Band: Kamikaze Kings
Titel: Royal Renegades
Label: 7Hard Records
VÖ: 25.03.16
Genre: Hard/Heavy Rock/Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Totti

Album Numero 3 der Berliner Kamikaze Kings, „Royal Renegades“ getauft, verfolgt konsequent, aber auch evolutionär wachsend die eingeschlagene Richtung des typischen Kamikaze Sound!

Weniger „schwanzig“ als auf dem Debüt was dem Ganzen sehr gut zu Gesicht steht, Rauheit wurde gegen mehr Melodien und Groove ausgetauscht. Auch hier hieß es eindeutig hörbar: Stillstand ist der Tod!

Keine Angst, von Nickelback & Co. ist man immer noch weit entfernt, obwohl von Album zu Album die Hitdichte steigt und noch mehr überraschende Abwechslung geboten wird.

Grundsätzlich wird immer noch im dreckigen Rock der 80er mit sleaziger Schlagseite und metallischen Vorlieben gewildert, nur etwas gereifter klingend. Man holte sich wieder Verstärkung ins Studio und überrascht mit 2 deutschsprachigen Beiträgen.
Neugierig?

Los geht es ganz typisch mit dem gut gewählten Opener „Rock´n´Roll Sacrilege“ der theoretisch auch auf einem der Vorgängeralben hätte stehen können. Knallt ordentlich und sagt an, was noch alles zu erwarten ist, denn auch wenn Elmo Kamikaze (noch) nicht DER Gesangsgott ist, so ist er als Frontmann charismatisch, authentisch, versprüht Attitüde und lernt auch von Album zu Album dazu, gibt hörbar alles, doch dazu noch später…!

„Heavy On My Heart“ vereint Hairspraymetal mit Rock´n´Roll und einigen Grunge-Elementen, auch dieser Song ist natürlich wieder mit Mitgröhlparts belegt!

„Touchdown In The Dangerzone“ klingt hingegen schon etwas anders, als das was man von den Berlinern kennt; Für mich klingt das wie feinster 80´s Melodic Heavyrock mit leichtmetallischem Flair, der sich fies ins Ohr gräbt und dort mehr als nur ´ne Weile verbleibt.

„Dirty Girl“ ist musikalisch und textlich wieder ein eher typischer Song aus der Kamikaze Kings Songschmiede; der Refrain „…dirty girl, who´s your daddy…“ spricht in dem Fall für sich!

„Live To Rock“ ist eine fein ausgearbeitete Mid-Tempo Ode an die Rock´n Roll Fans, die sehr hymnisch durch meine heiligen Hallen tönt und auf den anstehenden Gigs auch genug Futter für die Mit-Sing-Fraktion beinhaltet. Verdammt cool, knochentrocken und im Gehörkanal Anker-werfend…hier und da entstehen auch Reminiszenzen an die Manowar-Attitüde…Death To False Rock!!!

Ob der „Powerbreaker“ eine Huldigung an Judas Priest ist, weiß ich nicht, muss ich mal nachhaken. Klingt aber so…und ist einfach nur geil! Macht Spaß beim Autofahren, Putzen, Feiern,…und besticht durch kurz und melodiös gehaltene Soli. Grundsätzlich gibt es auf dem Album kein überzogenes Gitarrengewichse zu hören, wir sind ja auch im Heavy Rock und nicht im progressiven Bereich!

„Helden Sterben Nie“ ist für den einen und anderen eine Überraschung denn es gibt nun die 2. deutschsprachige Ballade der offiziellen Bandgeschichte auf die Ohren. Elmo zeigt hier gesangstechnisch (für jeden verständlich), wieviel Gefühl er in seine Songs steckt. Das macht einen wahren Sänger aus, nicht immer die Höhen- und Tiefentreue! In dem Song steckt ´ne Menge „Hosen runter“-Ehrlichkeit und die transportiert Elmo, begleitet auf der Akustischen von Conny, überzeugend.
„L´Etat C´est Moi“ ist ein fett groovender Stampfer aus dem Hause Kamikaze Kings, der auch auf kommenden Konzerten dafür sorgen wird, das sich viele Rockfans mal eben etwas französisch raufziehen (wir sind und bleiben bei der Sprache!), um den eingängigen Refrain zu „jeder Tageszeit“ mitbrüllen zu können. „Die Welt gehört mir“ hätte an der Stelle auch einfach zu „einfach“ geklungen 😉

„She´s A Rocker“ ist diese Art Nummer, die auch aus Biker-Clubhäusern und Strip-Clubs tönen könnte, bzw. wohl auch wird! Rough und doch melodiös groovig…die Kamikaze Kings habe ihre Hausaufgaben gemacht, wie auch der folgende Song „Infernal Bloodbond (Brothers In Metal)“ hörbar klar macht!

Nur das es diesmal beinharten Metal auf die Ohren gibt, in dem Elmo´s Bruder Jost Kleinert (Ex-Lay Down Rotten, Demonbreed) bärenstarke Growls zugibt, die dem Song die nötige Abwechslung verpassen. Ob das jetzt wirklich ins Klangkostüm der Kamikaze Kings passt, sei mal dahin gestellt; Fakt ist: Alle Beteiligten können es und Experimente sind nicht immer schlecht, wenn ein passables Ergebnis dabei herauskommt. Und das hier stimmt, auch wenn es aus meiner Sicht der „schwächste“ Song auf dem Album ist denn ohne Jost´s Einsatz, wäre das eine langweilige Vollgasmetalnummer, wie es sie bereits zuhauf gibt!

Interessant finde ich, das immer wieder ganz leicht Accept durchschimmern, wenn die Kings musikalisch schwer Dampf machen und durch Metalland marschieren!

Für den Song „Steel On Steel (United Metal Nation)“ holte man sich Iris Boanta (Souldrinker) ins Haus (und in den aktuellen Videoclip), ihre Stimme ist auch einfach nur geil und passt superb zu Elmo´s Klangfarbe! Inhaltlich ist auf diesem Metalstampfer der Titel Programm!

„No Regrets“ beschließt den metallischen Part des Album und glänzt mit einem eingängigen Refrain, den die selbsternannten amerikanischen Kings Of Metal nicht hätten besser schreiben können!

„Take It Like A Man“ rockt wieder im besten Stil der Band, einer meiner vielen Highlights auf diesem Album, bevor die 2. deutschsprachige Ballade das Album beschließt.

„Ungebrochen“ wurde bereits Ende letzten Jahres (inkl. Videoclip) veröffentlicht.

Auch in diesem Song zeigt sich Elmo von seiner gefühlvollsten Seite und gibt dieser Pianoballade mit seiner rauen Stimme genau das, was diesen Song ausmacht, um nicht nervig als Lückenfüller durchzugehen! Hammergeil und doch auch für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig!

Sollte unbedingt laut gehört werden, das Mitgröhlen macht dann noch viel mehr Spaß!

Mein Fazit: Das bislang stärkste, ehrlichste (weil gefühlvollstes) und abwechslungsreichste Album der Berliner Rock Könige! Die Erlebnisse der letzten Jahre wurden textlich und musikalisch in alle Richtungen bestens aufgearbeitet und bereiten dem Hörer eine kleine Achterbahn der Gefühle; von himmelhochjauchzend, ääähhhh hymnisch und metallisch rockend bis zu nachdenklichen ruhigen Momenten ist alles vorhanden, was ein gutes Album bereit halten muss!

Auffällig ist die hörbare Live-Tauglichkeit des Materials denn letztendlich enthält jeder Song die Momente, die einen dazu veranlassen, herzahft mitzusingen.

Elmo, Rais, Ace & Conny haben ganze Arbeit geleistet und mehr Gehör verdient!
Soundtechnisch vollveredelt wurde das Werk wieder von J. Lehmann, der auch für Größen wie Saxon, Doro, dem Wacksensound uvm. tätig, bzw. verantwortlich ist!

Eine runde und solide Sache die mit der Höchstpunktzahl belohnt wird! Plus Sternchen…

Tracklist:

01. Rock ’n‘ Roll Sacrilege
02. Heavy On My Heart
03. Touchdown In The Dangerzone
04. Dirty Girl
05. Live To Rock
06. Powerbreaker
07. Helden Sterben Nie
08. L’Etat C’est Moi
09. She´s A Rocker
10. Infernal Bloodbond (Brothers in Metal)
11. Steel On Steel (United Metal Nation)
12. No Regrets
13. Take It Like A Man
14. Ungebrochen

Besetzung:

Elmo (voc)
Conny (guit)
Rais (drums)
Ace (bass)

Internet:

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