Bands: EPSILON, MOSFET, PRAY FOR PAIN, BATTLECREEK, CEMETERY DUST Date: 30.04.16 Venue: Rockbar, Bramberg am Wildkogel

Die Pinzgauer Headbanger riefen zu einer neuen Ausgabe ihrer Hangman‘s Night. Da Kollege Much ja aus dem Tal der Gesetzlosen ist, mussten wir wohl mal dorthin in den idyllischen Oberpinzgau. Die Lokation an sich ist ja eine größere Bar aufgeteilt in drei Räume. Nicht unbedingt dass wo man etwa eine Live Veranstaltung vermuten würde. Sozusagen traf es das Motto, Platz ist in der kleinsten Hütte. Eine beschauliche Zahl hatte sich eingefunden, um der traditionellen Vormaibaumfeier zu entfliehen.

CEMETERY DUSTPünktlich zu Beginn der Veranstaltung griffen gleich die fünf Herren aus Braunau, Cemetery Dust, an und legten als sogenanntes Thrash Metal Kommando los. Ohne Umschweife wurde gleich los gelegt und man offerierte eine gute Portion des Genres in einer durch und durch melodischen Form. Gute Entertainer Qualitäten zwischendurch ließen schon mal gute Laune vor dem lichten Publikum aufkommen, wenngleich schon einige eifrig dem Namen des Vereins gerecht wurden und zu den Klängen der Oberösterreicher bangten. Die Songs im bandtypisch vertrackten Stil und überzeugend durch ihre Tempo- sowie Solo-Vielfalt gingen gut ins Gehör und man hatte etwas von einer melodischen Kreator Version Made in Austria. Was auch etwas das Aussehen, Gestik und Mimik des Fronters bestätigten. Gesangliche Hochwertigkeit stand dabei ebenso im Vordergrund, wie der Verstand, wie man sich auch Live gegenüber anderen Thrash Möchtegernklonen absetzt. Der gute Strauß des Thrash Blumenstraußes der Formation war wahrlich göttlich anzuhören. Etwas schade war es halt das es nicht mehr Besucher in den fernen Oberpinzgau geschafft hatten. Wer aus der näheren Umgebung war und sich selbst als Thrash Metal Die Hard Fan bezeichnet hat beim Auftritt dieser Combo echt was verpasst. Bis zum Schluss des Sets wurde das Niveau auf dem höchsten Level gehalten und sogar nach einer Zugabe wurde gekreischt.

BATTLECREEKDie nun folgenden Battlecreek habe ich ewig nicht mehr gesehen. Das ebenfalls dem Thrash verfallen Abrisskommando hatte ich zum Beginn ihrer Karriere in meinem Heimatort gesehen, damals noch als von uns etwas belächelte, aber wohl honorierte Thrash Rotzbuben. Dem ist man eindeutig entwachsen und man hat das internationale Thrash Metal Parkett mehr als verdingt beackert. Die Jungs sind eine deutsche Abform des Bay Area Thrash und vor allem Exodus und Konsorten lassen als Einfluss nach wie vor ganz deutlich grüßen. Die Live Umsetzung funktioniert, was auch die sogenannte True Bekleidung der Recken sehr authentisch wirken ließ. Man gehört sicherlich zur jungen, aufkeimenden Speerspitze des deutschen Thrash Metal und das wusste auch den Pinzgauern zu gefallen, welche nun doch etwas zahlreicher vor der Bühne dem bayrischen Thrashkommando huldigten. Die Jungs überzeugten einfach mit einer guten Portion des Genresounds und der absoluten Spielfreude, welche definitiv ansteckte. Kultiger Kuttenthrash einfach, sauber gespielt, mit viel amtlichen Gepose und einer enorm gut animierend vorgetragenen Soundraffinesse. So etwas bekommt man nicht unbedingt aller Tage zu Gesicht, auch wenn die Flut der Old School Thrashbands den Markt strapaziert. Ja aber hierbei muss man auch sagen, dass Battlecreek ebenfalls eine Band sind, welche sich sicherlich auch Off als auch On Stage bestens von vielen Szenekollegen absetzten können und es an diesem Abend bestens offerierten. Feinster Weißwurst Thrash den man sich immer wieder gerne auf der Zunge zergehen lassen wird. Somit hinterließen Battlecreek einen sehr bleibenden Eindruck.

PRAY FOR PAINPray For Pain kann, sahen und siegten. Die zusammenwürfelte Truppe aus ehemaligen Morthem und Sadistic Perversion Mitgliedern, kamen, sahen und nutzten mehr als nur die Gunst der Stunde. Technisch dermaßen ausgefeilt konnte man eine gute Portion Death Core Slam Grind nicht an den Mann/Frau bringen, wie es die Wiener taten. Die Jungs waren ein komplettes Panzerkommando und walzten alles Platt was sich einem in den Weg stellte. Ja du heilige Scheiße, was die Jungs boten hatte ja unter keinem Hut Platz. Gekonnt will ich sagen, denn dieser aufkeimende Sturm des Potpourri des Genregemischs ließ einen mit offener Kinnlade dastehen. Mal war es wieder Death, mal Core und dann wieder Grind. Eigentlich eine Sache wo man glaubte, dass kann ja gar nicht gehen. Die Wiener unterbreiteten aber das dies sehr wohl geht und wie das ging. Eine Granate schlug ein, gefolgt von der Nächsten. Die Bühnenshow musste aufgrund der kleinen Stage etwas dezimiert werden, dennoch holzte man den Schuppen amtlich nieder. Der um sich pöbelnde Deathcore zog einen immer mehr in den Sog und so musste man den Sound nicht nur schätzen lernen, nein man hat sicherlich an diesem Abend das Duo unserer Redaktion verblüfft zurück gelassen. Was folgte war eine infernale Zerstörungsparty mit fetzigen Solis und einem enormen Soundgemsichpotential das Seinesgleichen sucht. Besonders „Fuck Feminism“ klar gegen die überhandnehmende Hassreligion, die augenblicklich der Emanzipation mehr schadet, als nützt war ein Track, welcher sich ins Hirn brannte. Macht definitiv Lust auf bald mehr, denn den Namen Pray For Pain werden wir uns sicherlich lange merken.

Nun kam der Trauermarsch, nämlich der von MosfetMOSFET. Dies heißt nicht das die Band jemals auf Platte oder Live schlecht war. Nein auf keinen Fall, es war einfach nur einer der letzten Live Auftritt der Marchtrenker Death/Thrash Combo und dies zauberte mir wahrlich eine Träne ins Auge. So viele geile Gigs hatten die Jungs vorgelegt und coole Granaten und dann lösen sich die Jungs echt auf. Schade dass es soweit kommen musste. In persönlicher Hinsicht und dies darf man durchaus sagen konnte man nichts vernehmen, denn das bekannte Abrisskommando bot in gewohnter Manier einen perfekt abgestimmten Auftritt. Leider spielte der Promillepegel des Publikums nicht mehr so mit. Die Mehrheit der Besucher gönnte sich eher einen Schuss Alkohol und vor der Bühne schien eher gähnende Leere. Etwas schade das mitanzusehen, denn am Auftritt kann es einfach nicht gelegen haben, denn die Jungs boten wirklich alles was ihnen zur Verfügung stand. War definitiv traurig so etwas zu sehen, denn als Farewellshow hätte ich mir auch seitens der Oberpinzgauer etwas anderes erwartet. Die Mosfetjungs waren aber eifrig am weiterzocken und ließen sich nicht beirren. Man beschallte die Besucher nach besten Kräften und ließ sich nichts anmerken. So kenne ich die Boys und das hat sie immer ausgemacht. Egal wie viele Besucher, stets wurden 100% gegeben. Leider zum letzten Mal. Somit mit einem weinenden (sie nie mehr Live zu erleben) und einem lachenden Auge (etliche, fette Gigs mit ihnen miterlebt zu haben die mir ewig in Erinnerung bleiben) kann auch der werte Berichterstatter nur noch sagen. Farwell Mosfet, danke für all eure tollen Songs und Megageilen Auftritte.

EPSILONMit Epsilon betraten nun die letzten im Bunde die Stage. Bei der aus St. Pölten stammenden Death Formation war leider auch nicht mehr Publikum als bei Mosfet, was ebenfalls ein trauriges Bild war. Nur mehr die hartgesottenen waren vor der Bühne, mit Sicherheit auch aufgrund der Spielzeit. 5 Bands waren einfach zu viel vielleicht. Die groovige Musik des Quintetts ging schnell und unvermindert ins Gehör und somit konnte sich der Sound in seiner vollen Pracht entfalten. Sehr viel Energie in der Performance war auszumachen und man offerierte, dass man ebenfalls gute Miene zum bösen Spiel machen konnte. Sänger „Krise“ und sein „fleischiger“ Gitarrist waren viel unterwegs und hopsten somit runter von der Bühne und ab ins lichte Publikum. Die Jungs waren wirklich versiert und man riss schnell alle vorhandenen Barrieren nieder. Schwungvoll ging es vor der Bühne zu. So kamen allesamt kraftvollen Nummern bestens zur Geltung, wenngleich das schwer gebeutelte Publikum sich mit Abstand den Auftritt ansah. Somit leider nicht unbedingt was die Besucher betraf ein Triumphzug, aber unsererseits konnte man ordentlich die Trommelfelle zum Beben bringen. Tja irgendwann ist endgültig Schicht im Schacht und der Abend endete mit einem versierten, wenn auch nicht mehr so gehuldigtem Abend, mit einer tollen Leistung seitens Epsilon schließlich zu Ende.

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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