Band: Heidevolk
Titel: Uit Oude Grond
Label: Napalm Records
VÖ: 2010
Genre: Pagan Folk Metal 
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Die Niederländer Heidevolk sind ja in der Pagan Folk Metal Welt wahrlich keine Neulinge mehr. Erst bei der letzten Tournee konnte man in Europa viel Reden von sich machen und auch viele neue Fans rekrutieren. Diese Freizeitwikinger erwarten natürlich nun sehnlichst den „Walhalla Wacht“, der nun schon zwei Jahre auf dem Buckel hat. Am 26.03.2010 ist es nun soweit und alle Krieger können via Napalm Records „Uit Oude Grond“ in den Händen halten. Bereits vorneweg, Leute, stellt euch den Met schon mal kalt oder warm (je nach Belieben) und haltet die Trinkhörner griffbereit!!!!

Mit viel Druck wird uns gleich zu Beginn „Nehalennia“ um die Ohren gepfeffert. Flotter, treibender Track, den man mit viel Liebe zu folkloristischen Klängen reichlich unterwandert hat. Hymnische Saufklänge treffen hier auf herbe Gitarrenarbeit. Somit steht einer erneuten Wikingerparty und dem dazugehörigen Song nichts im Wege. Sehr gut ausgewählt wurden hier die Breaks und so gibt es hier einiges für den geneigten Fan. Streckenweise untermalt man dies mit sehr tiefgründigen, nordisch angehauchten Gesängen, die man uns gekonnt im Duett vorträgt. Toller Beginn für einen Reigen der es in sich hat.

Herbe, kanntige Gitarrenarbeit steht auch beim Nachfolger „Ostara“ im Vordergrund. Mit viel Pfiff untermalt man dies ein weiteres Mal mit grenzgenialen Chor lastigen Gesangslinien. Die Truppe weiß wie man einen Party Hit nach dem anderen schreibt. So ist es auch an der zweiten Stelle so, das hier reichlich fürs Mitgrölen und Fäuste recken geboten wird. Etwas melodischer und wesentlich einfacher ist man hier am arbeiten. Sprich zwar kommen die folkigen Einflüsse auch hier zum Vorschein, diese wurden aber wesentlich dünner eingewoben. Dafür regiert hier Streckenweise eine eisige Härte, die zum kompletten Ausrasten gedacht ist.

Nahtlos greift man die beim Vorgänger begonnene Härte auf und verwerkt diese nun bei „Vlammenzee“ reichlich. Doch nur die stupide Hau Drauf Musik bekommen wir auch hier nicht geboten und so versetzt man diese erstklassig mit vielen Melodielinien und glanzvollen majestätischen Chören, die das Ganze etwas hymnischer klingen lassen. Dennoch steigert man sich hier immer wieder ein einen etwas wilderen Spielrausch, wo die Truppe ordentlich dahin schrettert.

Nach diesem doch etwas temporeichen Vorgänger wird bei „Gelders Lied“ deutlich die Bremse gezogen. Natürlich ist hier der Titel Programm und so trägt man uns mit einer genussvollen Spielweise eine Wikinger Sage vor die es in sich hat. Sehr adrett hat man hier eine Heldensage gekonnt vertont und die geht bis in die Spitzen des Gehörganges vor und ankert sich dort fest. Kein Wunder bei all diesem Pathos den man uns hier klanglich bietet. Eindrucksvoller, erhabener Song der mit Mitsing- und Fäuste reckender Romantik nicht geizt.

Mit akustischem Gitarrenspiel eröffnet man nun „Dondergod“. Gleich rufen die Holländer zur Schlacht und das nicht zu knapp. Mit einer gut situierten Tempoauswahl wartet man hier auf und frönt weiterhin recht reichlich der bereits erwähnten Mischung. Viele Growleinlagen treffen hier auf die Chorgesänge und dies ist eine weitere Anreiz den Track mit komplett aufgedrehter Anlage zu genießen. Stolze Klänge wo man hinhört werden mit einem guten, ausgewogenen Händchen mit Melodien, als auch härteren Einlagen gepaart.

Weiter geht es im Programm mit „Reuzenmacht“, welches deutlich mit furios schallenden Kriegschören eingestanzt wurde. Die hymnischen Beigaben werden sehr stattlich ausgeweitet und nur kürzere Bretterparts hieven einen in den Bangerteil. Doch dominant setzen sich die gebieterischen Klänge mit viel Wikinger Feeling durch. Streckenweise liefert man dazu noch witzige Parts bei, die einen ohne Umschweife dazu verleiten auf die Tische zu springen und mitsamt dem Methorn das Tanzbein zu schwingen.

Sehr folkig startet man „Alvermans Wraak“. Akustische Instrumentalarbeit die einmal mehr Rhythmik zum Tanze liefern. Dieser Song ist gewiss ein Hit für all jene die z.B. auf shakige Tracks der Marke Ensiferum, Varg und Black Messiah stehen. Den Brüdern aufs Blut verpflichtet wird hier ebenfalls genau ein solches Melodiestück geboten, dass reichlich und stattlich mit vielen folkigen Elementen untermalt wurde. Dazu braucht man nicht unbedingt Vocals, denn auch ohne diese macht dieser shakige Song sehr viel Spaß und bereichert jede Wikingerparty mit den Gelderlander Kriegern.

Auf diese bereits eingesetzte Rhythmik knüpft man mit „Karel Van Egmond“ an. Hier allerdings wird es wesentlich flotter, als auch härter. Vom Grundgedanken ähnelt man dem Vorgänger etwas, dennoch zeigt man sich hier etwas farbenbunter, härter und auch durchdachter.

Nach diesem doch sehr flotten Vorgänger wird es als Einleitung von „Levenlots“ sehr ruhig. Sanfte Klänge wehen einem hier um die Ohren und die kommen fast schon verträumt rüber. Doch einen auf Minnesänger und liebliche Musik wird hier nicht lange gemacht und so gibt es als Weiterführung wesentlich reichhaltigere Kost. Diese schallt mit vielen hymnischen Tönen nach Leibeskräften und wird nur durch eine schroffere Gitarrenarbeit unterbrochen bzw. ergänzt. Auf diesem Album jagt eine Hymne die nächste und das mag vielleicht langweilig klingen, ist es aber nicht. Bei jedem Stück hat man sich viel für die Fanschaar einfallen lassen um sie bei Laune zu halten.

Folkig und wieder einmal wesentlich ruhiger startet man nun „Deestring“. Liebevolle Klänge mit satten Streicherpassagen stehen hier erst einmal im Vordergrund und zaubern das bereits genannte Feeling gekonnt zum Vorschein. Durchwegs und ohne Umschweife behält man diese dezente Linie bei und so kann man sich getrost zurück lehnen und sich von den sanften Tönen den Bauch pinseln lassen.

Als Weckruf und Verabschiedung serviert man uns noch „Best Bij Nacht“. Zum Schluss wird noch einmal das komplette Klangarsenal aufgefahren und mit viel Charme wird uns dies Vorgetragen. Hier darf noch einmal ordentlich gebangt werden, aber auch viele hymnische Passagen rufen auf, sich hochzureißen und mit Fäuste reckender Animation seine Huldigung gen Walhalla zu schmettern.

Fazit: Für Freunde des Pagan Folk Metal ist das Album ein Pflichtkauf. Freizeitkrieger bekommen hier reichlich genau das was sie erwarten und die Holländer trotzen aller Unkenrufe der Verfechter dieses Genres und das mit einer Spielfreude dass es für mehr Bands reichen würde.

Tracklist:

01. Nehalennia 5:19
02. Ostara 4:39
03. Vlammenzee 3:57
04. Gelders Lied 4:09
05. Dondergod 4:03
06. Reuzenmacht 5:19
07. Alvermans Wraak 5:12
08. Karel Van Egmond 5:15
09. Levenlots 4:26
10. Deestring 3:13
11. Best Bij Nacht 4:47

Besetzung:

Joost den Vellenknotscher (drums)
Joris den Boghtdrincker (voc)
Mark Splintervuyscht (voc)
Reamon Bomenbreker (guit)
Rowan Roodbaert (bass)
Sebas Bloeddorst (guit)

Internet:

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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