GALIBOT – Euch’Mau Noir bis

cover artwork GALIBOT Euch'Mau Noir bis

Band: GALIBOT 🇫🇷
Titel: Euch’Mau Noir bis
Label: Les Acteurs de L’Ombre Productions
VÖ: 20/02/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Les galibots
02. Cheval de fosse
03. Courrières
04. Barbara
05. Les nords
06. Terre d’euch mau
07. Le Galibot
08. Schlamms

Besetzung

Diffamie – Vocals
BiTiDi – Vocals, Guitars, Drums
Clément Joly – Bass
Robin G. – Drums
Julian B. – Guitars

Bewertung:

4/5

Die französische Black-Metal-Band GALIBOT präsentiert mit „Euch’Mau Noir bis“ ihr Debütalbum – Black Metal, inspiriert von der Bergbaugeschichte ihrer Heimatstadt. Bei dem Album handelt es sich im Kern um ihr bereits sehr erfolgreiches EP, das um zwei neue Songs erweitert wurde und so nun als Full-Length erscheint. Das erklärt auch das „bis“ im Titel (französisch für Wiederholung, nochmals, Zugabe). Auch das Artwork bleibt dasselbe, diesmal jedoch in Rot gehalten. Eine konsequente Weiterentwicklung eines starken ersten Materials, das nun bereit ist, die Qualitäten der Band einem größeren Publikum zu zeigen.

Unter Tage: Atmosphäre als Fundament

Um die gewünschte Atmosphäre sofort zu etablieren, wird der Hörer zunächst vom Klang auf Stein einschlagender Hämmer empfangen. „Les galibots“ dient als kurzes, melodisches Intro, bevor „Cheval de fosse“ den vollständigen Einstieg in die Welt von GALIBOT markiert. Ein extrem dichtes Klangbild entfaltet sich: eine massive Soundwand, durchzogen von einer fragilen Leadgitarre, die eine tremolierte Melodielinie trägt, während die Vocals gequält, verzweifelt und schrill darüber liegen. Wut, Druck und eine deutlich wahrnehmbare melodische Linie ragen aus dem infernalischen Gesamtbild heraus und formen eine intensive, aggressive Atmosphäre.

GALIBOT wurden um 2020 im nordfranzösischen Wallers-Arenberg gegründet. Die ursprüngliche Dreierbesetzung, die auch das Album einspielte, besteht aus der Sängerin Diffamie, Bassist Clément Joly sowie BiTiDi, der Gesang, Gitarren und Schlagzeug übernahm. Um 2025, nach den Aufnahmen zum Debüt-EP, wurde die Band durch Robin G. am Schlagzeug und Julian B. als zweiten Gitarristen erweitert.

Das hohe Tempo setzt sich in „Courrières“ fort, wobei der vokale Ausdruck hier noch mehr Zorn transportiert. Die Stimme trägt wesentlich zur Wirkung des Songs bei: dämonisch, wütend, unerbittlich in ihrer Präsenz. Der Sound bleibt voll und dicht, auch wenn die Komposition bewusst einfach gehalten ist. Repetitive Riffs, atmosphärische Passagen zur Auflockerung, doch dominiert wird alles von verzerrten Gitarren, unnachgiebigem Schlagzeug und einer erdrückenden Gesamtwand, über der die Worte regelrecht ausgespien werden. Weniger melodisch als andere Stücke, dafür äußerst intensiv – ein kraftvoller Höhepunkt des Albums.

Zwischen Melancholie und Angriff

Die Produktion bewegt sich genretypisch im rohen Bereich, wirkt dabei jedoch ausgewogen. Interessant ist, dass nicht alle Songs dieselbe Klangästhetik aufweisen, was auf unterschiedliche Herangehensweisen während der Aufnahmen schließen lässt. Die Vocals, als zentrales Element des Band-Sounds, sind meist klar verständlich, gewinnen jedoch bei besonders hohen, verzweifelten Schreien deutlich an Schärfe. Charakteristisch bleibt die extrem dichte Instrumentierung, bei der alle Elemente eng miteinander verzahnt sind. Der Sound besitzt eine innere Aggression, die durch Produktion und Mix sehr treffend eingefangen wird.

Das Album bleibt seinem Ansatz treu. „Barbara“ präsentiert sich schnell, melodisch und fast melancholisch, mit rauen, infernalischen Vocals und massiver Instrumentierung. Auffällig ist hier eine komplexere Leadgitarre, die sich stärker vom rhythmischen Fundament löst. Dezente Clean-Vocals setzen zusätzliche Akzente und verstärken die melancholische Grundstimmung. „Les nords“ hingegen ist direkter und aggressiver, mit einem anderen Produktionsansatz. Dicht, wütend, nahezu pausenloser Gitarrenangriff – nur leicht melodisch, aber nicht minder überzeugend.

Alte Schule, neue Facetten

Terre d’euch mau“ zeigt sich ruhiger und rhythmischer, ohne an Intensität zu verlieren. Rasendes Schlagzeug, wechselnde Tempos und der zweite Gesang ergänzen die Hauptstimme wirkungsvoll und steigern die Verzweiflung im vokalen Ausdruck. Stark im klassischen Black Metal verankert, öffnet sich der Song in einem langsameren, atmosphärischen Mittelteil. Die Balance zwischen Aggression und Melodik gelingt hier besonders gut – komplex, überzeugend und einer der klaren Höhepunkte des Albums.

Das kurze, filmisch wirkende Intermezzo „Le Galibot“ erzeugt zwar Atmosphäre, trägt musikalisch jedoch wenig zur Gesamtentwicklung bei. „Schlamms“, der abschließende Track, bringt nochmals eine Spur Melancholie ein, bleibt im Kern aber aggressiv und von infernalen Vocals geprägt. Der Song unterscheidet sich durch eine markantere Leadgitarre und eine weniger verwaschene Instrumentierung. Zusammen mit dem Intermezzo zählt er zu den beiden neu hinzugefügten Stücken im Vergleich zum ursprünglichen EP. Unterschiede in Produktion und Ansatz sind hörbar: introspektiver, weniger bissig, aber weiterhin qualitativ überzeugender Black Metal.

Ein geschlossenes, eigenständiges Debüt

In vielerlei Hinsicht wirkt „Euch’Mau Noir bis“ frisch und eigenständig – nicht nur lyrisch, sondern auch musikalisch. GALIBOT liefern mit ihrem Debüt ein Werk, das tief im klassischen Black Metal verwurzelt ist, dabei jedoch authentische Energie und eigene Ideen transportiert. Viele starke musikalische Momente fügen sich zu einem geschlossenen, kohärenten Album zusammen. Die Leidenschaft der Band ist spürbar, ebenso ihre Fähigkeit, immer wieder zu überraschen. Eine konstante Attacke auf alle Sinne, getragen von hoher Intensität und Hingabe. GALIBOT erzählen die Geschichten der Bergleute in der Sprache des Black Metal – und „Euch’Mau Noir bis“ schafft es, den Hörer vollständig in diese Welt hineinzuziehen.

Fazit: GALIBOT verbinden Bergbau-Mythos mit dichtem Black Metal – aggressiv, geschlossen. „Euch’Mau Noir bis“ überzeugt durch Authentizität und Druck.

Internet

GALIBOT - Euch'Mau Noir bis

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