Tracklist
01. Slaves To Pain
02. This Is The Way
03. Horned King
04. Harvest of Souls
05. Spitting Hell
06. Black Bell
07. Fallen
08. Gravemass
09. Abandon
10. Poison Temple
Besetzung
Lorde Heathen – Vocals
Mayan Hate – Guitar
Murderer of Colonizers – Guitar
Bowels of Hell – Bass
Destroyer of Souls – Drums
Ein neuer Name im Extrem-Metal: GRAVEMASS
Fünf Musiker, Namen wie aus einem apokalyptischen Manifest und ein Sound, der sich zwischen Death-Metal, Black-Metal und modernem Deathcore bewegt. Mit ihrem Debüt »This Is The Way« legt die Band ein Album vor, das keine halben Sachen macht.
Die Besetzung liest sich wie eine Kampfansage: Lorde Heathen am Mikrofon, Mayan Hate und Murderer of Colonizers an den Gitarren, Bowels of Hell am Bass und Destroyer of Souls hinter dem Schlagzeug. Allein diese Namen lassen erahnen, wohin die Reise geht: kompromissloser Extrem-Metal mit düsterer Symbolik, aggressiver Attitüde und einem deutlichen Hang zur theatralischen Inszenierung.
Das Album wurde von Tim Creviston produziert, gemischt und gemastert, der dem Material einen massiven, modernen Klang verpasst. Das Ergebnis ist eine Produktion, die gleichzeitig roh und präzise wirkt. Die Gitarren schneiden scharf durch den Mix, während die Drums mit brutaler Klarheit knallen. Schon nach wenigen Sekunden wird klar, hier geht es nicht um Nostalgie, sondern um maximale Wucht.
Brutaler Einstieg
Der Opener »Slaves To Pain« startet ohne langes Intro direkt in ein Riffgewitter. Rasende Blastbeats, sägende Gitarren und ein Gesang, der zwischen Death-Growls und fiesem Black-Metal-Kreischen pendelt. Die Band etabliert sofort ihre DNA: Deathcore-Breakdowns treffen auf frostige Black-Metal-Atmosphäre.
Interessant ist dabei das Songwriting. Statt nur auf Geschwindigkeit zu setzen, arbeitet die Band mit vielen Tempowechseln. Gerade diese Dynamik sorgt dafür, dass die Songs nicht in einem einzigen Dauersturm verschwimmen.
Der Titeltrack als Manifest
Mit »This Is The Way« folgt der zentrale Song des Albums. Hier verbindet die Band ihre Einflüsse besonders effektiv. Ein düsteres Gitarrenmotiv zieht sich durch den gesamten Track, während der Rhythmus zwischen Midtempo-Groove und Blastbeat-Attacken schwankt. Der Refrain bleibt erstaunlich hängen. Für ein Genre, das selten mit Ohrwürmern arbeitet, ist das bemerkenswert. Gleichzeitig verliert der Song nie seine Härte.
Dunkle Ritualstimmung
Songs wie »Horned King« und »Harvest of Souls« zeigen die black-metallische Seite der Band stärker. Kalte Tremolo-Riffs und eine fast rituelle Atmosphäre erinnern an skandinavische Vorbilder, ohne zur bloßen Kopie zu werden.
»Horned King« lebt besonders von seinem bedrohlichen Aufbau. Langsame Passagen wechseln sich mit eruptiven Ausbrüchen ab. Die Gitarren wirken dabei wie ein Sturm aus Rasierklingen. »Harvest of Souls« hingegen setzt stärker auf Groove. Der Song arbeitet mit schweren, fast doomigen Riffs, die immer wieder von schnellen Attacken durchbrochen werden.
Deathcore trifft Höllenfeuer
In der Album-Mitte zieht die Band das Tempo wieder an. »Spitting Hell« und »Black Bell« sind pure Aggression. Hier kommt der Deathcore-Einfluss besonders deutlich durch. Tiefe Breakdowns treffen auf chaotische Gitarrenläufe. Der Bass von Bowels of Hell sorgt für zusätzliche Schwere im Fundament. Gleichzeitig bleibt der Sound erstaunlich transparent. Gerade im Kopfhörer zeigt sich, wie viel Detailarbeit in der Produktion steckt.
Dramatische Wendungen
Mit »Fallen« und »Gravemass« öffnet sich das Album etwas. Beide Songs setzen stärker auf Atmosphäre. Besonders »Fallen« arbeitet mit einem fast melancholischen Gitarrenmotiv, das sich langsam zu einem massiven Finale aufbaut. Der Titel »Gravemass« wirkt dagegen wie eine Art Bandhymne. Hier bündeln sich alle Elemente: rasende Passagen, wuchtige Breakdowns und düstere Melodien.
Destroyer of Souls treibt die Songs mit beeindruckender Präzision voran. Sein Schlagzeugspiel verbindet klassische Death-Metal-Blastbeats mit modernen, rhythmisch komplexen Patterns.
Düsteres Finale
Die letzten beiden Songs »Abandon« und »Poison Temple« schließen das Album mit einer besonders finsteren Stimmung ab.
»Abandon« beginnt fast langsam, bevor der Song in ein aggressives Riffgewitter kippt. Die Spannung entsteht aus dem ständigen Wechsel zwischen Ruhe und Explosion.
»Poison Temple« bildet schließlich den Abschluss. Ein schweres, fast rituelles Riff zieht sich durch den gesamten Song. Die Atmosphäre erinnert an eine dunkle Zeremonie, irgendwo zwischen Black-Metal und apokalyptischem Deathcore. Ein passender Schlusspunkt für ein Album, das sich konsequent der Dunkelheit verschreibt.
Produktion und Sound
Tim Crevistons Produktion spielt eine entscheidende Rolle. Viele moderne Extreme-Metal-Produktionen wirken steril oder überpoliert. Hier bleibt genug Rauheit erhalten, damit die Musik gefährlich klingt. Die Gitarren haben Druck, ohne den Bass zu erdrücken. Die Drums sind klar und brutal zugleich. Besonders der Gesang sitzt perfekt im Mix und verleiht den Songs zusätzliche Intensität.
Mit »This Is The Way« liefern GRAVEMASS ein starkes Debüt im Grenzbereich von Blackened-Death-Metal und Deathcore. Die Band kombiniert klassische Extreme-Metal-Elemente mit moderner Wucht und schafft dabei einen Sound, der sowohl brutal als auch atmosphärisch wirkt.
Nicht jeder Song zündet sofort, und gelegentlich bewegen sich die Strukturen nah an Genre-Standards. Trotzdem überzeugt das Album durch Energie, solides Songwriting und eine druckvolle Produktion. Für Fans von dunklem, aggressivem Extrem-Metal lohnt sich dieses Album definitiv.
Fazit: »This Is The Way« von GRAVEMASS ist ein starkes Album, das Fans von Blackened-Death-Metal und Deathcore gleichermaßen begeistern wird.

