Band: Anaal Nathrakh
Titel: Passion
Label: Candlelight Records
VÖ: 2011
Genre: Black Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Much

Anaal Nathrakh waren und sind für mich seit jeher ja eine musikalische Ausnahmeerscheinung die ihresgleichen sucht. Während Trends kommen und gehen, bleibt sich das Duo Dave Hunt und Mike Kenney auch mit deren sechstem Album „Passion“ treu. Passioniert, ja, das ist der treffende Ausdruck für diese erstklassige Komposition aus dem Chaotischen und Widerwärtigen des Grindcore, der düsteren Electronica des Industrial sowie dem Menschenhass und der rasenden Wut des Black Metals.

Grenzüberschreitend, pervers, verstörend, ekelhaft, rücksichtslos, brutal und noch vieles mehr sind Wörter die mir einfallen um das hier Dargebotene zu umschreiben.
Nichts für blumige Gemüter oder gottesfürchtige Personen – diese Musik ist der blinde Hass, der ultimative Tritt in die Leistengegend für jeden Menschenfreund und Übergebliebenen der 69er Generation.

Bereits „Volenti Non Fit Iniuria“ lässt nach einem kurzen Gitarren-Intro keine Zweifel mehr offen. Die Erde, wie wir sie kennen, ist mitsamt ihrer Bevölkerung dem Untergang geweiht. Kulturen werden in Vergessenheit geraten, die dekadente Menschheit verfällt sukzessive dem Wahnsinn. Es gibt keinen Ausweg. Musikalisch wird überwiegend im gehobenen Tempo gewerkelt. Für die gesamte Instrumentalisierung zeigt sich hierbei Mike Kenney verantwortlich. Nicht nur Gitarre und Schlagzeug sondern auch mit Keyboard und Synthesizern weiß der Herr umzugehen. Neben brutalen Schlagzeugattacken und diabolischen Gitarrenläufen machen auch die vereinzelten elektronischen Klänge eine verdammt gute Figur. Dave Hunt alias V.I.T.R.I.O.L, der es mit seinem Gesangsorgan versteht, Spannung aufzubauen und Stimmung zu erzeugen, beweist auf’s neue, dass ihm am Mikrofon so schnell keiner etwas vormacht. Vielseitig wie kaum ein anderer, kotzt er sich die Seele aus dem Leib, trägt mittels erhabenem Klargesang theatralische Refrains vor oder grunzt unverständliche Laute die aus totgeglaubten Sprachen stammen könnten.

Wie schon auf dem 2007er Werk „Hell is Empty, and all the Devils are here“ hat auch auf „Passion“ ein Stück mit deutschem Titel den Weg auf die Platte gefunden. Gerade „Tod Hütet Übel“ überzeugt mich persönlich ganze besonders aufgrund von Text und dem außergewöhnlich garstigen Gesang, der teilweise in deutscher Sprache vorgetragen wird und furchteinflößend schmerzerfüllt wirkt.

Es ist außerordentlich schwierig dieses Album angemessen zu beschreiben da es enorm viele kleine Details und Facetten aufweist, die sich einem erst nach mehrmaligem Durchhören zur Gänze erschließen. Die zehn Stücke künden von großem bevorstehendem Unheil, prangern die Menschheit ob ihrer verachtenswerten Natur an, verspotten sämtliche Götter der Weltreligionen. „Passion“ ist ein Album voller Apathie, Hass, Depression, Wahnsinn und Verachtung.

Anspieltips: „Volenti Non Fit Iniuria“, „Drug-Fucking Abomination“ „Tod Hütet Übel“

Tracklist
01. Volenti Non Fit Iniuria 04:58
02. Drug-Fucking Abomination 07:27
03. Post Traumatic Stress Euphoria 01:41
04. Le Diabolique Est L’ami Du Simplement Mal 03:42
05. Locus of Damnation 01:01
06. Tod Huetet Uebel 04:14
07. Paragon Pariah 03:46
08. Who Thinks of the Executioner? 03:58
09. Ashes Screaming Silence 03:58
10. Portrait of the Artist 01:20

Besetzung
Mick Kenney
David Hunt AKA V.I.T.R.I.O.L

Internet
Anaal Nathrakh @ Myspace

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