WITCH RIPPER - Through the Hourglass - album cover

Band: WITCH RIPPER 🇺🇸
Titel: Through the Hourglass
Label: Magnetic Eye Records
VÖ: 10/04/26
Genre: Progressive Sludge Metal

Tracklist

01. Odyssey in Retrograde
02. The Portal
03. Symmetry of the Hourglass
04. Echoes and Dust
05. The Clock Queen
06. Proxima Centuari
07. The Spiral Eye

 

Besetzung

Chad Fox – guitar, vocals
Brian Kim – bass, vocals
Curtis Parker – guitar, vocals
Joe Eck – drums

 

Bewertung:

3,5/5

Progressive Sludge Metal zwischen Zeit und Raum

Mit »Through the Hourglass« liefern WITCH RIPPER erneut eine Mischung aus druckvollem Sludge, progressiven Strukturen und erzählerischem Sci-Fi. Die Band um Chad Fox (Gitarre, Vocals), Brian Kim (Bass, Vocals), Curtis Parker (Gitarre, Vocals) und Joe Eck (Drums) hat sich über die Jahre einen Ruf für wuchtige, gleichzeitig melodisch komplexe Arrangements erarbeitet. Ihr neues Werk setzt die Geschichte fort, die 2023 auf »The Flight after the Fall« begann, die Suche nach Frieden in einem schwarzen Loch und der unvermeidliche Rückfall in eine dunkle Realität.

Aufgenommen wurde das Album von Matt Bayles in den Studios Litho & EXES Audio in Seattle, der auch für den Mix verantwortlich zeichnet. Brad Boatright kümmerte sich um das Mastering bei Audio Siege Studios in Portland, sodass die Klanglandschaften von »Through the Hourglass« sauber und doch schwer greifbar bleiben.

Klangwelten und Songwriting

Der Opener »Odyssey in Retrograde« ist ein epischer Einstieg, der die Reise in die Vergangenheit einläutet. »The Portal« fährt die Geschwindigkeit leicht zurück, gibt Raum für Atmosphäre und Melodie. Spannende Breaks und rhythmische Experimente verleihen dem Track eine narrative Qualität, fast wie ein Zwischenspiel in einem Science-Fiction-Roman. Hier zeigt sich, wie eng die Band Konzept und Musik verknüpft! Der Hörer wird regelrecht durch eine imaginäre Welt getragen, in der Zeit und Raum keine klaren Grenzen kennen.

Mit »Symmetry of the Hourglass« erreicht das Album seinen progressivsten Moment. Komplexe Taktarten wechseln sich mit hypnotischen Riffs ab, während die Vocals zwischen wütendem Schreien und melancholischem Gesang pendeln. Die Struktur wirkt bewusst unorthodox, wie ein Spiegel, der die Zeitebenen der Geschichte reflektiert.

Dramaturgie und Atmosphäre

»Echoes and Dust« und »The Clock Queen« verlangsamen das Tempo, setzen auf dichte Atmosphäre und wiederkehrende Motive. Hier zeigt sich der erzählerische Kern des Albums! Die zentrale Figur navigiert durch eine Welt, in der Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen. Besonders »The Clock Queen« punktet mit dramatischem Aufbau und einem eindringlichen Gitarrenmotiv, das lange nachhallt.

»Proxima Centuari« bringt erneut Energie ins Spiel. Mit einem fast schon stoischen Groove und cleveren Tempowechseln wirkt der Track wie ein Ausbruch aus der zuvor aufgebauten Schwere. Die Gitarrenarbeit bleibt verspielt, aber nicht beliebig, jede Wendung hat narrative Bedeutung.

Den Abschluss bildet »The Spiral Eye«, dass die Themen des Albums zusammenführt. Hier treffen die düsteren Motive der Vorgänger auf progressive Ausflüge, die den Hörer mit einer Mischung aus Melancholie und Resignation zurücklassen. Das Album endet nicht mit einem lauten Knall, sondern mit dem Gefühl einer kontinuierlichen, endlosen Bewegung, passend zum Konzept einer Zeitlosigkeit ohne Ausweg.

Stilistische Einordnung

WITCH RIPPER bewegen sich auf »Through the Hourglass« sicher zwischen Sludge-Metal und Progressive Metal. Dabei verzichten sie auf übermäßige Showeffekte und setzen auf dichte, narrative Arrangements. Die Referenzen zu klassischen Sci-Fi-Erzählungen bleiben spürbar, ohne dass das Album in ein Konzeptalbum-Korsett gepresst wird. Es lebt von der Balance zwischen Melodie, Wucht und erzählerischem Anspruch.

Mit »Through the Hourglass« zeigt WITCH RIPPER, dass sie ihr Handwerk in Sachen Songwriting und Konzept weiter verfeinert haben. Das Album ist dicht, manchmal herausfordernd, aber stets spannend. Wer progressive Strukturen, schwere Riffs und erzählerische Tiefe schätzt, findet hier reichlich Material. Kleine Schwächen liegen in stellenweisen überlangen Passagen, die den Fluss ein wenig ausbremsen. Dennoch bleibt der Gesamteindruck stark.

Fazit: »Through the Hourglass« von WITCH RIPPER ist ein beeindruckendes Album, das die Grenzen des Genres auslotet und eine vielschichtige Geschichte erzählt.

Internet

WITCH RIPPER - Through the Hourglass - CD Review

Vorheriger ArtikelIOTUNN: erste Headliner-Show auch in Wien
Nächster ArtikelVOID OF LIGHT – Asymmetries
Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.