LIONHEART – Valley Of Death II

LIONHEART - Valley Of Death II album cover

Band: LIONHEART 🇺🇸
Titel: Valley Of Death II
Label: Arising Empire
VÖ: 09/01/26
Genre: Hardcore

Tracklist

01. Bulletproof
02. Chewing Through The Leash (feat. Kublai Khan)
03. Ice Cold
04. Valley of Death II
05. No Peace
06. Roll Call
07. Salt The Earth
08. Release The Dogs
09. In Love With The Pain
10. Death Grip (feat. A Day To Remember)

 

Besetzung

Rob Watson – Vocals
Nick Warner – Guitar
Walle Etzel – Guitar
Richard Mathews – Bass
Jay Scott – Drums

 

Bewertung:

4/5

LIONHEART gehören seit Jahren zu den konstantesten Größen des westküstigen Hardcores. Gegründet in Oakland, Kalifornien, steht die Band für kompromisslose Ansagen, Street-Attitüde und eine klare Haltung. »Valley Of Death II« knüpft inhaltlich und musikalisch an die 2019er-Platte an und führt deren Gedanken konsequent weiter. Das aktuelle Line-up besteht aus Rob Watson am Mikrofon, Nick Warner und Walle Etzel an den Gitarren, Richard Mathews am Bass und Jay Scott am Schlagzeug.

Rückkehr ins Hardcore-Tal

»Valley Of Death II« ist kein nostalgischer Rückblick, sondern eine Fortschreibung. LIONHEART nehmen das Grundgefühl des Vorgängers und schärfen es. Der Sound ist massiver, die Produktion klarer, ohne steril zu wirken. Alles sitzt dort, wo es soll. Die Gitarren sind tief gestimmt und breit, der Bass wummert, das Schlagzeug drückt nach vorne. Rob Watson bleibt der zentrale Fixpunkt. Seine Stimme klingt noch angepisster, noch entschlossener. Man hört, dass hier jemand nichts mehr beweisen will.

Härte mit Struktur

Der Opener »Bulletproof« macht unmissverständlich klar, worum es geht. Kein langes Vorgeplänkel, kein Intro. LIONHEART steigen direkt ein und setzen den Ton für die nächsten gut dreißig Minuten. Der Song ist klassischer LIONHEART-Hardcore, aber präziser als früher. Weniger Chaos, mehr Kontrolle.

»Chewing Through The Leash« mit Unterstützung von KUBLAI KHAN funktioniert hervorragend. Die Stimmen ergänzen sich, der Song lebt vom Wechselspiel zwischen Groove und plötzlichen Ausbrüchen. Das Feature wirkt organisch und nicht wie ein Pflichtpunkt fürs Promo-Blatt.

Titeltrack als Statement

Der Titeltrack »Valley Of Death II« steht im Zentrum des Albums. Inhaltlich geht es um Loyalität, Konsequenzen und das Überleben in einem Umfeld, das nichts schenkt. Musikalisch ist der Song überraschend dynamisch. Tempowechsel, Breakdowns mit Gewicht und ein Refrain, der hängen bleibt, ohne sich anzubiedern. Genau hier zeigt sich, wie sicher LIONHEART inzwischen mit ihrem eigenen Stil umgehen.

Wut, Disziplin und Haltung

»No Peace« und »Roll Call« gehören zu den kürzeren, direkteren Nummern. Beide Songs funktionieren wie Faustschläge. Kein Ballast, keine Umwege. Besonders »Roll Call« lebt von seinem Call-and-Response-Charakter und schreit förmlich nach einer Live-Situation mit schwitzendem Pit.

»Salt The Earth« fällt durch seine düstere Stimmung auf. Der Song wirkt langsamer, schwerer, fast bedrohlich. Hier lassen LIONHEART Raum, ohne an Spannung zu verlieren. Ein gutes Beispiel dafür, dass Hardcore nicht immer Vollgas braucht, um Wirkung zu entfalten.

Kontrollierte Eskalation

Mit »Release The Dogs« zieht das Tempo wieder an. Der Song ist aggressiv, beinahe schon bösartig, bleibt im Kontrast hierzu strukturiert. Jay Scotts Drumming verdient hier besondere Erwähnung. Präzise, druckvoll und mit verbaliter dem richtigen Maß an Variation.

»In Love With The Pain« zeigt eine leicht andere Facette der Band. Der Song ist persönlicher, weniger plakativ, ohne weich zu werden. Rob Watson transportiert hier eine Form von Akzeptanz, die nicht versöhnlich klingt, sondern abgeklärt.

Starkes Finale

»Death Grip« mit A DAY TO REMEMBER bildet den Abschluss. Ein mutiges Feature, das funktioniert. Die Kombination aus Hardcore und modernerem Metalcore-Ansatz sorgt für einen letzten Spannungsbogen. Der Song ist hymnisch, ohne kitschig zu sein, und bleibt auch nach dem letzten Ton im Kopf.

»Valley Of Death II« ist ein selbstbewusstes Album. LIONHEART klingen fokussiert, erfahren und gefährlich kontrolliert. Die Band verlässt sich nicht auf alte Rezepte, sondern verfeinert das, was sie ausmacht. Keine Experimente um ihrer selbst willen, keine unnötigen Spielereien. Stattdessen ein Hardcore-Album, das Haltung zeigt und musikalisch überzeugt.

Wer LIONHEART kennt, bekommt genau das, was er erwartet, nur besser ausgeführt. Wer neu einsteigt, findet hier einen guten Zugang zu einer Band, die weiß, wofür sie steht.

Fazit: Mit »Valley Of Death II« unterstreichen LIONHEART, dass sie zu den führenden Kräften im Hardcore-Genre gehören.

Internet

LIONHEART - Valley Of Death II - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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