SHINE – Wrathcult

cover artwork SHINE Wrathcult

Band: SHINE 🇵🇱
Titel: Wrathcult
Label: Dark Descent Records
VÖ: 30/01/26
Genre: Black/Death Metal

Tracklist

01. Ancient Chaos
02. The Lamb Against the Wolf
03. Kneel Before the Serpent
04. Oddajcie co moje
05. The Cult of Oak
06. The Horror of the Night
07. Witch’s Prophecies
08. Wrath of the Hammer
09. The Necklace with Runes
10. Ancient Spirit

Besetzung

Marek Krajcer – Vocals
Tomasz Dobrzeniecki – Guitars
Mateusz Waśkiewicz – Guitars
Wojciech Gąsiorowski – Bass
Paweł Duda – Drums

Bewertung:

3,5/5

Eine neue Band in der überfüllten polnischen Black/Death Metal Landschaft. SHINE bringen ein Debütalbum „Wrathcult„, massiv inspiriert von Mythologie und antikem Wissen. Mit ihren eigenen Worten: „Unsere Musik ist voll von Referenzen zu antiken Regeln und Ritualen und Zeiten, als Menschen in Übereinstimmung mit Natur und Kosmos lebten und das urzeitliche Wissen nutzten.“ Dazu aggressive Musik, eine Mischung aus Black Metal mit Death-Einflüssen – insgesamt ein Werk, das beeindruckend zu werden verspricht.

Massiv, aber zusammenhanglos

Eine atmosphärische Eröffnung ist neuerdings ein Muss für jede Black Metal Band, und SHINE respektiert diesen Trend mit „Ancient Chaos„, einem Intro mit akustischen Gitarren und ambienten Sounds. Dynamischer startet „The Lamb Against the Wolf“ mit massiven Riffs und dämonischen Shrieks, ziemlich massiver Orchestrierung in sehr aggressiver Art von Black Metal. Eine Wand aus Sound bedeckt bald den Song – gnadenloses Drumming und geschriene aggressive Vocals. Kurze melodische Passagen kreieren eine kontrastierende Stimmung, die brutale, dissonante Musik bleibt aber immer präsent: dunkel, frostgebissen, mit einer hypnotischen Lead-Gitarre, die etwas Melodie in die lärmende und aggressive Hauptschicht bringt. Viele Tempowechsel machen den Song allerdings ziemlich zusammenhanglos, dennoch beeindruckend durch Aggressivität und Energie.

SHINE wurde von Tomasz Dobrzeniecki (ex-Hazael, ex-Empheris) während der Pandemie gegründet. Er erwähnt, dass ihre Musik „stark inspiriert von Acts wie Emperor, Bathory, Morbid Angel, Entombed und Dismember“ ist. Neben Tomasz schlossen sich der neu gegründeten Band Marek Krajcer an Vocals, Mateusz Waśkiewicz (Varnheim, ex-Leshy) als zweite Gitarre, Wojciech Gąsiorowski (Varnheim) am Bass und Paweł Duda (Varnheim, Baalberith) an Drums an.

Die massive und erdrückende Musik setzt sich fort mit „Kneel Before the Serpent„, respektiert denselben bereits gesetzten Sound. Verhallte Lead-Gitarre spielt eine Tremolo-gepickte Melodie über massiver und dichter Instrumentierung. „Oddajcie co moje“ bringt eine etwas rhythmischere Komposition, der Sound entfernt sich aber nicht weit vom bereits etablierten. Melodischer, mehr in Black Metal verankert, sind die Instrumente klarer gemixt, was in einem leichter wahrnehmbaren Song resultiert. Auch mit Folk-inspirierten Momenten ist der Song eine bessere Demonstration der Band-Musik – beeindruckende Vocals, aber auch Rhythmussektion, und insgesamt kommt der Sound überzeugender. Ein Höhepunkt des Albums.

Lärmiger Mix opfert Klarheit

Die Produktion ist gut, aber ziemlich roh. Alle Instrumente sind sehr eng zusammen gemixt, was in einem lärmigen Hintergrund resultiert, wo nicht viel unterschieden werden kann. Sehr aggressives Drumming bedeckt viel von den Gitarren, nur Vocals schaffen es, oben auf dieser konstant bedrohlichen Instrumentierung zu bleiben. Etwas mehr Unterscheidung zwischen Instrumenten würde dem Band-Sound gut tun. Die atmosphärischen Passagen und Songs haben einen besseren und klareren Sound, was bedeutet, dass die lärmige Orchestrierung tatsächlich die künstlerische Vision der Band ist und die Produktion dem folgt. Insgesamt kein angenehmes Hören.

Der hyper-aggressive Sound kehrt zurück mit „The Cult of Oak“ – wahnsinniges Tempo, frenetisches Drumming, gequälte Vocals, ein sehr technischer Ansatz und ein massiv abrasiver Song. Mit so einem dichten Sound opfern sie wieder Melodie, und das Resultat ist nur verzerrter, gewalttätiger Sound. „The Horror of the Night“ behält den brutalen Sound, etwas Melodie kommt durch – klarere Riffs und eine melodischere Linie, immer noch mit angepissten Vocals. Hier bringen Backing Vocals eine Thrashy-Stimmung, später fast einen Gothic Metal Einfluss. Ein eklektischer Song mit Tonnen von Einflüssen, unklarer Richtung und hektischer Komposition – nicht die besten Momente der Band.

Bessere Songs mit weniger Aggression

Fast melancholisch und sehr melodisch im Vergleich zu den vorherigen Songs kommt „Witch’s Prophecies„, viel langsamer mit noch überzeugenderen Vocals. Wieder ist der Sound besser, wenn die enge Instrumentierung weniger aggressiv kommt. Verzweifelte, wütende Vocals kreieren bessere Dynamik, und die Komposition ist besser durchdacht, ohne weniger aggressiv sein zu müssen. Nicht so extrem, und deswegen ein besserer Song – sie fanden einen anderen Weg, Leidenschaft und Wut auszudrücken.

Der folgende Song bleibt in einer melodischeren und zugänglicheren Zone. „Wrath of the Hammer“ hat gute Riffs, hohes Tempo unter klarer Songstruktur, dissonant mit gequälten Vocals und einem besser verbundenen Solo – schmerzerfüllt, traurig und dennoch sehr energetisch. „The Necklace with Runes“ ist sehr langsam, mit einem Chor, der okkulte und ritualistische Atmosphäre macht. Sobald frenetische Riffs einsetzen, beschränken sich die Folk-Einflüsse auf gesprochene Vocals, leidenschaftliche Schreie und distanzierte Gitarren. Ein atmosphärischerer Song mit guten und impaktvollen musikalischen Momenten. Der finale Song „Ancient Spirit“ setzt den ambienten und atmosphärischen Sound fort – distanzierte gruselige Geräusche werden von akustischen Gitarren begleitet und setzen eine finstere Stimmung. Nicht wirklich mit dem Rest des Albums verbunden, mit anderer Energie – kein wirklich überzeugendes Ende.

Zu viel Lärm statt einzigartige Erfahrung

Auch wenn sie Emperor, Bathory, Morbid Angel, Entombed und Dismember als ihre Einflüsse zitieren, lässt sich die Musik besser mit polnischen Kollegen wie Behemoth, Decapitated oder Dormant Ordeal vergleichen. Mit verschiedenen Einflüssen wie Volksmusik und antiken Akkorden bringen sie klar eine okkulte Aura in die Musik. Insgesamt bleibt der Sound aber überaggressiv und dynamisch.

SHINE beeindrucken mit ihrer Musik, auch wenn das Level des aggressiven Ansatzes etwas übertrieben ist – zu viel Lärm, zu dichte Instrumentierung. Außer bei einigen finalen Tracks, wo ambiente Sounds einen großen Anteil der Musik einnehmen, ist alles überwältigend, ins Extreme getrieben. Fühlt sich bei den meisten Songs erzwungen an, ein verstörendes Hören und nicht immer angenehm. Kompositorisch ein anständiges Black/Death Metal Album, beeindruckend in der Technik, aber nicht das einzigartige und unvergessliche Hörerlebnis, das sie versprochen haben.

Fazit: Das Debütalbum „Wrathcult“ von SHINE ist ambitioniert, der überaggressive Ansatz und dichte Sound überschatten aber die melodischen Elemente. 

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SHINE - Wrathcult

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