RIKET – 2026

RIKET - 2026 - album cover

Band: RIKET 🇸🇪
Titel: 2026
Label: Black Lion Records
VÖ: 10/04/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. 1868: Sommar vid Vinterviken
02. 1867: Storsvagåret
03. 1965: Höghus och kultur
04. 1948: Att döda ett barn
05. 1885: Dödsdansen (i månskensnatten)
06. 1897: Mot polen
07. 1991: 2000 år (Saliga äro de tålmodiga)
08. 1937: Lågor vid portarna
09. 2009: Alla ska i jorden (Stefan Sundström cove

 

Besetzung

Johan “Flid” Fridell – vocals
Tobias Jakobsson – guitars
Jussi Niiranen – guitars
Micke André – bass and backing vocals
Felix Wahlund – drums

 

Bewertung:

4,5/5

Ein Debüt, das Geschichte zerschmettert

RIKET betreten die Szene mit einer Wucht, die nur selten einem Debüt vorbehalten ist. Gegründet von Johan “Flid” Fridell (Vocals), Tobias Jakobsson (Gitarre), Jussi Niiranen (Gitarre), Micke André (Bass & Backing Vocals) und Felix Wahlund (Drums), zeigt die Band auf »2026« sofort, wohin ihre Reise geht. Neun Tracks, neun historische Kapitel, die in brutaler, atmosphärischer Death-Metal-Pracht erzählt werden.

Historische Katastrophen in neun Kapiteln

Schon der Opener »1868: Sommar vid Vinterviken« schlägt mit einem dunklen, fast melancholischen Riff ein. RIKET schaffen es, die Geschichte nicht nur zu erzählen, sondern sie musikalisch zu verinnerlichen: Jeder Akkord, jeder Blastbeat trägt das Gewicht vergangener Zeiten. »1867: Storsvagåret« zieht diese Linie weiter, dicht und bedrückend, während die Gitarren Jakobssons und Niiranens zwischen zerrissener Aggression und melodischem Unterton balancieren.

Mit »1965: Höghus och Kultur« verschiebt die Band das Setting, doch die Intensität bleibt. Hier zeigt sich, wie RIKET die Schwelle zwischen klassischem Death-Metal und atmosphärischer Erzählkraft überschreiten. Der Bass von Micke André drückt den Sound nach unten, während Flids Stimme als unbarmherziger Chronist die Szenen untermalt. »1948: Att döda ett barn« ist ein Höhepunkt des Albums, roh, verstörend und eindringlich, ein Stück, das sich tief einprägt.

Handwerk und Produktion

Aufgenommen und produziert von Sverker Widgren in den Wing Studios, klingt »2026« weder überladen noch steril. Jeder Schlag von Felix Wahlunds Drums sitzt perfekt, ohne die klaustrophobische Dichte zu verlieren. Das Mix-Verhältnis zwischen Gitarren und Vocals ist ausgewogen, die Soundlandschaften eröffnen Raum, ohne die Aggression zu schmälern. Axel Torvenius’ Artwork spiegelt das wider! Düster, bedrückend, ein visueller Spiegel für das, was musikalisch auf die Hörer wartet.

Überraschende Wendungen

RIKET verlässt sich nicht nur auf konventionelle Songstrukturen. »1885: Dödsdansen (i månskensnatten)« kombiniert stampfende Midtempo-Passagen mit überraschenden Tempowechseln, die die Spannung konstant halten. »1897: Mot polen« hingegen driftet in epische Breite, die Gitarren weben ein eisiges Panorama. »1991: 2000 år (Saliga äro de tålmodiga)« zeigt die Band in einem fast hymnischen Modus, ohne die aggressive Kante zu verlieren.

Den Abschluss bildet »2009: Alla ska i jorden«, ein Cover von Stefan Sundström, dass die Härte des Albums auf eine unerwartete Weise kontrastiert. Es ist ein mutiger Schachzug, der die Vielschichtigkeit von RIKET unterstreicht, brutal, narrativ, musikalisch ambitioniert.

»2026« ist ein Debüt, das sich in Erinnerung brennt. RIKET beweisen, dass Death-Metal nicht nur ein Genre der Aggression ist, sondern darüber hinaus ein Medium für Geschichten und historische Reflexion. Die Band zeigt ein beeindruckendes technisches Niveau, gepaart mit einem Gespür für Atmosphäre und Dramaturgie. Mit 4,5 von 5 Punkten setzt »2026« Maßstäbe und macht neugierig auf die Zukunft der Band.

RIKET haben es geschafft, ein Album zu schaffen, das sowohl eingefleischte Metal-Fans als auch Hörer, die Geschichten durch Musik erleben wollen, fesselt. Jede Note, jeder Song, jede Passage wirkt bewusst gesetzt, das Ergebnis ist ein Debüt, das inhaltlich wie musikalisch nachhaltig beeindruckt.

Fazit: »2026« von RIKET ist mehr als nur ein musikalisches Werk, es ist eine düstere Chronik menschlicher Katastrophen, verpackt in schwere Riffs und atmosphärische Klangwelten.

Internet

RIKET - 2026 - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

Related Articles

- Advertisement -spot_img

Latest Articles