Band: Serpentcult
Titel: Raised by Wolves
Label: Listenable Records
VÖ: 2011
Genre: Groove/Doom Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Grooviger Doom aus Belgien, das ist ja genau das was die Fangemeinde sich ersehnt oder? Richtig und das bekommen wir allesamt vom belgischen Trio Serpentcult, welchen eingefleischten Fans dieses Genres noch von Thee Plague of Gentleman bekannt sein dürften. Idyllisch, mit mysteriösen Klängen, vermengt zu langatmigen Doomläufen wird eine breite Palette geboten. Leider trennte man sich von Sängerin Michelle Nocon und so beschränkt sich das Trio komplett auf die musikalischen Raffinessen und greift vielmehr auf Gastbeiträgen seitens der Vocals zurück.

Mit einer nautischen Soundschattierung verstärkt durch Soundararrangierungen wird das Machwerk durch den Titeltrack „Raised By Wolves“ sehr formell – idyllisch begonnen. Die Fortsetzung ist zwar weiterhin eher auf dies ausgerichtet, wobei man aber deutlich diese Sounds in den Hintergrund gelegt hat und sich mehr auf schwermütige, teilweise rohe Doomsounds versteift. Gutes Kraftfutter das man uns aber weiterhin im dunklen – beruhigenden Klang um die Ohren pfeffert. Wohlgemerkt gibt es aber auch rohere Breaks die es verhindern dass man sich zu sehr in den wankelmütigen Traumbereich verirrt.

Ein sehr ähnlicher, wenn auch kürzerer Einstand wird nun beim Nachleger „Crippled And Frozen“ geboten. Gitarrentechnisch werden hierbei etwas angeschwärzte Genrebereiche (fast schon Ambient lastig) aufgesucht. Wer auf gutes Gitarrenspiel der etwas depressiveren Art steht, für den ist dieser Part des Stücks genau die richtige Baustelle. Nach gut 2:30 Minuten drückt man dem Ganze etwas mehr den Härtestempel auf. Solche Tracks könnten auch bei vielen Ambient Black Metal Fans Anklang finden. Ähnliche Parallelen und Arrangierungen finden hierbei Verwendung und bereichern das Klangsüppchen ungemein. Roh und ungeschliffen präsentiert man uns an zweiter Stelle ein langes Instrumentalstück das vor Ideen und verspielten Einfädelungen nur so strotzt.

Groovend, mit rauerem Sound schickt man sogleich als Nachfolge „Longing For Hyperborea“ ins Rennen. Durchwegs bricht man hier in Gefilde der härteren, teilweise durchgreifenden Form auf. Hämmernde Beats werden uns im rohen Soundbrei vor den Bug geknallt das man sich wie bei einem aufkommenden Sturm vorkommt. Gekonnt wurde diese Umschichtung des Sounds glanzvoll praktiziert und so kommt es mir vor als wolle man uns ein Phasenweises Konzept auf diesem Album präsentieren. Bis zu dieser Stelle absolut hochwertig und man sieht sich in einer Schatzkammer von Doomklängen das man nicht weiß was man sich als erstes vornehmen soll. Dies steigert das Interesse ungemein beim Hören und die Spannung ebbt nicht ab.

Nordisch – hymnisch präsentiert man uns den letzten Akt in Form von „Growth Of The Soil“. Erinnert etwas an Bathory, wenn auch nur in gewissen Passagen. Heroische Trommelschläge werden immer wieder durch weitläufige Gitarrenmelodien verstärkt und dabei bekommt das Ganze etwas einen Viking Anstrich. Etwas anders verhält es sich hierbei aber mit den Unterbrechungen der ruckartigen, rauen Art. Diese kommen wie ein Blitz kurz zum Vorschein, bevor man das gewohnte Konzept wieder weiter verfolgt.

Fazit: Das belgische Trio serviert uns einen ausgereiften, komplex durchdachten Doombrocken, den man verdauen muss. Dazu braucht man etwas länger Zeit und wer sich diese nimmt wird trotz nur vier Stücken sich lange mit diesem Album beschäftigen. Ständig gibt es etwas Neues zu entdecken und davon träumt der Soundverspielte Liebhaber tagein – tagaus. Mörder Doom Epos dass man unbedingt sich zulegen sollte. Auch für Ambient Black Metal Fans sehr geeignet, da etliche Ansätze und Erweiterungen reingepackt wurden.

Tracklist:

01. Raised By Wolves
02. Crippled And Frozen
03. Longing For Hyperborea
04. Growth Of The Soil

Besetzung:

Steven Van Cauwenbergh (bass)
Frederik „Cozy“ Cosemans (drums)
Frederic Caure (guit)

Internet:

Serpentcult Website

Serpentcult @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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