SAGENBRINGER – Zwischen den Welten

sagenbringer zwischen dem welten album cover

Band: SAGENBRINGER 🇩🇪
Titel: Zwischen den Welten
Label: NoCut Entertainment
VÖ: 30/01/26
Genre: Folk/Pagan Metal

Tracklist

01. Feuer und Eis
02. Valkyrensturm
03. Berserker
04. Freie Vögel
05. Bei Vollmond
06. Zwielichtkarneval
07. Walpurgisnacht
08. Freya
09. Der stete Tropfen
10. In Odins goldener Hall
11. Götterdämmerung
12. Ein goldener Morgen

 

Besetzung

Skjomi – guitar, backing vocals
Azaril – bass
Trygve – drums
Haldrühir – vocals

 

Bewertung:

4/5

Mit »Zwischen den Welten« meldet sich die Folk/Pagan-Metal-Band SAGENBRINGER zurück. Die Formation setzt sich aus Skjomi an Gitarre und Begleitgesang, Azaril am Bass, Trygve am Schlagzeug und Haldrühir als Hauptstimme zusammen. Seit ihrer Gründung hat die Band immer wieder bewiesen, dass sie traditionelle nordische Mythen mit modernem Metal verbinden kann, ohne anliegend klischeehaft zu wirken. Ihr neues Album liefert zwölf Songs, die sowohl epische Atmosphäre als desgleichen energiegeladene Momente vereinen.

Kraftvoll-epischer Auftakt

Das Intro »Feuer und Eis« bereitet den Hörer auf eine Reise durch verschiedene Klanglandschaften vor. Die Instrumentierung ist atmosphärisch, mit subtilen Folk-Elementen, die langsam von einer dunklen epischen Linie untermalt werden. Bereits hier zeigt sich, dass SAGENBRINGER Wert auf Detailarbeit legen: Jeder Ton ist platziert, jeder Übergang sorgfältig gestaltet. Die Spoken Words von Reiner Schöne passen zu den Klängen wie die Faust aufs Auge.

Kriegerische Klänge

Mit »Valkyrensturm« folgt ein Song, der klassische Pagan-Metal-Motive aufgreift. Schnelle Riffs treffen auf treibende Drums, während Haldrühirs Stimme zwischen aggressivem Shouting und melodiösen Passagen wechselt. »Berserker« knüpft daran an, jedoch mit noch deutlicheren Folk-Elementen. Akustische Gitarren und leichte Percussion schaffen Momente, die das epische Gefühl der nordischen Sagenwelt einfangen. Wer sich für mythologische Themen interessiert, findet hier reichlich Referenzen, ohne dass sie erzwungen wirken.

Zwischen Freiheit und Mystik

»Freie Vögel« ist eine hymnische Nummer, die das Motiv der Sehnsucht nach Freiheit aufgreift. Der Refrain lädt zum Mitsingen ein, während die Gitarrenarbeit den Song in Richtung Folk-Rock treiben. Im Kontrast dazu steht »Bei Vollmond«, ein Stück, das mystische und approximativ rituelle Atmosphären erzeugt. Durch den Einsatz von Keyboard-Elementen und Chorgesang entsteht ein Gefühl von nächtlicher Magie, das den Zuhörer in den Bann zieht.

Schrille Fantasie

»Zwielichtkarneval« ist ein experimenteller Track, der mit ungeraden Taktarten spielt und dabei eine leicht bizarre, aber faszinierende Stimmung erzeugt. Die Percussion setzt hier Akzente, die zwischen folkigem Tanz und Metal-Drums oszillieren. »Walpurgisnacht« hingegen ist ein Höhepunkt des Albums: treibend, dunkel, episch. Die Melodien erinnern an mittelalterliche Tänze, während die Gitarrenriffs und das Schlagzeug den typischen Metal-Sound liefern.

Göttliche Inspiration

Mit »Freya« konzentriert sich die Band auf eine einzelne Gottheit, wobei Haldrühirs Gesang eine fast sakrale Dimension erreicht. Die Instrumentierung bleibt zurückhaltend, sodass die Stimme den Song dominiert. »In Odins goldener Hall« setzt darauf, ein episches Bild des nordischen Götterreichs zu malen. Chöre, Gitarrenharmonien und treibende Drums erzeugen eine monumentale Klangkulisse, die sowohl Metal-Fans als daneben Hörer traditioneller Folkmusik anspricht.

Natur und Reflexion

»Der stete Tropfen« bringt Ruhe in das Album. Melancholische Gitarren und dezente Percussion erzeugen einen meditativen Moment, der den Zuhörer innehalten lässt. »Götterdämmerung« bildet dagegen einen dramatischen Abschluss. Der Song steigert sich von zurückhaltenden Passagen zu einem explosiven Finale, das die Spannung des gesamten Albums bündelt.

Ein goldener Morgen

Den Abschluss bildet »Ein goldener Morgen«, ein ruhiges Outro, das die Reise versöhnlich beendet. Akustische Gitarren und sanfter Gesang lassen die zuvor erlebte Epik nachklingen und bieten einen harmonischen Ausklang.

»Zwischen den Welten« zeigt SAGENBRINGER von ihrer besten Seite. Die Band vereint kraftvollen Metal mit folkloristischen Elementen, ohne dass eines der Elemente den anderen dominiert. Die Songs sind sorgfältig komponiert, die Produktion klar und druckvoll, und Haldrühirs Stimme bleibt ein herausragendes Merkmal. Kleine Längen oder experimentelle Passagen wie in »Zwielichtkarneval« stören den Fluss kaum, vielmehr erweitern sie das Klangbild. Wer Folk- oder Pagan-Metal mag, bekommt hier zwölf facettenreiche Tracks, die sowohl epische Dramatik wie ebenfalls intime Momente bieten.

Fazit: »Zwischen den Welten« von SAGENBRINGER ist ein zeitgenössischen Folk- und Pagan-Metal-Album, das sowohl musikalisch als daneben thematisch tief in der Mythologie verwurzelt ist.

Internet

SAGENBRINGER - Zwischen den Welten - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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