Band: Convent Guilt
Titel: Guns For Hire
Label: Cruz Del Sur
VÖ: 2014
Genre: Heavy Metal
Bewertung: 3/5
Written by: Lex

Chris Black´s Ein-Mann-Band namens High Spirits bekommen Schützenhilfe in der Wiederbelebung des ganz uralten NWOBHM, wie man es von den Tygers of Pan Tang kannte. Keine Maiden-Dudelspiralen, kein Priest-Riffing, keine Accept-Anleihen, kein Eunuchengesang, keine OhOhOh-Chöre… Das ist der gute alte Sound, der noch knietief im Hard Rock drin steckte, lang bevor der Metal ADHS und Aggressionsbewältigungsprobleme bekam. Selbstverständlich haben wir hier dem Retro-Ansatz entsprechend ein schön natürliches Soundgewand. Etwas gewollt auf Zeitreise getrimmt vielleicht, aber das ist mir immer noch lieber als irgendwelche Lautsprecher und Trommelfell zerschmetternden Hochglanzproduktionen, bei denen jeder Furz so laut und kristallklar wie möglich klingen muss. Gewollt auf Zeitreise getrimmt ist auf jeden Fall das „Vier Metaltypen reiten mit irgendwelchen Pferden durch so eine nächtliche Landschaft mit Bäumen drin“-Cover. Ich mag den Scheiß, auch wenn´s aussieht wie von einem Kind gezeichnet.

Wie bei allen derartigen Werken wird es Nörgler geben, die bei Convent Guilt nichts Neues entdecken. Aber da kommt die Theorie des Blues ins Spiel (Grob zitiert aus Verns genialem Werk Seagalogy): Man kann ihn nicht neu erfinden, sondern ihn nur nehmen wie er ist und die Hölle aus ihm heraus spielen. Ich würde sagen, das kann man auch von jeder Art traditionell gewordenen Heavy Metals behaupten. Was allerdings langweilt, sind all die zahl- und zahnlosen Formelwiederkäuer ohne persönliche Note.

Die Australier von Convent Guilt sind zum Glück darum bemüht, die Blues Theorie auf ihren Metal anzuwenden. Alle Tracks tragen eine gewisse der Band eigene Handschrift: Unbekümmerter hardrockiger Ursuppenstahl, den trotz des Spaßfaktors ein kleiner sympathischer Touch Fast Food Okkultismus umweht. Iron Benshaw´s Vocals tragen das ihre dazu bei. Wir haben hier keine große Stimme, aber eine die zu dieser Band passt und nicht drauf aus ist irgendwelche bekannten Vorbilder zu kopieren. Etwas mehr Kompetenz am Mikro könnte trotzdem nicht schaden, da ist die Konkurrenz von High Spirits um einiges stärker. Die Songs sind allesamt simpel und eingängig gestrickt, aber mit Liebe zum Detail ausgearbeitet. Lahmen Durchschnittsdreck oder Rohrkrepierer glaube ich hier nicht auszumachen, so richtig mitreißend finde ich das Ganze trotz fetter Sympathiepunkte leider auch nicht. Nach langem Hin und Her erstmal nur 3 Punkte von mir mit Tendenz nach oben. Interessantes Debut für Fans von High Spirits & Co.

Tracklist:

01. Angels In Black Leather
02. Don´t Close Your Eyes
03. Perverse Altar
04. They Took Her Away
05. Guns For Hire
06. Desert Brat
07. Convict At Arms
08. Stockade

Besetzung:

Iron Belshaw (Vocals/Bass)
Dario Lastro (Guitar)
Matty (Guitar)
Brent (Drums)

Internet:

Convent Guilt @ Facebook

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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