Tracklist
01. Nese Ende
02. Okean
03. Mireborn
04. Ube
05. The Descent
06. Horror Squid
07. The Brine Seal
08. Mariana Tomb
Besetzung
Stephan Petitjean – Guitars, Vocals
Jérémy Tronyo – Guitars, Backing Vocals
Théo Langlois – Bass, Backing Vocals
Nathan Faure – Drums
Weniger als ein Jahr nach ihrem vorherigen Release, dem gut aufgenommenen „Cult of Uzura„, kehrt das französische Quartett SKAPHOS mit „The Descent“ zurück – eine logische Fortsetzung ihrer Diskografie, ein Schritt näher zu melodischerem Ansatz, gleichzeitig ein unentschiedener Schritt in dissonantere Territorien.
Triumphale Soundtrack-Atmosphäre ohne Einheit
Atmosphärisch, auch aggressiv, bringt „Nese Ende“ die typische Band-Signatur in den Song – eine epische triumphale Atmosphäre, die sich auch anfühlt, als wären wir in einem Film. Es gibt etwas Triumphales in der Klanglandschaft, für viele Teile fühlt es sich an wie ein Soundtrack. Wir haben die Tremolo-gepickten Gitarren und gnadenlose Drums, aggressive Growls, Shrieks und Shouts. Doch der Song wird melodisch und mit melancholischer Stimmung – nicht wirklich eine einheitliche Komposition.
SKAPHOS kommen aus Lyon, sind seit 2018 aktiv. Das aktuelle Lineup besteht aus Stephan Petitjean (La Ballade des Rats, ex-Unrest Fatalist), der Gitarre und Vocals spielt, Jérémy Tronyo an Gitarre und Backing Vocals, Théo Langlois (Acte Profane, La Ballade des Rats, ex-Rance, ex-Unrest Fatalist) am Bass und Backing Vocals und Nathan Faure (ex-Born Criminal, ex-Purgatory Unleashed) an Drums.
Und der Sound webt weiter den melodischen und rasenden Ansatz im Album – „Okean“ kommt mit konstantem und nicht sehr fantasievollem Drumming und zu diskreter Lead-Gitarre. Vocals hielten den rauen Sound, einen dramatischen, wieder sehr cinematisch. Sie erzählen ihre Geschichte mit Leidenschaft und Drama, das in Musik transformiert wird. Und der Wechsel zwischen aggressiven und ruhigeren Passagen unterstreicht das Konzept. „Mireborn“ ist simpler und minimalistischer, auch nicht wirklich inspiriert – die repetitiven Riffs sind ziemlich trocken, und die Lead-Gitarre hält den melodischen Ansatz, ohne die emotionale Seite.
Produktion betont Melodie zu stark
Die Produktion ist gut, setzt einen zu großen Akzent auf die melodische Seite der Band, auf eine Weise, die den ganzen Sound uniformiert. Immer noch beeindruckende Gitarren und Vocals, mit etwas exzessiven Drums, die nicht wirklich mit dem Rest der Band verbunden sind. Auch Vocals übertreiben mit gequälten Schreien, gruseligen Geräuschen und weniger Gesang. Textlich setzen sie fort, sich Lovecraft’sche Themen vorzustellen und halten die Neigung zu Horror und verstörenden Atmosphären.
Der nächste Song „Ube“ kreist um dieselbe melodische Linie, kreativer, experimentiert mit neuen Ansätzen und bringt irgendwie eine finsterere Klanglandschaft. Jetzt kommt die Lead-Gitarre sehr traurig, und Stark verhallte Vocals versuchen durch diverse Techniken und variierteren Ansatz zu überzeugen. Wieder nimmt das Drum-Spiel den Fokus vom Rest der Instrumente durch frenetisches und ungezügeltes Hämmern, überschreitet die Grenze vom Dynamisch-Sein, und die Produktion setzt zu viel Betonung darauf, kreiert unausgewogenen Sound.
Der Titeltrack „The Descent“ setzt leider mit den überwältigenden Drums fort. Nach dem ersten prägnanten Teil bleibt der Song in ruhigerem und fast ambientem Sound, wieder verneinen die Drums das. Nicht so melodisch, mit Dissonanz, die mehr und mehr Gewicht gewinnt, insgesamt ein Song, der enttäuscht – ideenarm und keine kohärente Komposition.
Die Reise setzt sich fort mit „Horror Squid“ – wieder ein dissonanter und atmosphärischer Song, auf eine Weise, die besser zur Band passt, seltsame und jenseitige Atmosphäre mit traurigen und schmerzerfüllten Gegenparts. Der Song wird langsam und erdrückend im finalen Teil, schafft eine Verbindung mit „The Brine Seal„, wo verhallte Vocals, verzweifelte Schreie mehr Druck auf den Hörer setzen. Auch nur infernalische Akkorde, simple und nicht ganz inspirierte melodische Linien, und ein Sound, der langsam lauter und weniger musikalisch wird.
Der Album-Final-Track „Mariana Tomb“ bringt solide Riffs, auch eine distanzierte Lead-Gitarre. Ein gutes Album-Ende, aggressiver, auch straffer im Sound, episch in Struktur und ambient – dennoch schafft es die Band, den Hörer fühlen zu lassen, dass die Musik einen Höhepunkt oder ein Ende einer Reise erreicht. Mit tiefen Growls und einer Akustikgitarre endet der Song ziemlich plötzlich und irgendwie frustrierend.
Inspiration verloren, mit falscher Aggression kompensiert
SKAPHOS haben ein bisschen Power vom letzten Album verloren, versuchen dennoch konsistent zu bleiben, indem sie das mit mehr Melodie ersetzen. Leider ein schlechterer Produktionsansatz mit klar unausgewogenem Sound. Fühlt sich auch an wie eine Band, die an Kreativität verliert und versucht, das mit falschem aggressivem Ansatz zu kompensieren.
Ein Album, das sich für den größten Teil übereilt anfühlte, ziemlich weit von der Qualität der älteren Werke der Band entfernt. Füllpassagen oder ganze Songs, und hier und da gute, in einem Werk, dem eine vereinigende Linie oder klare Vision fehlt. Mittelmäßig aus allen Gesichtspunkten.
Fazit: SKAPHOS verlieren mit „The Descent“ Inspiration – überwältigende Drums und unausgewogene Produktion machen es mittelmäßig.






