Tracklist
01. Too Ghoul for School
02. The Dead in Purgatory
03. Zombie Apocalypse
04. The Dark Overlords of the Universe
05. The Brain That Wouldn’t Die
06. Graverobbers from Outer Space
07. The Wolfman
08. The Ballad of the Cursed Bandits
09. Vampire
10. They Dance Upon Our Graves
Besetzung
Markus „Daddy Ghoul“ Laakso – Guitars
Toni „Ghoulio“ Ronkainen – Drums
Arthur „LL Ghoul A“ Thure – Vocals
Markus „Hella Ghoul“ Makkonen – Bass
THE GHOULSTARS liefern mit »The Dark Overlords of the Universe« ein Debüt, das sich wie eine schmutzige Videothek aus den Achtzigern anfühlt, nur dass die Filme hier laut brüllen, verzerrt klingen und ständig nach frischem Grabstaub riechen. Die Band taucht seit 2021 immer wieder im finnischen Underground auf, ohne bislang ein vollständiges Album veröffentlicht zu haben. Jetzt wird die Tür zur Gruft endlich weit aufgestoßen.
Horror, Humor und ein bisschen Wahnsinn
Schon der Einstieg macht klar, wohin die Reise geht. »Too Ghoul for School« tritt das Tor ein, ohne lange zu fackeln, und verbindet schnellen Punk-Drive mit metallischer Schärfe. Der Sound wirkt bewusst roh, aber nicht unkontrolliert. Vielmehr klingt alles so, als hätte man eine alte Splatter-Komödie in eine laute Clubshow übersetzt.
»Zombie Apocalypse« und »The Dead in Purgatory« halten das Tempo hoch, setzen aber stärker auf Groove und Mitsing-Refrains. Genau hier zeigt sich die Stärke des Albums. Die Songs funktionieren sofort, bleiben hängen und tragen gleichzeitig diese leicht überdrehte Horror-Ästhetik, ohne zur Parodie zu werden.
Zwischen B-Movie und Metal-Bühne
Der Titeltrack »The Dark Overlords of the Universe« ist das Zentrum der Platte. Düsterer aufgebaut, etwas breiter arrangiert und mit einem Hauch epischer Atmosphäre. Hier treten auch die Gaststimmen stärker in den Vordergrund. Mathias „Vreth“ Lillmåns bringt zusätzliche Growls ins Spiel, während Tommi „Tuple“ Salmela bei den Backing Vocals für eine fast theatralische Note sorgt. Diese Momente geben dem Song eine zweite Ebene, ohne den typischen Punk-Impuls zu verlieren.
Tracks wie »Graverobbers from Outer Space« oder »The Wolfman« arbeiten stärker mit klassischen Horrorfilm-Motiven. Gitarren und Drums bleiben dabei klar im Vordergrund, der Bass sorgt für eine angenehm dunkle Unterströmung. Die Produktion lässt genug Luft, damit der rohe Charme nicht verloren geht.
Vielfalt im kleinen Rahmen
Die zweite Hälfte des Albums zeigt mehr Dynamik, als man auf den ersten Blick erwarten würde. »The Ballad of the Cursed Bandits« nimmt das Tempo raus und bringt eine überraschend melodische Seite ins Spiel. Fast schon ein kleiner Ruhepol, bevor »Vampire«wieder direkter und punkiger nach vorne geht.
»They Dance Upon Our Graves« beendet das Album schließlich mit einer Mischung aus Energie und düsterem Augenzwinkern. Kein klassisches Finale im Sinne eines großen Pathos, sondern eher ein letzter Tanz in einem verstaubten Friedhofsclub.
Produktion und Soundbild
Produziert wurde das Album von Markus Laakso selbst, was man dem Gesamtbild deutlich anhört. Alles wirkt aus einem Guss, aber nicht glattgebügelt. Die Mischung von V. Santura im Woodshed Studio in Deutschland sorgt dafür, dass die Gitarren scharf genug bleiben, während die Drums genug Druck entfalten, ohne die punkige Rauheit zu verlieren.
Gerade diese Balance macht den Reiz aus. Es ist kein überproduziertes Metal-Produkt, sondern ein bewusst kantiger Sound, der die Energie der Songs trägt.
»The Dark Overlords of the Universe« ist ein Debüt, das seine Idee konsequent durchzieht. Horror-Punk trifft Metal, dazu eine klare Vorliebe für B-Movie-Ästhetik und eine Spielfreude, die man sofort spürt. Nicht jeder Song überrascht stilistisch, aber die Mischung aus Tempo, Humor und dunklem Charme funktioniert über die gesamte Spielzeit. Mit 4,5 von 5 Punkten landet das Album ziemlich weit oben im Regal für alle, die Lust auf eine Mischung aus Horrorfilm-Feeling und druckvollem Underground-Sound haben.
Fazit: »The Dark Overlords of the Universe« von THE GHOULSTARS ist mehr als nur ein Album, es ist eine dunkle Reise in die Welt der Monster, Mächte und des Chaos.






