Bands: Sabaton, Eluveitie, Wisdom Date: 11.03.13 Venue: Rockhouse, Salzburg

Bekannte Metal-Bands scheinen in den letzten Jahren immer mehr einen Bogen um Salzburg zu machen. Klar, München ist nicht unbedingt weit entfernt und alleine aufgrund der größeren Anzahl an geeigneten Locations sicher für Tour-Veranstalter eine bessere Wahl als Rockhouse und Co.

Es gibt aber auch Ausnahmen und manchmal hat doch die eine oder andere Band auch Salzburg auf dem Kalender. Dieses Mal war es eine der derzeit wohl heißesten Aktien auf dem Metal-Markt: Sabaton. Natürlich muss man als Metalfan in der Mozartstadt froh sein, dass man ein Package dieser Größenordnung verpflichten konnte, aber ob das Rockhouse nicht etwas zu klein für das einzige Konzert im deutschsprachigen Raum auf dieser Tour ist, nachdem im Herbst bereits deutlich größere Hallen wie das LKA Longhorn in Stuttgart oder das Backstage Werk in München restlos ausverkauft waren? Diese Frage lässt sich eigentlich recht einfach beantworten: ja es ist zu klein, aufgrund mangelnder Alternativen jedoch immer noch besser, als gar kein Sabaton-Konzert in Salzburg.

Da, wie zu erwarten, das Konzert bereits im Vorfeld ausverkauft war, war es auch klar, dass bereits vor dem eigentlichen Beginn bereits einiges los sein wird. Im Foyer des Rockhouse bildete sich bereits eine lange Schlange und es war gleich zu erkennen, dass es sich an diesem Abend um ein sehr gemischtes Publikum handelt, dass alleine aufgrund der zu hörenden Dialekte teilweise nicht unbedingt eine kurze Anreise hatte.

Nun aber genug der einleitenden Worte, es wurde ja auch Musik gespielt an dem Abend. Den Beginn durften hier die ungarischen Power-Metaller Wisdom machen. Nachdem ich es im Herbst in Wörgl nicht zu den Jungs geschafft habe war ich natürlich gespannt, was mich hier erwartet. Mit ihrem irgendwie an Hammerfall mit leichtem Maiden-Einfluss erinnernden Sound sorgten sie vor bereits recht voller Halle von Beginn an für gute Stimmung. Instrumental gibt es bei den Jungs wirklich nichts auszusetzen, auch von den Songs her ist das Material von Wisdom gar nicht mal schlecht. Was jedoch Live nicht unbedingt zu 100 Prozent passt ist der Gesang von Sänger Gabor, der doch das eine oder andere Mal daneben greift, was vor allem die Songs mit großer Hammerfall-Ähnlichkeit betrifft. Wenn es dann gesanglich in Richtung Iron Maiden geht, vor allem beim Cover Wasted Years, zeigt er jedoch, dass er auch einiges drauf hat. Nach einer guten halben Stunde ist jedoch der Auftritt der Ungarn wieder zu Ende. Ein guter Start in den Abend, der aber doch noch ausbaufähig ist.

Setlist:

01. Fallin‘ Away From Grace
02. Somewhere Alone
03. War of Angels
04. Live Forevermore
05. Wasted Years (Iron Maiden cover)
06. Wisdom
07. Judas

Wie auch schon bei der Tour im Herbst sind Eluveitie aus der Schweiz wieder mit dabei. Dass es sich dabei um eine Top-Live-Band handelt haben sie schon dutzendfach bewiesen und auch an diesem Abend zeigen sie sich wieder von ihrer besten Seite. Im mittlerweile sehr engen Rockhouse spielt sich die Band ohne Sängerin Anna Murphy durch einen Querschnitt aus alten Hits und neuen Songs vom aktuellen Album Helvetios. Gerade durch das Fehlen des weiblichen Gesangsparts fallen die Songs an diesem Abend um einiges härter aus. Egal ob Thousandfold, Inis Mona oder auch Havoc und Helvetios, die Songs werden in einer beeindruckenden Qualität auf das Salzburger Publikum losgelassen. Zwar fehlen Songs wie A Rose For Epona, die sonst für etwas Abwechslung zum härteren Stoff sorgen, aber bevor der Gesang von Anna vom Band kommt ist das weg lassen sicher eine gute Alternative. Wie schon bei meinem Besuch in Wörgl bleibt also auch hier nichts Negatives hängen. Wenn man bedenkt dass es sogar zu einem fetten Circle Pit geschafft hat kann man sicher von einem gelungenen Auftritt sprechen. Eluveitie schaffen es also auch als Support das Rockhouse zum Kochen zu bringen und man kann daher nur hoffen, dass man auch mal wieder als Headliner mit Anna im Gepäck einen Halt in Salzburg einplant.

Setlist:

01. Helvetios
02. Luxtos
03. Thousandfold
04. Neverland
05. Santonian Shores
06. Home
07. Inis Mona
08. The Uprising
09. Uxellodunon
10. Havoc

Es wird richtig eng im Rockhouse. Der Europe-Hit Final Countdown erklingt. Das kann nur eines bedeuten – es geht gleich mit Sabaton los. Die durch den unter anderem schon bei Therion, King Diamond und auch Dream Evil spielenden Snowy Shaw (er ersetzt den derzeit pausierenden Robban Bäck am Schlagzeug) verstärkten Schweden hatten von Beginn an leichtes Spiel in Salzburg. Gleich bei dem zu erwartenden Opener Ghost Division geben die Jungs auf der Bühne Vollgas und sorgen so für eine großartige Stimmung. Sänger Joakim hat das Publikum sofort im Griff und in jeder Pause tönt das obligatorische „noch ein Bier“ aus dem Publikum. Natürlich dürfen auch neue Songs vom aktuellen Album Carolus Rex ebenso wenig fehlen, wie Songs von den alten Alben. Auch das typische Trinkspiel mit Zeitmessung muss wieder auf dem Zeitplan stehen. Auch wenn die Teilnehmer aus Salzburg einige Versuche brauchen bis eine ordentliche Zeit geschafft wird und am Ende doch Joakim selbst der Sieger ist, bleibt es ein gutes Showelement. Es wurde aber nicht nur getrunken, es ging auch mit Musik weiter. Das typische Auswahlspiel, also dass sich das Publikum wieder einen von zwei von Joakim vorgegebenen Songs auswählen darf, funktionierte auch wieder sehr gut, was unter anderem zu Songs wie Attero Dominatus oder Uprising führte. Das Joakim früher einmal Keyboard gespielt hat dürften ja einige wissen. Daher setzt er sich den Band-Klassiker The Hammer Has Fallen auch ans Keyboard (dass er zuerst I Will Survive ansingt muss natürlich auch erwähnt werden), wobei bei diesem Song auch die beiden Gitarristen Chris Rörland und Thobbe Englund zu Akustik-Gitarren wechseln. Wie auch schon in Wörgl durfte auch ein schwedisch gesungener Song nicht fehlen. Das genial umgesetzte A Lifetime Of War (oder auch En Livistid I Krig genannt) klingt zwar auch in der Muttersprache von Sabaton interessant, für Leute die den Originaltext mitsingen wollen ist es jedoch relativ ungewohnt. Der reguläre Teil ist dann aber mit Swedish Pagans auch schon wieder zu Ende ehe man für The Art Of War, den Klassiker Primo Victoria und das obligatorische Metal Crüe nochmal zurückkommt.

Setlist:

01. Ghost Division
02. Gott Mit Uns
03. Carolus Rex
04. Poltava
05. Cliffs of Gallipoli
06. Attero Dominatus
07. The Hammer Has Fallen
08. 40:1
09. Uprising
10. En Livistid I Krig (A Lifetime Of War)
11. The Lion From the North
12. Swedish Pagans

Zugabe:

13. The Art of War
14. Primo Victoria
15. Metal Crüe

Was bleibt nun noch zum Besuch von Sabaton im Salzburger Rockhouse hängen? Rein musikalisch kann man eigentlich nur Positives sagen. Wenn Wisdom noch ein wenig am Gesang arbeiten kann durchaus was aus ihnen werden. Schade ist, dass Eluveitie ohne Sängerin Anna am Start waren, am Auftritt bleibt jedoch trotzdem kein Kritikpunkt hängen. Ja und was soll man zu Sabaton noch groß sagen. Ein genialer Auftritt, der aber aufgrund der immer weiter steigenden Bekanntheit wohl der letzte im Rockhouse gewesen sein wird. Allgemein bleibt noch zu sagen, dass die über 30€ für Tickets mittlerweile doch relativ teuer sind. Klar, man bekommt was geboten für sein Geld, aber ob das Preis-Leistungs-Verhältnis so gut passt? Außerdem sollte man sich schon überlegen, ob das Rockhouse für Konzerte dieser Größenordnung wohl wirklich ausreichend ist. Entweder man nimmt die Theke wieder raus, wie schon bei einigen anderen Konzerten, um den zusätzlichen Platz zu schaffen oder man wechselt in eine andere Location.

Share.

About Author

Comments are closed.

Diese Website nutzt Cookies. Bitte beachten Sie unsere Datenschutz-Erklärung

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close