Glittertind – Himmelfall

Band: Glittertind
Titel: Himmelfall
Label: Hjelmklad
VÖ: 17.11.17
Genre: Indie/Folk Rock
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

glittertind-himmelfall-album-artworkGlittertind gehören zur nordischen All-Day Tracklist wie das Amen im Gebet. Im Gegensatz zu anderen Kapellen episch-nordischer Wikinger Prägung, zelebrieren die Herrschaften aus Lillesand eine Indie/Folk Rock Prägung. Die Bandeigenen Roots lassen sich definitiv nach wie vor nicht verheimlichen. Wem der Indie Rock nicht unbedingt zusagt, der könnte mit dieser Abform was Neues für seinen Plattenteller entdecken. Im Kontrast zu den ersten Werken zeigen sich die Jungs aus dem hohen Norden wesentlich gefühlvoller. Bedeutet, ihr Sound ist zahmer geworden und das doch für meinen Geschmack ausnehmend rebellische Dasein ist merklich in den Hintergrund gerückt. Gewachsen, so scheint es, ist die Band und ihr Sound ist nach wie vor eine heroische Sache, wenngleich um Ecken dunkler, wie auch eisiger.

Dunkle Passagen, emotionale Melodien wurden seitens der Formation breit gefächert in die Songs eingebaut. Das kommt teilweise sogar etwas progressiver als von mir erwartet ins Gehör. Die Fusion der nordischen Roots der Band, mit einer sehr breit gefächerten Taktik finde ich persönlich prachtvoll eingelagert. Die Einbettung vieler untypischen Instrumente und Soundarrangements zeugt von einem guten Verstand. Fürwahr wissen die Norweger wie man eigene Wege bestreitet. Eiskaltes, nordisches Flair einbauen kann, ohne dabei irgendwann den Humpa Markt anzusteuern. Nichts Schlechtes will ich dagegen aussprechen, nur ist die Flut quer über den Erdball gestreut schon zu nervig.

Kein Stein bleibt somit bei Glittertind auf dem anderen. Wer die Band seit „Evige Asatro“ kannte und Songs wie „Karl den Store“ komplett abfeiert, wird vorerst skeptisch gucken. Spätestens nach dem ersten Durchlauf wird der Freund dieser Truppe ebenfalls den neuen Sound für gut heißen. Weniger Party, dafür mehr die trübe, teils melancholische Thematik veranschlagt sind ein Garant für eine sinnierende Unterhaltung. Durch die winterlichen Temperaturen, welche derzeit außen vorherrschen haben die norwegischen Musiker mit diesem Langeisen einen gekonnten Alltagsunterhaltungswert parat.

Vom traurigen Klang der einzelnen Stücke sollte der Musikliebhaber nordischer Bands nicht beirren lassen. Die leichten Soundnebelschwaden haben es definitiv in sich und die Truppe lässt nichts unversucht den Hörer für sich zu vereinen. Die bunte Taktik macht sich bezahlt und die Songs lassen einen, trotzt der mehrheitlich ruhigeren Soundtendierung nicht aus dem Bann. Versunken hängt man am Player und lauscht genussvoll dem Reigen von Glittertind.

Das heidnische Schunkelprogramm hat einen hohen Unterhaltungswert und die stimmigen, ausgezeichnet idyllischen Einlagen bannen vom ersten bis zum letzten Track.

Fazit: Glittertind haben dem alten Sound uneingeschränkt abgeschworen. Weiterhin lassen die Norweger ihre Musik für sich sprechen und diese ist unsagbar toll geblieben.

Tracklist:

01. Olav Engelbrektsson
02. Etter stormen
03. Likvake
04. Finst ikkje meir
05. Himmelfall
06. I djupet lokkar ein eld
07. Forføraren
08. Tvilar på alt
09. Ein feste Burg ist unser Gott
10. Utferd

 Besetzung:

Torbjørn Sandvik (voc)
Geirmund Simonsen (organ, rhodes, piano, cembalo, synth & back voc)
Bjørn Nordstoga Eide (bass & back voc)
Stefan Theofilakis (flutes & dobro)
Geir Holm (drums)

Internet:

Glittertind Website

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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