Bands: Cannonball Ride, Undercover, Hard Excess, DeLorean Date: 05.01.13 Venue: Volkshaus, Lienz

Einmal mehr rief die Rockbeat Crew ins entfernte Osttirol. Ich weiß wohl das wir schon mehrmalig über die Klasse und Perfektion der Mannschaft berichtet haben, dennoch kann man ihre Veranstaltungen nicht oft genug loben. Es ist wirklich alles bis ins Detail durchgeplant und das von Beginn bis zum Ende. Gute Preise und Fan nahe Betreuung ist einem da als Besucher immer gewiss. Dieses Mal ging es nicht in Richtung Lienz aufgrund der Metalbunker, nein eine erneute Runde des Stormbringer Festivals stand an. Keine Frag dass man da sich nicht lange bitten lässt und eine längere Anfahrt in Kauf nimmt. Bis dato waren mir der kleine Saal im Volkshaus ein Begriff, jedoch der große im Obergeschoss war mir weniger bekannt. Ein kurzer Blick genügte um hellauf begeistert zu sein von der Aufteilung. Hier könnte man durchaus mehr Konzerte machen, da hätten wir wirklich nichts dagegen. Eine kürzere Überbrückungszeit nutzte das Trio des Metal Underground Webzine, um einige Sachen in Erfahrung über die Zukunft des Rockbeat Vereins in Erfahrung zu bringen (mehr dazu aber im Laufe des Jahres 2013).

De Lorean wurden mir von unserer Nicole schon wärmstens empfohlen, bis dato waren mir die Jungs und das Mädel hinterm Schlagzeug kein Begriff. Schon bei den ersten Klängen konnte man stark heraus hören dsc_0109_702x1060dass sich hinter der Formation ein unglaubliches Potential verbirgt. Wenngleich man an diesem Abend sehr stark mit Soundproblemen zu kämpfen hatte. Das kokettieren in Richtung „Back to the Future“ war dabei aber mir eher egal. Vielmehr lauschte meine Person ganz genau was da vorgetragen wurde. Der Sänger hat ein Organ, welches deutlich im erdigen Har Rock Bereich angesiedelt ist. Wenngleich die Truppe deutlich melodischer agiert, wirkten die Stücke nicht astrein in diesem Bereich. Vielmehr würde ich der Formation ein progressives Händchen attestieren. Wie auch immer komplett konnten die Herrschaften leider nicht überzeugen, denn wie schon erwähnt kämpfte man zu Beginn ganz stark mit dem Sound. Ein zu lautes Keyboard, gefolgt von einem zu starken Bass minderten etwas das Gesamterscheinungsbild. Wie auch immer als Opener durchaus gut und auch den ersten Fans im Volkshaus schien man gut zu gefallen. Hierbei ist aber auch das zweite Manko, denn der Frontmann besitzt zwar ein gutes Organ, dennoch sind seine Entertainment Qualitäten noch stark mangelhaft. Sicherlich bekommt man ohne Ansagen einige Songs mehr, aber das Publikum wird man dabei nicht schnell auf die Seite ziehen können. Dies spiegelte auch das Bild vor der Bühne wieder. Zwar wurden die Songs artig beklatscht allerdings schienen die Lienzer deutlich länger zu brauchen sich der Band hinzugeben und wie es dann soweit war, war auch schon der Gig wieder vorüber. Wie auch immer als Opener wie erwähnt eine gute Leistung und Potential und Qualität birgt sich allemal hinter der Band. Die Stücke gemischt von eigenen und Coverinterpretationen waren gut aneinandergereiht und vor allem die Einfädelung von eigenen Innovationen hörte sicher mehr als gut an. Besonders das Megadeth Cover „Trust“ war unglaublich gut, vor allem die eigen eingefädelten Tempos passten gut, auch wenn man das Stück deutlich langsamer vortrug, wie Meister Dave und seine Mannen. Guter Auftritt wie gesagt und bin mir sicher dass wir wohl recht bald was Neues von De Lorean zu hören und sehen bekommen.

Die nächsten im Bunde wurden uns im Vorfeld von Marco umschwärmt vorgestellt. Gut meine Person betreffend will sich da immer erst ein Bild machen bevor es lauthals kreischt der Junge hatte recht. Dem war auch so und wie, mit offener Kinnlade stand meine Person da und lauschte der Cover Band. Gut wir alle wissen es ist immer schwierig genauer auf eine Cover Band einzugehen, dsc_0215_702x1060doch was da auf der Bühne abging war einfach unglaublich. Alle alten Helden meiner Jugendzeit wurden da in einer Messe der Hommage vorgetragen und bei geschlossenen Augen und das meine ich ehrlich, hätte ich mit Bestimmtheit nicht sagen können ob das nun eine Cover Band oder das Original ist. Alleine schon der facettenreiche Gesang von Basser Egger Andi sprach Bände. Tiefe wie auch hochschrille Parts servierte er einfach locker vom Hocker. Somit eine gute Lehrstunde für viele Leute an diesem Abend und das Publikum hatte binnen Sekunden Gefallen an der agierenden Truppe gefunden. Old School Metal as it’s Best wurde da offeriert und vor nichts wurde Halt gemacht. Dass die noch sehr jungen Burschen ihre Instrumente sehr gut beherrschten hörte man und so konzentrierte man sich auch um ja keine amtlichen Posen auszulassen, somit wurde für den Old Schooler auch was für das Auge geboten. Manowar, Iron Maiden, AC/DC, Judas Priest und so weiter fast alle alten Helden waren dabei und wurden erstklassig vorgetragen. Besonders beim Helloween Cover „I Want Out“ war ich etwas skeptisch einen Michael Kiske so vorzutragen das man zufrieden ist verlangt viel. Meister Egger schaffte es und wie, sodass er mir sogar eine Gänsehaut vom Hals bis hinunter zum Hinterteil zauberte. Die Truppe war einfach unglaublich und solch eine Cover Band und mit solch einem jungen alter findet man vergleichsweise in Österreich nicht wieder. Partystimmung pur wurde projetziert und von den Fans in der Halle dankend aufgenommen. Schier satt hören konnte man sich nicht und so war es kaum verwunderlich das die Musikliebhaber der alten Schule vor der Bühne nach immer mehr kreischten und man auch gerne einer Zugabe nachkam. Diese Formation wird mir wohl lange in Erinnerung bleiben und so hoffe ich dass ich die Truppe recht bald wieder zu sehen bekomme. Abwechslung und authentisches Auftreten wurde in einer meisterhaften Lehrstunde in Sachen Old School Metal vorgetragen. Alle zu verfügen stehenden Daumen hoch kann ich da nur sagen.

dsc_0482_1600x1060In einer Umbauphase durften nun Da Capo ihre Entertainment Qualitäten beweisen. Als Berufssoldat ist eine Trommeltruppe für mich eher nicht meins. Das habe ich ja sowieso jeden Tag, jedoch konnte man die Fans in Lienz gut unterhalten und auch ich muss sagen, dass ihre Trommelei eine gute Auflockerung an diesem Abend war. Marschqualitäten hat man und denke ich werde mir die Herrschaften wohl mal für eine Exerzierausbildung mal ausleihen 😉

Undercover waren nun an der Reihe da einen drauf zu setzen. Ehrlich gesagt hatte ich meine absoluten Zweifel nach der Vorgängerband hier noch was hinzuzufügen. Doch schon beim angestimmten Deep Purple Cover wurde ich eines besseren belehrt. Was vorhin noch mehr in die 80er ging wurde nun um noch einige Jahre in der Zeitrechnung nach hinten gedreht. dsc_0584_702x1060Die Virgener Combo ist deutlich mehr dem 70er Rock zugetan und so war es kaum verwunderlich das Streckenweise auch haarscharfe Psychodelic Sounds durch die Boxen krachten. Dieser Art des Rocks muss man einfach angetan sein und streckenweise sind etliche Stücke mehr für den Genuss als abzugehen. So wurde es auch vor der Bühne deutlich ruhiger, wenngleich auch einige hartgesottene eifrig beim Weiterfeiern waren. Thomas Brandstätter war wie schon sein Vorgänger ein Sänger bei dem einem einfach die Kinnlade nach unten klappt. Bei seinen urtypischen, im Osttiroler Dialekt ins Publikum geworfenen Ansagen hätte ich nie geglaubt dass sich solch ein qualitatives Potential hinter ihm verbirgt. Es barg sich aber eines und was für eines. Wie schon beim Vorreiter und bei geschlossenen Augen hätte ich auch hier niemals sagen können ist das nun das Original oder eine Cover Band. Somit eine weitere Cover Band die man unbedingt mal an checken sollte. Sicherlich sind die Stücke aus der Feder wie beispielsweise Styx sehr runter ziehend und ermüden recht schnell aber vom technischen Hochgenuss und von einer entspannten Betrachtungsweise waren die Tracks der absolute Hammer, dennoch merkte man den Lienzer Fans recht bald an, dass man durch die Set-list mit der Zeit etwas ermüdete. Wie auch immer nach vielen gut vorgetragenen Covern waren aber einige noch lange nicht bereit die Formation ziehen zu lassen. Somit gab man auch ihnen recht gerne nach und ließ einen Zugabesong vom Stapel.

Zu sehr später Stunde kam ein kompletter Stilwechsel. Denn wer die Jungs von Cannonball Ride kennt, weiß, dass hier astreiner, teils sehr melodischer Metalcore zu hören sein wird. Die Core und Power Ranger Fraktion, welche sich den restlichen dsc_0820_1600x1060Abend über mehr im Hintergrund gehalten hatte war nun gefragt sich den Rhythmen hinzugeben. Bei den Oberösterreichern weiß man einmal los gelassen gibt es bei ihnen kein halten und so war es auch kaum verwunderlich das man gleich wie ein Flächendeckender Brand alles in Schutt und Asche legte. Sicherlich war die Besucheranzahl stark dezimiert, allerdings rückten diese recht bald nach vorne um den Burschen auf der Bühne noch einmal richtig Tribut zu zollen. Es ist bei ihnen wirklich völlig egal selbst aus Kinderliedern würden sie wohl Mördergranaten zaubern und so war man bei bester Laune hier das komplette Repertoire ins Publikum zu schleudern. Besonders das für mich mittlerweile favorisierende „Smoke an Mirrors“ war wieder mit von der Partie und dabei war für mich der Abend vollends und sehr gut abgerundet. Obwohl das feierwütige Publikum dezimiert und etwas schlapp war wurden noch einmal alle Reserven rekrutiert und so konnte man gut Tribut zollen und den Jungs auf der Bühne konnte auf eine gut animierte Audience zurückgreifen.

Somit ging eine erneute Runde des Stormbringer Festivals dem Ende zu und man hofft auf eine Fortsetzung vielleicht sogar noch in diesem Jahr. Einmal mehr bedanke ich mich bei unserem Marco, Oliver und Dominik für ihre wirklich extreme tollen Festln und für die Reservierung unserer Unterkunft. Hier möchte meine Wenigkeit sich bei allen Mitarbeitern des Haidenhofs bedanken für die wirklich tolle Bewirtung und tolle Atmosphäre. Wir kommen sicherlich alsbald wieder als Besucher 🙂

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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