Estate – Fantasia

Written by Lex J.Oven. Posted in CD-Berichte, E

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Published on November 28, 2014 with No Comments

Band: Estate
Titel: Fantasia
Label: Mighty Music
VÖ: 2014
Genre: Power Metal
Bewertung: 3/5
Written by: Lex

Ein steroidfressender Satyr mit Flöteninstrument in der Goschn hüpft episch aus irgendwelchen Ruinen empor. Gnädiger Weise weht der Lendenschurz grad im rechten Moment so, dass die Labileren unter uns nicht durch den Anblick seiner kahlgeschorenen Mutanteneier traumatisiert werden. Die sparen sich ESTATE für die Groupies auf, falls es den Russen tatsächlich gelingen sollte, ihren mit etwas Folk und Hair Metal aufgepeppten Keyboard-Overkill-Power Metal auf die großen Bühnen der Welt zu hieven.
Ein Wagnis, dessen Erfolg erstmal zweifelhaft bleibt. Denn obwohl die Band aus dem Land der Kettlebell-schwingenden Übermenschen zweifellos ambitioniert zur Sache geht und ihr Konzept mit viel Einsatz und Spielfreudigkeit umsetzt, schafft es kein Song so richtig einen Höhepunkt zu setzen. Stattdessen gibt es nach einem überflüssigen „Intro“ neunmal gehobenen Durchschnitt und einen Griff ins Klo („Holy Land“ erinnert stark an Euro-Trash-DanceFloor).

Die bereits erwähnten Subgenres Folk, Power- und Hairmetal sind nicht so recht zu einer stimmigen Gesamtkreation geformt, sondern es steht mal mehr das eine mal mehr das andere Element im Vordergrund. Die besten Momente des Albums sind ganz klar die 80ies- und haarspraylastigen Momente wie in „World Without You“, „You Are Not Alone“ oder „Absolutely True“ (gerade bei letzterem fetzt die Band richtig). Würde mich freuen wenn man diese Facette von ESTATE härter herausarbeitet um vielleicht tatsächlich die Stadien und Schlüpfer dieser Welt zu stürmen. Verzichtbar ist dagegen der Power Metal-Anteil, was mit „Hero“ und „Tarantella“ recht offensichtlich wird. Die Flötenparts (= Folk) sind nettes Beiwerk, kann man gern beibehalten.

ESTATE haben das Zeug, es zu etwas zu bringen. Warum? Sie haben von ihrer musikalischen Vision die Anlage dazu, etwas zu machen das zwischen Liebe und Hass nicht viel Raum lässt. Und sie sind mit Überzeugung dabei, das hört man in den hingebungsvollen instrumentalen Passagen. Ich hoffe, dass die Newcomer aus dem Land unserer glorreichen zukünftigen Besatzer bei ihrem zweiten Album alles was nach langweiligem Genre-Ikea mieft über Bord werfen. Dann – vielleicht – könnte ESTATE ein berüchtigter Name werden. Wir werden sehen.

Tracklist:

01. Intro
02. Hero
03. Tarantella
04. Silent Dream
05. World Without You
06. You Are Not Alone
07. Absolutely True!
08. Holy Land (Fantasia)
09. The War
10. The Night of Asura
11. I’d Rather Die

Besetzung:

Alexander Chumakov (Vocals)
Dmitriy ‘Mauzer’ Efimov (Keys)
Aleksey Seleznev (Guitar)
Vadim Lalayan (Bass)
Nikolai ‘Nicke Pix-R’ Pikhurov (Drums)

Internet:

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About Lex J.Oven

Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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