Band: Stockholm Syndrom
Titel: Rot ’n’Roll
Label: Selfreleased
VÖ: 2011
Genre: Death/Thrash Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Die Osttiroler Stockholm Syndrom gibt es seit 2004. Auf der Bandseite steht das man sich seit diesem Zeitpunkt zu einer Death/Thrash Metal Band entwickelt hat. Gut das lassen wir mal so stehen, denn live konnten wir die Jungs schon erleben und Ansätze aus diesem Genrebereich sind durchaus vorhanden. Dennoch würde ich der Mannschaft deutlich farbenprächtiger und durchwachsener einstufen. Aufgrund vieler Grind und anderen harschen Elementen stellt die Kapelle eine Spielweise dar, die bestens mit dem Titel ihres aktuellen (wenn mich nicht täuscht 2. Machwerk) kokettiert.„Rot ’n‘ Roll“ nennt sich das Langeisen und das trifft den Nagel auf den Punkt. Zwischen eben den genannten Techniken aus dem härteren Bereich hat man noch einige Hard Rock und Power Elemente hinzugeflochten und das Mischergebnis ist nicht nur eigenständig, sondern durch selbiges hebt man sich aus der Masse vieler Truppen hervor.

Sehr melodisch im typischen, heroischen Death Metal Eck wird „Hailz Satan“ angespielt. Dröhnende Melodie – Vibes verleihen dem Start die besondere Würze. Voran schreitet man deutlich steifer und bretternder. Mit viel Druck am Gaspedal ballern die Jungs eine sehr fetzige Nummer runter. Gekonnt fließen Groove und raue, teils rotzige Soundstrukturen zusammen. Gore lastige Grunzereien runden den Refrainpart ab und somit schließt man den Kreis sehr schön und gönnt uns gleich eine sehr tolle Abgehnummer.

Kurz ruhiger an getippt lässt man die Maschinerie bei „Melody of Death“ wieder ordentlich dahin rollen. Deutlich ungestümer und mit weniger Rockelementen bricht man uns hier das Genick. Roh ungeschliffen und hart walzt man mit einer ungehörigen Kraft alles platt.

Im melancholischen, besänftigenden Style wird der Anfang bei „R.I.P. (Rest in Pieces)“ gewagt, doch man verspürt schon den bedrohlichen Beiklang und so ist man auf der Hut, denn das harte Ende folgt sogleich. Dennoch wirkt der Song insgesamt deutlich melodischer, aber auch ein großes Ausmaß an Groove darf nicht fehlen und dem misst man viel Bedeutung zu. Gute Kombination die weiterhin zu beeindrucken vermag.

Den Spieß dreht man beim darauf folgenden „Blistering Aims“ wieder um. Die Melodien mussten fast gänzlich wieder bretterharten Soundskeletten weichen. Rhythmus technisch versetzt man dem Ganzen mit einigen Wechseln die Krone auf. Durch leichte komplexere Ansätze hievt man das Stück lockerst aus dem simplen Eck, dennoch führt man das wechselhafte Konzept sehr gut zusammen.

Wie ein Wirbelwind dreht sich die Stockholm Syndrom Fahne im Wind. „Dies Irae“ wird einmal mehr komplett in eine andere Richtung gelenkt. Der melodisch – shakige Anfang versprüht viel Fun, doch schon prescht die Einheit mit harschen Soundeinsätzen dahin. Durch die Hard Rock, als auch Power Einflüsse kann man sehr saubere, eigenständige Akzente setzen und das findet man heut zu tage viel zu selten.

Äußerst thrashig wird „Schizophrenia“ angestimmt und auch bei der Fortsetzung setzt man vermehrt auf den Rhythmus Power meets Thrash. Gekonnte Mischung die sich in den Gehörgang wie eine Virus reinbohrt und dort auch nicht wieder weg zu bekommen ist. Ohrwurmcharakter? Ja definitiv und durch den Sound der hier aus den Boxen schallt weiß man weiterhin zu begeistern, aber auch das Interesse zu wecken.

„Dosinatas“ ist eine ruhige, leicht melancholische Zwischenunterbrechung und bildet so den Ruhepol der kurzen Art auf dem Album.

Mit viel Grind im Gepäck rattert man mit „Insects Decompose The Rest“ weiter. Rollende Schlageffekte werden das Programm sehr gut auf. Deutlich straighter und eingängiger geht man hier zwar zu Werke, aber man sollte sich hüten den Jungs ein einfallsloses Spiel anzudichten. Vielmehr wird zwar eben alles etwas simpler abgehalten, aber weiterhin baut man auf ein dezentes Maß an Abwechslung im Gesamtsound.

Vollendet wird das Ganze noch durch das abschließende „Stockholm Syndrom“ welches mit einem Soundintro der Horror/Psycho Art eingeleitet wird. Diesem folgt einem bedrohlich – melancholische Umstrukturierung. Nach gut 2 Minuten prescht man wie eine wilde Meute über unsere Köpfe hinweg und metzelt nach Leibeskräften bis zum infernalen Ende hin.

Fazit: Sauber kann man da nur sagen. Diese Eigenproduktion ist einfach unglaublich. Alles stimmt, Sound, technisches Kombination und Spielfreude. Deathplagued haben einen legitimen Metal Kollegen in Osttirol bekommen. Diese und eben Stockholm Syndrom bilden von nun ab die Speerspitze in Sachen Metal aus diesem Teil des Tiroler Landes.

Tracklist:

01. Hailz Satan
02. Melody of Death
03. R.I.P. (Rest in Pieces)
04. Blistering Aims
05. Dies Irae
06. Schizophrenia
07. Dosinatas
08. Insects Decompose The Rest
09. Stockholm Syndrom

Besetzung:

Nermin Cenanovic (voc)
Bert L. Steiner (guit)
Werner Neuschitzer (guit)
Marco Draschl (bass)
Andreas Rogl (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.