Tracklist
01. Moon
02. Heroine
03. Goat
04. Human race kills
05. Chasm
Besetzung
Sofia Bortoluzzi – Vocals
Clément Bernard – Guitars, Classic guitar
Brice Bouchard – Bass, Doublebass
Etienne Cochin – Guitars
Alexis Damien – Drums, Synths
Cinematic Progressive Metal – das ist der Stil von NO TERROR IN THE BANG, wie sie ihn selbst definieren. Man würde Progressive Metalcore sagen, Alternative Metal wäre auch eine gute Charakterisierung – diese Genre-Klassifizierungen können tricky sein und eigentlich manchmal nutzlos, solange die Musik etwas bringt. Nach hochgelobten ersten zwei Alben präsentieren die Franzosen jetzt eine neue EP, „Existence„, eine weitere Exploration ihrer typischen Klanglandschaft, während sie auch neue Einflüsse ihre Musik durchdringen lassen.
Melodischer Start mit eingängigen Momenten
Das Album startet plötzlich und ziemlich aggressiv, doch sofort beruhigt sich „Moon“ und geht in delikate melodische Klanglandschaften. Clean Vocals alternieren mit kürzeren Ausbrüchen von Härte, stilistisch näher an Metalcore als Progressive Metal, melodisch und mit sehr modernem Sound und Ansatz. Ziemlich minimale Instrumentierung, nicht die permanenten Arpeggios, die man erwartet, nur kurze Explorationen in komplexere Sounds – besonders Gitarren halten eine Verbindung zu leicht Prog-Richtung. Ein melodischer Start mit eingängigen Momenten, eine schöne Melodie.
NO TERROR IN THE BANG kommen aus Rouen, Normandie. Interessant – der Bandname stammt aus einem Zitat von Alfred Hitchcock: „There is no terror in the bang, only in the anticipation of it.“ 2019 gegründet, haben sie auf der EP folgendes Lineup: Sofia Bortoluzzi – Vocals, Alexis Damien – Drums und Synths, Etienne Cochin – Gitarren, Clément Bernard – Gitarren, klassische Gitarre und Brice Bouchard – Bass, Kontrabass.
Melancholische und sensible Musik kommt in „Heroine“ – Akustikgitarren und delikate Vocals. Doch wie erwartet verwandelt sich das in aggressiveren Sound mit soliden Riffs und gutem Rhythmus. Nervöse Energie-Ausbrüche und permanente Wechsel zwischen Melodie und Raserei. Ein moderner Ansatz, in dieser Erscheinung verzichten sie meist auf die progressiven Elemente – der Sound bleibt schwer und aggressiv in den Versen und melodisch im Refrain. Auch ein guter Song, viel direkter als der Opener.
Klare Produktion erfasst alle Stile perfekt
Die Produktion ist sehr gut, klar und erfasst sehr gut alle Charakteristiken aller Stile, die in NO TERROR IN THE BANG Musik involviert sind. Auf der EP hat jeder Song seine eigene Individualität, bilden alle zusammen eine kohärente Einheit. Man sollte mehr Akzent in eine oder andere stilistische Richtung erwarten, am Ende hat die Produktion einen sehr guten Job gemacht.
Schreie und Shouts bringen eine andere Klanglandschaft in „Goat„, mit noch mehr Kontrast zwischen den zwei so unterschiedlichen Facetten der Band – die Schreie sind noch aggressiver, und die langsamen und sensiblen Teile sind fast ruhig und harmonisch. Nicht so eingängig wie andere Songs, mehr wie eine Übung der Gegensätze, technisch beeindruckend allerdings.
Moderner Sound kommt mit „Human race kills“ und auch experimentell – simple Komposition, gute Riffs, verzweifelte Schreie. Die Vocals von Sofia Bortoluzzi dominieren wieder den Sound, wie sie es auf fast dem gesamten Album taten. Doch wie der Titel suggerieren mag, ein Song, der mehr die aggressive Seite der Band ausdrückt – dunkel, erdrückend auf einigen Passagen, und ein weiterer Song, der mit dem technischen Ansatz beeindruckt. Der aggressivste Song des Albums, ein mutiger Schritt in diese Richtung von der Band.
Sehr sensibel wieder die Eröffnungsakkorde in „Chasm“ – langsame Musik mit nur spärlichen Noten von Lead-Gitarre, das Gegenteil kommt. Neben Metalcore-Elementen haben wir einen Hauch Post-Metal, ein weiterer Song, der die zwei Welten nahtlos kombiniert – dunkler, nicht so melancholisch, ein guter Abschluss-Song des Albums.
Jinjer-Parallelen unvermeidlich
Eine Parallele zu Jinjer ist unvermeidlich – sie sind so nah im Sound, im Ansatz, Songwriting und Technik, mit NO TERROR IN THE BANG vielleicht mehr melodischen Momenten, sind sie leicht softer. Sicher, das sind Nuancen. Gute Kompositionen, mit genug Melodie, um attraktiv zu sein für Hörer, die eine softere Art Metal-Musik bevorzugen, auch genug kraftvolle Passagen, um als Gesamtwerk interessant zu sein.
Man versteht etwas ziemlich Anderes unter Progressive Metal – hier haben wir etwas anderes stilistisch. Doch das, wie bereits gesagt, spielt keine Rolle. „Existence“ ist ein kurzes Werk, das es schafft, Stile und Genres auf kohärente Weise zu kombinieren und als Resultat gute Musik hat. Die EP bringt Sensibilität und Furie zusammen, Melodie und Dissonanz. Sehr moderne Art von Metal, berührt im Hörer sowohl den sensiblen Teil als auch den aggressiven. Eine Empfehlung für die Fans des Genres.
Fazit: NO TERROR IN THE BANG kombinieren mit ‚Existence‘ Melodie und Aggression – technisch beeindruckend, modern und kohärent.

