Bands: Tremonti, Malrun Date: 07.02.13 Venue: Backstage Halle, München

Man stellt sich folgende Situation vor: du bist Gitarrist in einer Band, die es sowohl mit Album als auch mit Single auf Platz 1 der US-Charts schafft. Einer Band die ein Album veröffentlicht, welches es in die Top 100 der meistverkauften Alben überhaupt in den USA schafft. Nebenbei bekommst du von einem Gitarrenhersteller ein eigenes Signature-Modell – als zweiter nach einem gewissen Herrn Santana. Zahlreiche Auszeichnungen für die Gitarrenarbeit aber auch das Songwriting (so einen Grammy hat nicht jeder in der Hard Rock Branche) und auch noch eine zweite durchaus erfolgreiche Band kommen noch dazu. Ich will jetzt nicht allzu lange um den heißen Brei herumreden und komme auf den Punkt: der Mann von dem die Rede ist hat sich als Gitarrist der Bands Creed und Alter Bridge einen Namen gemacht und hat wohl einfach zu viele Song-Ideen für diese beiden Bands. Für Fans der bisherigen Arbeit von Mark Tremonti ist dies natürlich eine gute Sache, hat er doch im letzten Jahr sein erstes Soloalbum veröffentlicht. Da demnächst wieder die Arbeiten am neuen Alter Bridge Album weitergeht, deren Sänger aber noch mit Slash unterwegs ist, konnte nun in diesem Februar auch die Zeit genutzt werden um das Material von All I Was auch Live zum Besten zu geben. Und wenn der Meister schon einmal in München Halt macht, war dieser 07.02.13 ein Pflichttermin.

Bevor jedoch Mark und seine Jungs auf die Bühne durften hatten die Dänen Malrun die Ehre das Backstage (leider nur die kleinere Halle) auf Betriebstemperatur 01-malrun-17zu bringen. Nachdem ich schon letztes Jahr im Mai kurz die Ehre hatte, die Band im Vorprogramm der apokalyptischen Reiter zu sehen, wusste ich ja schon ungefähr, worum es bei Jacob Lobner und seinen Jungs geht. Auch wenn mich das Material auf Cd nicht unbedingt begeistert, als Supportband sind sie auf alle Fälle geeignet. Sänger Jacob ist ein sympathischer Frontmann, der nicht nur das Publikum gut unterhalten kann, sondern auch gesanglich durchaus nicht schlecht drauf ist. Man merkt zwar bei manchen Clean-Vocals noch ein paar Unsicherheiten, er macht aber alles durch die Bühnenpräsenz wieder wett. Auch über die restliche Band kann man kein schlechtes Wort finden. Man rockt sich durch ca. 40 Minuten Set und macht die Sache wirklich gut. Für einen Headliner-Posten auf einer Tour wird es zwar wohl auch mit dem nächsten Album nicht reichen, als Support kann man Malrun aber auf alle Fälle immer wieder mitnehmen.

Nach einer nicht allzu langen Umbaupause war es aber so weit: Mark Tremonti, Creed-Tourgitarrist Eric Friedman (sonst noch bei Submersed und der neuen Supergroup Projected mit Creed Drummer Simon Phillips und den Sevendust Jungs John Connolly und Vinnie Hornsby), Submersed-Drummer Garrett Whitlock und Van Halen Bassist Wolfgang Van Halen betreten die Bühne um gleich mit dem genialen Opener von 02-tremonti-29All I Was – Leave It Alone loszulegen. Gleich von Beginn weg drückt ein genialer Sound aus den Boxen und man kann gleich sagen – hier wird Musik auf höchstem Niveau zelebriert. Egal ob Garrett an den Drums, der nicht nur grooven sondern auch mal ordentlich aufs Gas drücken kann oder auch Wolfgang, der neben großartigem Bass-Spiel auch beim Background-Gesang eine gute Figur macht, es macht einfach Spaß den Herren auf der Bühne zuzusehen. Worauf es aber hauptsächlich ankommt sind natürlich die Gitarren. Mr. Friedman hält sich natürlich im Hintergrund um den Meister die perfekte Bühne für sein geniales Gitarrenspiel zu lassen. Was aber fast noch mehr begeistert ist die Stimme. Der gute Mark muss sich nämlich überhaupt nicht von seinem Creed-Kollegen Scott Stapp verstecken. Egal ob nun härtere Songs wie Wish You Well oder You Waste Your Time oder auch ruhigeres wie das doch am ehesten noch an Creed erinnernde The Things I’ve Seen er singt alles mit Bravour und macht wirklich Lust auf mehr. Leider hat der gute Herr aber außer den 12 Songs die auf dem Album sind nur noch zwei B-Seiten, wodurch das Konzert zwar qualitativ hochwertig, aber einfach viel zu kurz ist.

Setlist:

01. Leave it Alone
02. Giving Up
03. All I Was
04. Proof
05. So You’re Afraid
06. Doesn’t Matter
07. The Things I’ve Seen
08. Gone
09. Wish You Well
10. You Waste Your Time
11. New Way Out
12. Decay

Zugabe:

13. All That I’ve Got
14. Brains

Was bleibt zu ca. 75 Minuten Tremonti zu sagen? Einfach nur großes Kino. Eine spielfreudige Band, ein großartiger Frontmann, ein genialer Sound und top Songs. Man kann da wirklich nur hoffen, dass es nicht zu lang bis zum nächsten Besuch dieser Band dauert. Das nächste Mal zwar wohl eher in einer größeren Location, aber wenn es dafür auch länger dauert hat da wohl niemand ein Problem damit.

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