WASTE A SAINT – …And It’s Evergreen

WASTE A SAINT - ...And It's Evergreen - album cover

Band: WASTE A SAINT 🇳🇴
Titel: …And It’s Evergreen
Label: All Good Clean Records
VÖ: 10/04/26
Genre: Stoner Rock

Tracklist

01. The Villain Of The Piece
02. …And the Henchmen
03. Porcelain
04. Strike, Parry, Riposte
05. As Dead As They Come
06. Sclera
07. Attention, Deficit… Something
08. Blindfold Marigold
09. Northbound
10. Brother, I Am Starving

 

Besetzung

Bogey Stefansdottir – Vocals
Alexander Skomakerstuen – Guitar, vocals
Ole Nogva – Bass, synthesizer, vocals
Trym Solan Renolen – Drums, percussion, vocals

 

Bewertung:

4/5

WASTE A SAINT ist eine Band, die ihre Wurzeln im Stoner-Rock hat, aber stets an der Grenze zu anderen Genres operiert. Mit Bogey Stefansdottir an den Vocals, Alexander Skomakerstuen an Gitarre und Gesang, Ole Nogva am Bass, Synthesizer und Gesang sowie Trym Solan Renolen an Drums, Percussion und Gesang, bietet die Gruppe eine vielschichtige Klangpalette. Die Dynamik zwischen den Mitgliedern sorgt für eine fesselnde Mischung aus Schwere, Raum und Friktion.

Mit ihrem dritten Album »…And It’s Evergreen« loten die Norweger erneut die Grenzen des Stoner-Rocksaus, ohne sich in den gewohnten Mustern zu verlieren. Die Norweger wirken gereift, die Mischung aus wuchtigen Riffs, psychedelischen Einschüben und rhythmischer Präzision überzeugt von der ersten bis zur letzten Minute. Aufgenommen im Sommer 2025 im Piir Studio, mit Vebjørn Svanberg Numme am Regler, klingt das Album gleichzeitig dicht und offen, rau und luftig – eine Balance, die nicht jede Band so leicht hinbekommt.

Von Schurken und Geschichten

Der Einstieg gelingt mit »The Villain Of The Piece«. Ein Song, der sofort den charakteristischen Sound der Band zeigt. Druckvolle Gitarren, treibende Drums und Stefansdottirs unverkennbarer Stimme. »…And the Henchmen« setzt diese Linie fort, arbeitet aber stärker mit Melodie und Groove. Das Album erzählt Geschichten voller Absurditäten, zwischen Drama und Ironie, ohne jemals aufgesetzt zu wirken.

Mit »Porcelain« schieben WASTE A SAINT einen der ruhigeren, fast introspektiven Tracks nach. Hier zeigen sie, dass sie nicht nur den schweren, dröhnenden Stoner Sound beherrschen, sondern auch sensiblere Momente mitreißend transportieren können. Die Verbindung von Bass und Synthesizer schafft eine Art räumliche Tiefe, die den Song noch atmosphärischer wirken lässt.

Schlagkräftige Rhythmen und Melodien

»Strike, Parry, Riposte« lebt von einer präzisen Rhythmusarbeit. Drummer Trym Solan Renolen treibt die Stücke mit seiner perkussiven Energie voran, während die Gitarren von Skomakerstuen zwischen hypnotischem Groove und scharfem Akzent oszillieren. »As Dead As They Come« greift wieder die schwerere, doomartige Seite auf, ohne die Leichtigkeit des Albums zu verlieren. Man spürt die Absicht, Gewicht und Luft in Einklang zu bringen, eine Linie, die sich durch das gesamte Album zieht.

»Sclera« und »Attention, Deficit… Something« zeigen WASTE A SAINTs Hang zu verschachtelten Arrangements und kleinen Überraschungen. Kurze Synthesizer-Momente, abrupt wechselnde Dynamik, manchmal fast jazzige Brüche, das alles bleibt harmonisch und wirkt nie aufgesetzt. Die Band beweist, dass sie ihre Instrumente und ihre Stimmen nicht nur technisch beherrschen, sondern auch dramaturgisch einsetzen kann.

Psychodelische Trips und Nordlands-Flair

»Blindfold Marigold« ist ein hypnotischer Trip, der zwischen Stoner-Drive und psychodelischen Einschüben schwebt. »Northbound« knüpft an nordische Melancholie an, ohne das energetische Fundament zu verlieren. Besonders gelungen ist »Brother, I Am Starving« als finales Statement, ein Song, der sowohl Groove als auch Atmosphäre vereint, getragen von einer Basslinie, die fast schon organisch wirkt.

Insgesamt zeigt das Album, wie viel Luft und Dynamik eine Band in einem Genre schaffen kann, das sonst oft auf Monotonie und dröhnende Schwere setzt. Man merkt den Musikern an, dass sie Spaß am Experiment haben, aber nie den roten Faden aus den Augen verlieren.

Produktion und Sound

Die Produktion von Vebjørn Svanberg Numme gelingt es, die einzelnen Instrumente klar zu positionieren, ohne die rohe Kraft zu glätten. Das Schlagzeug klingt druckvoll, die Gitarren röhren, die Vocals sitzen im Mix, und der Synthesizer öffnet kleine Fenster in die Soundlandschaft, die sonst verschlossen wirken könnte. Stoner-Rock bleibt das Fundament, aber WASTE A SAINT erweitert es behutsam um moderne Elemente und psychedelische Nuancen.

Mit 4 von 5 Punkten liefern WASTE A SAINT ein Album ab, das sowohl eingefleischte Stoner-Rock-Fans als auch Hörer anspricht, die ein wenig Abwechslung suchen. Es gibt keine Ausfälle, viele Höhepunkte, und die Band schafft es, mit jedem Song etwas Neues zu erzählen. Wer eine Mischung aus Wucht, Atmosphäre und Spielfreude sucht, wird hier reichlich bedient.

Fazit: WASTE A SAINT gelingt mit »…And It’s Evergreen« eine gelungene Symbiose aus Gewicht, Raum und Friktion.

Internet

WASTE A SAINT - ...And It's Evergreen - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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