Band: Liv Kristine
Titel: Vervain
Label: Napalm Records
VÖ: 2014
Genre: Gothic Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Es gibt Musiker die sind einem auf Anhieb so sympathisch als würde man sie ewig schon kennen. Eine davon ist Liv Kristine. Ihre Erscheinung und ihre Vorstellung Live als auch auf Platte ist immer erste Sahne und dabei sorgt die Norwegerin immer für ihre Fans, sodass die genau das bekommen was man eben für den musikalischen Alltag braucht. Nach ihrem Gang mit Leaves Eyes und dem sehr guten Album „Symphonies of the Night“, steht nun der nächste Soloschritt vor der Tür. Bereits in ihrem Interview mit uns hatte sie angemerkt, dass man sich vermehrt den alten Wurzeln von Theatre of Tragedy widmen würde. Es mag schon so sein, dass der Vorgänger „Libertine“ etwas poppig ausgefallen war, war aber als Soloscheibe für mich schwer in Ordnung, denn die Stücke gingen super in den Gehörgang. Man darf Feme Fatale durchaus beim Wort nehmen, denn nicht irgendwie unter- bzw. übertrieben werden wirklich die alten Glanztaten von Theatre of Tragedy ausgepackt. Herrlich, denn genau mit dieser musikalischen Vorliebe hatte sie mich, als auch meine Lebensgefährtin für ewig in den Bann gezogen. Dass man dies noch mal aufleben lässt ist einfach grandios und passt auch heute noch. Die Vermischung aus lieblichen Soundfragmenten und einer breiten Palette an Melancholie ist einfach unglaublich wohltuend. Jene die mit „Libertine“ nichts anfangen konnten, sollten hier nicht im entferntesten einen Bogen machen, denn hier bekommt man das, was man vom Beginn ihrer Karriere geboten bekam und für dies sie wohl viele Kolleginnen beeinflusst hatte. Feinfühlig einerseits, andererseits so traurig, sodass man schon glaubt das man hier einen Fantasytraum durchlebt. Auch die Rhythmik erinnert einfach an den Start ihres Musikerdaseins, ob man dies nun altbacken nennen will oder nicht, muss jeder für sich selbst ausmachen. Meine Wenigkeit sieht sich hier vor der Aufgabe die alten Taten noch einmal nacheinander auf den Plattenteller zu legen und somit eine Reise zurück zu machen. Hier wirkt einfach nichts gekleistert oder zugekitscht und dies vermag wohl nur eine Frontlady so rüber zu bringen. Dass der Sound aufgrund des Studios bekannt vorkommt, mag wohl stimmen. Doch warum sollte man hier etwas verändern was ja nach wie vor so gut funktioniert. Was ich aber anmerken muss ist, das man es wirklich geschafft hat einerseits den Gothic Sound aus den Frühneunzigern hier wieder dominant in den Vordergrund zu stellen. Teilweise sind auch Soundstücke auszumachen, wo ich mich persönlich an Glanzzeiten der 80er Gothic Szene erinnert fühle. Dies mit solch einem frischen Wind in die heutige Zeit zu befördern ist einfach grandios und da zieht man doch sehr gerne und ganz tief den Hut vor Mrs. Kristine und ihrer Mannschaft. Wer vielleicht glaubt, ist eh nur ein Abklatsch von Leaves Eyes, der irrt gewaltig. Natürlich, wenn eine Sängerin hier mitarbeitet sind Parallelen auszumachen. Beim Soloschritt von Liv Kristine ist aber dies auch der einzige Vergleich, denn Soundtechnisch geht man sehr starke, eigene Wege. Da sollten sich etliche Kollegen ein Scheibchen abschneiden, deren Soloscheibe klingt, als wären dies nur B-Seiten ihrer Hauptband. Ein weiteres Highlight sind wohl die beiden Stücke mit den Gastbeiträgen von Doro Pesch bzw. Michelle Darkness, wobei letztere bei mir einen wahren Freudentaumel auslösten. Superb die Vermischung aus tiefgründiger Melancholie und Dunkelheit. Doch auch der Beitrag mit Doro ist nicht von schlechten Eltern und entpuppt sich als eine Art Hymne, wo man durchaus auch rhythmisch Parallelen zu Doros Vorleben im Solobereich raushören kann. Was bleibt? Ein absoluter Brenner im Gehör, denn das Album wird wohl noch sehr lange in den heimischen Wänden lautstark schallen (zum Leider meiner Nachbarn 😉 ). Unglaublich wie man einen längst verloren geglaubten Sound hier mit frischem Wind zu einem Megaalbum zusammengezimmert hat. Alle Achtung, denn dies wird wohl für viele Kollegen und Kolleginnen sehr schwierig werden hier überhaupt anzukommen.

Fazit: Vervain ist, wie es Liv Kristine uns mitgeteilt hatte, ein Sound, welchen man eben damals mit Theatre of Tragedy zu hören bekam. Doch nur hier den Stempel anzusetzen wäre zu schlicht und so wurde der Sound so überzeugen mit 80er und 90er Gothic Sachen vermischt, sodass man hier von einem Süchtigkeitsfaktor sprechen kann, welcher einen niemals wieder davon kommen lässt.

Tracklist:

01. My Wilderness
02. Love Decay (feat. Michelle Darkness)
03. Vervain
04. Stronghold of Angels (feat. Doro Pesch)
05. Hunters
06. Lotus
07. Elucidation
08. Two And A Heart
09. Creeper
10. Oblivious
11. Unbreakable (Bonus Track)
12. Love Decay (Bonus Track)
13. Stronghold of Angels (Bonus Track)

Besetzung:

Liv Kristine (voc)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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