Tracklist
01. Majestat kamiennych monumentów
02. Ludzkie ścierwo
03. Marność wiary plugawego krzyża
04. Przełęcz zatracenia
05. Siła woli
06. Naturalna nietolerancja
07. Nieskończony szlak
08. Anihilacja
09. W poszukiwaniu samotności w skalnym labiryncie
Besetzung
Aroslav – Drums
Tytan – Vocals, Guitars, Bass
Naturgewalt aus Polen
Mit »Naturalna nietolerancja« melden sich BEZKRES aus Polen endlich mit einem Full-Length-Debüt zurück. Nach einem Demo 2024 und der EP »Odwieczny zew agresji«, zeigt die Band nun ihre kompromisslose Vision von Black-Metal. Das Line-up ist überschaubar, aber prägnant, Aroslav am Schlagzeug, Tytan übernimmt Gesang, Gitarre und Bass. Was auf den ersten Blick nach klassischem Duo klingt, entpuppt sich schnell als geschlossenes und wütendes Klanggebilde, das seine Wurzeln tief in den 90er-Jahren des Untergrunds hat.
Kälte und Aggression
»Naturalna nietolerancja« legt gleich zu Beginn die Atmosphäre fest. Der Opener »Majestat kamiennych monumentów« führt mit kalt gezirkelten Gitarrenriffs in eine Welt, in der Natur und Gewalt eins sind. Aroslav liefert ein Schlagzeugspiel, das nicht nur treibt, sondern drückt und ein engmaschiges Geflecht aus Blastbeats und rhythmischen Verschiebungen formt. Tytans Stimme ist raumfüllend, kratzig und direkt, ohne Schnörkel, und vermittelt die rohe, unnachgiebige Energie der Band.
Die folgenden Tracks wie »Ludzkie ścierwo« und »Marność wiary plugawego krzyża« vertiefen diesen Eindruck. Hier trifft roher Black-Metal auf hymnische Elemente, ohne jemals gefällig zu wirken. Es ist ein Sound, der sich bewusst gegen Mainstream-Ästhetik stellt, stattdessen in seiner eigenen, düsteren Logik funktioniert.
Themen jenseits des Glaubens
Thematisch ist das Album unmissverständlich. BEZKRES richten ihren Blick auf menschliche Schwäche, religiöse Korruption und die Leere falscher Transzendenz. »Przełęcz zatracenia« und »Siła woli« wirken dabei wie das poetische Gegenstück zur musikalischen Härte. Texte, die die Vergänglichkeit des Glaubens und die Härte der Natur reflektieren, verpackt in Gitarren- und Schlagzeuglandschaften, die keine Rücksicht kennen.
Der Titelsong »Naturalna nietolerancja« verdichtet die Philosophie des Albums. Natur als ursprüngliche, unbarmherzige Kraft, die älter ist als jede menschliche Vorstellung und die Moral ignoriert. Es ist ein zentrales Motiv, das den Ton für das gesamte Werk setzt.
Strukturelle Klarheit
Auf neun Tracks verteilt, erreicht das Album rund 40 Minuten. Trotz der rohen Produktion wirkt das Songwriting durchdacht. »Nieskończony szlak« und »Anihilacja« bieten Abwechslung in Form von Tempowechseln und atmosphärischen Pausen, ohne den Gesamtfluss zu stören. Das abschließende »W poszukiwaniu samotności w skalnym labiryncie« setzt ein beinahe episches Finale, in dem die kalte Weite polnischer Landschaften fast hörbar wird.
Die Instrumentierung bleibt konsequent spartanisch. Tytans Doppelrolle als Sänger und Multiinstrumentalist trägt dazu bei, dass das Album homogen klingt, während Aroslavs Schlagzeug das nötige Fundament liefert. Die Produktion ist bewusst roh gehalten, ein klares Statement gegen glattpolierte Studiosounds.
Zwischen Anspruch und Schwäche
Trotz der durchgehenden Intensität wirkt »Naturalna nietolerancja« gelegentlich eindimensional. Der rohe Klangstil ist konsequent, kann aber auf Dauer monoton wirken, besonders für Hörer, die Variation und melodische Höhepunkte suchen. Einige Tracks verschwimmen im ähnlichen Riffmuster, was die Wirkung einzelner Songs schwächt.
Dennoch transportiert das Album die Vision von BEZKRES überzeugend. Es gibt Momente, in denen die Kombination aus aggressiver Rhythmik, harschem Gesang und thematischer Schärfe aufblitzt und eine spürbare Atmosphäre erzeugt. Gerade diese Intensität ist das, was Fans von rohem Black-Metal erwarten, auch wenn der Zugang etwas Geduld verlangt.
»Naturalna nietolerancja« ist kein Album für den leichten Genuss. BEZKRES liefern eine kompromisslose, rohe Interpretation des Black-Metal, die den Geist der 90er-Jahre unterirdischer Szene atmet. Kälte, Aggression und eine klare Haltung gegenüber menschlicher Schwäche und falschem Glauben dominieren jeden Song. Die Umsetzung wirkt konsequent, wenn auch stellenweise etwas monoton.
Wer puristischen, ungeschliffenen Black-Metal schätzt und sich auf die rohe Atmosphäre einlassen kann, findet hier ein Werk mit Charakter. Für Hörer, die Variation und melodische Experimente suchen, dürfte das Album jedoch nur bedingt zugänglich sein.
Fazit: »Naturalna nietolerancja« von BEZKRES ist ein unangepasstes, raues Werk, das die Essenz des polnischen Underground-Black-Metal einfängt.

