Tracklist
01. Daisies
02. Cherries
03. Oxygen
04. Jeanet
05. Numb TV Superstar
06. Solar Death
07. AutoGuard
08. Planets
09. Ghost
10. Clockworks
11. Windhunter
Besetzung
Markus Skye – vocals, guitars, synthesizer, programming
Klangkosmos zwischen Metal, Shoegaze und Elektronik
LANTLOS ist längst kein Geheimtipp mehr, doch mit »Nowhere in Between Forever« zeigt Markus Skye, wie vielseitig Post-Metal und Shoegaze klingen können. Allein verantwortlich für Gesang, Gitarre, Synthesizer und Programmierung, erschafft Skye eine dichte Klangwelt, die gleichzeitig episch und introspektiv wirkt. Unterstützt wird er auf einigen Tracks von Jan Kerscher, der zusätzliche Aufnahmen beisteuerte. Das Ergebnis ist ein Album, das Metal, Rock, elektronische Elemente und atmosphärische Klanglandschaften verschmilzt.
Das Album eröffnet mit »Daisies«, einer Mischung aus schwebenden Synthesizern und treibenden Gitarrenriffs. Bereits hier wird klar, dass LANTLOS nicht nur auf Lautstärke setzt, sondern auf Spannungsaufbau und Dynamik. »Cherries« folgt mit einem verträumten, fast hypnotischen Groove, bevor »Oxygen« den Hörer in dunklere, melancholische Gefilde entführt. Jeanet besticht durch experimentelle Soundschichten, die eine beinahe filmische Intensität erzeugen.
»Numb TV Superstar« punktet mit kantigen Gitarren und elektronischen Effekten, die eine leicht dystopische Stimmung aufbauen. »Solar Death« klingt wie ein wuchtiger Post-Metal-Tsunami, während »AutoGuard« die elektronische Seite der Band stärker betont. Mit »Planets« gelingt Skye ein Track, der Science-Fiction-Ästhetik mit organischen Instrumenten kombiniert. »Ghost« und »Clockworks« setzen auf hypnotische Wiederholungen, bevor »Windhunter« das Album mit einem atmosphärischen, fast schwebenden Finale ausklingen lässt.
Produktion und Sound
Die Produktion ist bemerkenswert. Skye nahm den Großteil des Albums in seinem Home Studio in Bonn auf, während Jan Kerscher einige Tracks bei Ghost City Recordings in Röttenbach ergänzte. Der Mix, ebenfalls von Skye selbst, sorgt dafür, dass jede Klangschicht ihren Raum bekommt, ohne dass die Dynamik verloren geht. Das Mastering durch Philipp Welsing in Hamburg bringt die Details zum Glänzen, von den subtilen Synth-Linien bis zu den druckvollen Gitarrenriffs.
Die Mischung aus organischen Instrumenten und elektronischen Texturen ist äußerst präzise. Jeder Song wirkt durchkomponiert, die Übergänge zwischen ruhigen und aggressiven Passagen sitzen punktgenau. Es ist ein Album, das beim wiederholten Hören neue Nuancen offenbart.
Genre-Mix und Atmosphäre
»Nowhere in Between Forever« lebt von seinem Genre-Mix. Post-Metal trifft Shoegaze auf elektronische Untertöne, manchmal driftet die Musik fast in Ambient-Bereiche. Die Vocals von Skye sind klar und ausdrucksstark, sie tragen die Texte, ohne die Instrumentierung zu überlagern. Besonders auffällig ist die Art, wie Skye Spannung aufbaut. Sanfte, fast fragile Momente wechseln sich mit wuchtigen Crescendos ab, wodurch ein cineastischer Eindruck entsteht.
Tracks wie »Planets« oder »Jeanet« zeigen, dass LANTLOS nicht nur auf Metal-typische Lautstärke setzt, sondern ein feines Gespür für Melodie, Raum und Textur hat. Selbst in den härteren Passagen bleibt die Musik subtil und nuanciert.
Mit »Nowhere in Between Forever« liefert LANTLOS ein Album, das Post-Metal neu definiert. Es ist komplex, vielschichtig und emotional dicht. Markus Skye zeigt sein Talent sowohl als Musiker als auch als Produzent. Die Balance zwischen Rohheit und Eleganz, zwischen Gitarre und Elektronik, gelingt durchgehend.
Die Albumgestaltung, die atmosphärische Tiefe und die sorgfältige Produktion machen das Werk zu einem Highlight im aktuellen Post-Metal-Segment. LANTLOS demonstriert hier eindrucksvoll, dass Metal nicht nur laut, sondern auch kunstvoll, introspektiv und weitläufig sein kann.
Fazit: LANTLOS bleibt mit »Nowhere in Between Forever« seinem experimentellen Ansatz treu und schafft es, ein Album zu liefern, das sowohl atmosphärisch als auch kraftvoll ist.

