten Momente des Albums. Rannveig Sif Sigurðardóttir, Sólveig Sara Leupold und Lea-Sophie Fischer verleihen dem Stück zusätzliche Tiefe. Gerade hier wird deutlich, wie wichtig die Stimmen und Chorelemente für den Gesamtsound von KAMELOT sind.

„The Puppet King“ zieht anschließend noch einmal deutlich an. Die Gitarren bekommen mehr Gewicht, Landenburg treibt den Song mit präzisem Schlagzeugspiel nach vorne und Palotai sorgt gleichzeitig dafür, dass die symphonische Ebene nicht verloren geht.

Den Abschluss bildet „Sanctum Requiem“. Ein passender Titel für einen Song, der das Album nicht einfach beendet, sondern die zuvor aufgebaute Atmosphäre noch einmal bündelt. Danach bleibt tatsächlich das Gefühl zurück, gerade ein ziemlich großes musikalisches Gesamtwerk gehört zu haben.

„Dark Asylum“ funktioniert vor allem deshalb so gut, weil KAMELOT ihre Stärken nicht künstlich aufblasen müssen. Die Band weiß genau, wie ein großer Refrain funktioniert, wann ein Orchesterarrangement Sinn ergibt und wann ein Song einfach etwas Raum zum Atmen braucht. Karevik singt souverän, Youngblood liefert starke Gitarrenarbeit und das Zusammenspiel der gesamten Band wirkt ausgesprochen geschlossen.

Natürlich ist das keine Platte für Hörer, die mit Symphonic Metal, großen Arrangements oder dramatischen Geschichten wenig anfangen können. Wer allerdings genau diese Mischung sucht, bekommt hier reichlich Futter.

KAMELOT haben mit „Dark Asylum“ kein Album aufgenommen, das sich anbiedert oder krampfhaft modern wirken möchte. Stattdessen gibt es fünfzehn Songs voller Melodie, Atmosphäre, Härte und Theatralik. Mal bombastisch, mal überraschend zurückhaltend, aber fast immer mit einem klaren Gespür dafür, was einen guten KAMELOT-Song ausmacht.

Für mich gehört „Dark Asylum“ damit zu den Alben, bei denen die fünf Sterne nicht lange diskutiert werden müssen. Die Platte hat genug Substanz für mehrere Durchläufe und gleichzeitig genügend große Momente, die sofort hängen bleiben.

Fazit: „Dark Asylum“ ist ein weiteres Meisterwerk in der Karriere von KAMELOT.

Internet

KAMELOT - Dark Asylum - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.