Dornenreich zählt ja zu den beliebteren und bekannteren Bands aus unserem Heimatland. Nach der Nachtreisen Tour, der Veröffentlichung der DVD und der Paganfest Tour war es natürlich mal Zeit, sich mit Jochen „Eviga“ Stock über die Vergangenheit und auch die Zukunft mit dem neuen Album Flammentriebe zu unterhalten.

Hi, danke dass du dir vor eurem Auftritt noch Zeit für das Interview nimmst, wie geht’s so?

Ja, es geht so, ich bin noch etwas durch den Wind, wir sind ja gerade erst angekommen, quasi direkt von der Autobahn hierher.

Ihr habt ja gestern am Metalfest in Deutschland gespielt, war da das Wetter auch so katastrophal wie hier?

Nein, da haben wir eigentlich Glück gehabt, das war ein Flughafengelände, da war eigentlich alles asphaltiert, es wäre ja hier auch schon alles entspannter wenn der Schlamm nicht wäre.

Es ist ja heute die zweite Station bei den Metalfesten, wie ist das Resümee bisher?

Ja, sehr gut für uns, wir waren gestern wirklich froh, dass wir nicht auf der Open Air Bühne spielen mussten, wir waren da im Hangar und der ist ja zum Glück überdacht. Es war aber ein guter Auftritt für uns, die Leute waren wirklich bei der Sache. Nach einem langen Festivaltag und unserem 60-Minuten-Programm wollten die Leute immer noch Zugaben hören. Das war natürlich ein sehr gutes Zeichen.

Was hältst du eigentlich davon, dass eigentlich das gesamte Lineup der Paganfest-Tour, also Eluveitie, Finntroll, Arkona, Varg und ihr, so kurz nach der Tour eigentlich wieder auf Festivals spielt, in dessen Nähe ihr ja eh erst vor kurzem wart?

Es war abzusehen, dass hier alle Tourbands wieder zusammen kommen. Es sind ja so wahnsinnig viele Bands hier, über 90 oder so, da muss man halt auch die nehmen die eh schon unterwegs sind. Ja, es überschneidet sich jetzt ein bisschen, ich mach mir da aber nicht allzu viele Gedanken darüber.

Hauptsache spielen?

Es war ja alles gut promoted, für uns ist es ein guter Abschluss für das Jahr, da wir ja dann nach dem Metalcamp mal eine Pause einlegen werden, um uns ganz auf die Aufnahmen zum kommenden Album zu konzentrieren.

Ja zum Paganfest allgemein, ihr seid ja nicht unbedingt die Band die man mit Pagan in Verbindung bringen kann und die eher nicht so ins Lineup gepasst hat. Trotzdem viele neue Fans gefunden?

Für uns hat es sich auf alle Fälle gelohnt. Es sind immer viele Leute auf uns zugekommen, selbst in Österreich, und haben uns gefragt, woher wir kommen, da war ich selbst erstaunt, dass die noch nie im Leben von uns gehört hatten, aber es war ja auch genau das der Sinn der Tour, dass man neue Leute erreicht, die dann – im Idealfall – auch noch begeistert sind. Es ist voll aufgegangen für uns, wobei wir ja auch gewusst haben, worauf wir uns einlassen.

Wie war so der Besuch der Konzerte, ich hab ja nur das Beispiel Linz wo eigentlich der Posthof sehr voll war?

Es war eigentlich generell gut besucht, sicher waren schwierige Tage dabei, meistens Montag und Dienstag, aber generell waren die Konzerte durchwegs sehr gut besucht. schon sehr gut besucht, was angesichts der Tatsache, dass der Live-Sektor stark umkämpft ist, besonders positiv ist.

Live habt ihr jetzt noch das Metalfest, das Metalcamp und dann war es das für die Nachtreisen-Tour, die ja doch jetzt fast zwei Jahre gedauert hat?

Ja, das ist jetzt die dritte Tour der „Nachtreisen“-Konzertreihe gewesen und wir legen nach dem Metalcamp ganz bewusst eine längere Pause ein – und ziehen uns ins Studio zurück.

Die Songs für die neue Scheibe werden ja schon fertig sein?

Im Moment entstehen gerade die Click-Tracks. Die Gitarren und das Schlagzeug sind schon komplett auskomponiert, bei den Geigen fehlen noch einige Arrangements. Ende Juli geht es dann aber los mit den Aufnahmen in Markus Stocks Klangschmiede. Im August werden die Geigen bei uns in Tirol aufgenommen und Mitte September geht es dann wieder zu Markus ins Studio – für Stimme, Mix und Mastering.
Für das Booklet bzw. die gesamte physische Fertigstellung lassen wir uns dann noch eine ganze Weile Zeit, weswegen nicht vor Februar 2011 mit einer Veröffentlichung zu rechnen ist.

Also aufgekommen ist noch nichts?

Nein, aufgenommen ist noch nichts, das passiert dann im Juli und September und wir planen die Veröffentlichung für Februar 2011.

Da fallen ja dann das Dornenreich Jubiläum und auch das von eurer Plattenfirma Prophecy zusammen?

Genau, 15 Jahre Prophecy und 15 Jahre Dornenreich. Dementsprechend viel haben wir vor.

Das Album wird ja wieder ein reines Metal Album?

Ja rein ist jetzt relativ, akustische Gitarren haben wir ja schon immer gehabt, werden wir auch auf dem neuen Album haben, aber im Zentrum steht dieses Mal eine Black-Metal-Instrumentierung – also intensives Schlagzeugspiel und gleißende Gitarren – erweitert um das facettenreiche Geigenspiel Inves.

Im Liveprogramm habt ihr ja auch schon ein Stück davon gespielt.

Ja genau, und das deutet auch schon an, wie das neue Album wird.

Wird es auch heute dabei sein?

Normalerweise schon, außer es gibt natürlich Verzögerungen und wir müssen irgendwas streichen von der Setlist, sonst denk ich schon.

Die DVD ist ja jetzt schon seit einiger Zeit auf dem Markt, wie seid ihr so mit dem Erfolg zufrieden, hättet ihr mit mehr gerechnet?

Ja, es war ja die schwierigste Produktion bisher, mit so vielen Hindernissen und letztendlich bin ich sehr zufrieden damit. Ich denke sie ist sehr gut geworden, auch professionell von der Machart her. Ich finde auch, dass wir die Stücke gut rübergebracht haben. Der akustische Auftritt war erst der fünfte Auftritt zusammen mit Inve und das Ergebnis ist erstaunlich, was nicht selbstverständlich ist, da es bei Live-Mitschnitten immer wieder auch auf die Tagesverfassung ankommt – und ich kann mich noch gut
daran erinnern, dass wir vor dem Auftritt in der Krypta nicht viel Schlaf hatten. Auch die Kritiken waren sehr gut.

Bei einem Rückblick auf die gesamte Nachtreisen-Tour, kann man da sagen, dass es eher positiv war oder waren doch zu viele negative Momente dabei?

Es gibt immer wieder schwierige Dinge, wir hatten zum Beispiel auf der Paganfest-Tour einen Busunfall, das ist dann schon extrem. Der Busfahrer hatte in Leipzig mit einem Wintereinbruch bzw. dichtem Schneetreiben und Glatteis zu kämpfen. Leider sind wir dann tatsächlich von der Straße gerutscht. Verletzt wurde zum Glück niemand, aber der Bus war zu schwer beschädigt, um weiterzufahren. Wir haben dann die ganze Nacht auf den zweiten Tourbus gewartet ohne groß viel Schlaf, sind 30 Minuten vor dem Auftritt angekommen, dann noch schnell Gitarre stimmen und ab auf die Bühne. Generell waren die 24 Konzerte ohne Pause bzw. Day-Off dazwischen freilich schon sehr anstrengend, weil zwischen den Konzerten teilweise auch enorme Distanzen zurückgelegt werden mussten, aber die Stimmung unter den Bands, der Crew und dem Tour-Management war durchaus freundschaftlich, weswegen schlussendlich alles gut ablief.

Die anderen Nachtreisen Touren, wie zum Beispiel die mit Mely und Agalloch, waren auch erfolgreich?

Ja, unser Booker macht seine Sache äußerst gewissenhaft und wir achten immer darauf, dass wir Bands mitnehmen, die den gesamten Abend abrunden. So verliefen die Konzertreisen mit Mely, Agalloch bzw. Ahab und Fjoergyn für alle Beteiligten ausgesprochen positiv.

Dann danke ich dir, die letzten Worte gehören wie immer dir.

Ich kann mich an dieser Stelle nur bei unseren Fans bedanken. Es ist immer wieder schön, zu sehen, dass viele von ihnen immer wieder zu unseren Konzerten kommen, weil sie etwas Besonderes in der Musik und den Texten sehen. Wir nehmen uns nach den Auftritten auch immer Zeit, um mit den Leuten zu sprechen, weil uns ein wirklicher Austausch mit den Menschen, die sich mit Dornenreich identifizieren, sehr wichtig ist. Es ist großartig, wenn man so loyale und leidenschaftliche Fans hat wie wir, und es ist etwas, worauf man aufbauen kann – in diesen Zeiten der Beliebigkeit. Danke und auf bald!

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