Band: Eisbrecher
Titel: Eiszeit
Label: AFM Records
VÖ: 2010
Genre: NDH
Bewertung: 4/5
Written by: Nicole

Heute stelle ich euch die mittlerweile schon vierte Produktion der deutschen Combo Eisbrecher vor. Das neue Album nennt sich „Eiszeit“. Schon aufgrund des Namens war ich neugierig auf diese Neuerscheinung.

Ihre ganz eigene Mischung aus dunklem Rock, starkem männlichen Gesang aus der NDH-Ecke mit tiefsinnigen Texten und feinen elektronischen Elementen, die sie selbst als „elektronischen Trip-Rock“ bezeichnen, haben Alexx Wesselsky und Noel Pix auch weiterhin beibehalten und muten damit tatsächlich genauso an wie ein echter Eisbrecher: Ein solches Schiff benötigt eine ausreichende Motorleistung, um auch unter schweren Bedingungen das Weiterkommen zu sichern. Diese treibende Kraft spürt man in den Songs, die immer grooven und dank der geschickten Kombination von Beats und Bassläufen ohne Ende nach vorne treiben. Die kräftige Gitarrenfront und der starke, charakteristische Gesang, welche jedoch niemals überhand nehmen, leiten die Zuhörer sicher durch Schnee und Eis. Essentielle, aber weniger auffällige Elemente, wie die Synthesizer werden aber auf keinen Fall gefährdet oder gehen unter. Im Gegenteil, sie ergänzen das harmonische Gesamtbild.

Frauenstimmen sind bei Eisbrecher zwar eher eine Seltenheit, aber natürlich nicht verboten: auf diesem Album finden sich sogar mehrere weibliche Gesangsparts. Den ersten, sehr gelungenen Auftritt kann man bei dem Song „Bombe“ vernehmen, bei dem direkt folgenden Track „Gothkiller“ kann man neben Rob Vitacca ebenfalls weibliche Stimmen hören, und die Ballade „Die Engel“ stellt neben dem Song „Dein Weg“ ebenfalls ein äußerst gelungenes Duett mit zweistimmigem Gesang dar, welcher sich sofort unweigerlich in den Gehörgang frisst. Neben den melodischen Stücken wie „Böse Mädchen“ oder „Eiszeit“, die fast alle Hymnencharakter aufweisen, bieten Eisbrecher auch auf diesem Album die typischen, regelrecht in Richtung Clubs orientierten Werke an – in diesem Fall „Amok“ oder „Supermodel“, die weniger auf Melodie aus sind, sondern eher auf einprägsame Parolen. Mut zum Experiment beweist die Band ebenfalls, so kann man bei „Gothkiller“ gar ein Gitarrensolo vernehmen, und es ist auf diesem Album auch der einzige in englischer Sprache gesungene Song. „Amok“ weist im Gegensatz dazu nur sehr minimalen Gitarreneinsatz auf. Zuletzt werden bei dem Schlusslied „Der Hauch des Lebens“ dann jedoch wieder die altbewährten Stärken der Band in Einklang gebracht, stimmungsvolle Synths dominieren die ruhigen Verse, während die Gitarren den sehr harmonischen Refrain angenehm und sehr kraftvoll untermalen. Kleines Manko ist, dass mit Tracks wie „Bombe“ oder „Gothkiller“ einige Texte dabei sind, die nicht die inzwischen schon zum Standard gewordene Eisbrecher-Qualität erreichen, die unter die Haut gehen, einem aus der Seele sprechen oder zum Nachdenken anregen. Doch auch zu diesem Punkt kann ich sagen, dass es eher nur die Ausnahme ist, und meiner Meinung nach gut dazu geeignet ist, neues Publikum zu begeistern. Ein bisschen schade finde ich auch, dass es kein rein instrumentaler Song auf das Album geschafft hat, das war bisher immer eine bereichernde und inspirierende Ergänzung zu den Songs der bisherigen Alben der Band. Aber dennoch wird sich dieses Album sich unaufhaltsam wie ein Eisbrecher seinen Weg an die Spitze Bahnen und dabei ganz gewiss nicht unterwegs Schiffbruch erleiden.

Tracklist:

01. Böse Mädchen 3:36
02. Eiszeit 3:22
03. Bombe 3:01
04. Gothkiller 3:32
05. Die Engel 3:19
06. Segne Deinen Schmerz 4:03
07. Amok 3:39
08. Dein Weg 3:25
09. Supermodel 3:19
10. Der Hauch des Lebens 3:44

Besetzung:

Alexx (voc)
Noel Pix (guit & programming)
Jürgen Plangger (guit)
Maximator (keys & programming)
René (drums)
Oli Pohl (bass)

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