Tracklist
01. Oceans Of Blood
02. Stone Cold Anger
03. March Of The Giants
04. Uncle Sam Wants You!
05. Demonic Intervention
06. Rinse & Repeat
07. Hell Or High Water
08. Scorched Earth
09. Jonestown Punch
10. Sky’s The Limit
Besetzung
Gary Meskil – Bass, Vocals
Jonas Sanders – Drums
Greg Discenza – Lead Guitar
Eric Klinger – Rhythm Guitar
Wut, Groove und Abrissbirne nach elf Jahren Funkstille
Über drei Jahrzehnte lang stehen PRO-PAIN für kompromisslosen Hardcore mit metallischer Schlagseite. Während viele Bands ihrer Generation längst auf Nostalgie setzen oder ihren Sound weichgespült haben, zieht die Truppe um Frontmann Gary Meskil weiterhin dieselbe Schneise der Verwüstung durch die Lautsprecher wie in den Neunzigern. Mit »Stone Cold Anger« meldet sich die Band nun nach elf Jahren Veröffentlichungspause zurück und liefert dabei genau das Album ab, das Fans erwartet haben, laut, aggressiv und verdammt direkt.
Besonders interessant ist die Rückkehr von Gitarrist Eric Klinger, der dem Sound erneut seine markante Handschrift verpasst. Gemeinsam mit Greg Discenza entsteht ein Gitarrendruck, der zwischen Groove-Metal, Hardcore und Thrash pendelt, ohne jemals den roten Faden zu verlieren. Dazu kommt Gary Meskils unverwechselbare Stimme, die klingt, als hätte sie Beton gefrühstückt.
Keine Experimente, sondern pure Gewalt
Schon der Opener »Oceans Of Blood« macht klar, dass PRO-PAIN keinerlei Interesse daran haben, moderne Trends zu bedienen. Der Song walzt mit brutalen Riffs und einem drückenden Rhythmus alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Dabei wirkt die Produktion angenehm roh, aber dennoch druckvoll genug, um jede Hookline mit voller Wucht zu transportieren.
Der Titelsong »Stone Cold Anger« setzt genau dort an und liefert einen dieser typischen PRO-PAIN-Grooves, die sofort in Nackenmuskeln einschlagen. Die Band versteht es weiterhin meisterhaft, simplen Rhythmus in pure Energie umzuwandeln. Hier wird nichts unnötig verkompliziert. Jeder Break sitzt, jeder Refrain wirkt wie ein Schlag mit dem Vorschlaghammer.
»March Of The Giants« marschiert mit beinahe militärischer Präzision nach vorne und zeigt die stärkste Thrash-Schlagseite der Platte. Jonas Sanders treibt den Song gnadenlos an, während die Gitarren förmlich Funken schlagen. Gerade das Zusammenspiel zwischen Rhythmus und Groove funktioniert auf dem gesamten Album bemerkenswert stark.
Hardcore mit Haltung
Auch textlich bleiben PRO-PAIN ihrer Linie treu. »Uncle Sam Wants You!« verbindet bissige Gesellschaftskritik mit aggressiver Punk-Attitüde und erinnert daran, dass die Band nie nur stumpfe Gewalt vertont hat. Statt plumper Parolen setzen PRO-PAIN weiterhin auf direkte Sprache und klare Aussagen.
»Demonic Intervention« und »Rinse & Repeat« gehören zu den härteren Brocken des Albums. Hier dominiert ein fast schon thrashiger Angriff, der stellenweise an frühe MACHINE HEAD oder BIOHAZARD denken lässt. Gleichzeitig verliert die Band nie ihre Hardcore-Wurzeln aus den Augen. Genau diese Mischung macht den Reiz von PRO-PAIN seit jeher aus.
Mit »Hell Or High Water« folgt einer der eingängigsten Tracks der Platte. Der Song besitzt einen starken Refrain, ohne dabei an Härte einzubüßen. Gerade solche Momente zeigen, wie routiniert die Band inzwischen arbeitet. PRO-PAIN wissen genau, wann sie Tempo herausnehmen müssen, um den nächsten Einschlag noch härter wirken zu lassen.
Druckvolle zweite Albumhälfte
»Scorched Earth« entwickelt sich schnell zu einem der Höhepunkte der zweiten Albumhälfte. Der Song lebt von seinem massiven Groove und einer düsteren Atmosphäre, die sich wie schwarzer Rauch über den gesamten Track legt. Hier klingt die Band besonders hungrig und aggressiv.
»Jonestown Punch« bringt anschließend nochmal Hardcore-Punk-Energie ins Spiel. Kurz, bissig und direkt auf die Zwölf. Kein unnötiger Ballast, kein technisches Gefrickel, sondern pure Straßengewalt in musikalischer Form.
Zum Abschluss liefert »Sky’s The Limit« einen starken Schlusspunkt. Der Song verbindet schwere Midtempo-Riffs mit einer fast hymnischen Note und beendet das Album überraschend kraftvoll. Statt auf einen epischen Ausklang zu setzen, lassen PRO-PAIN die Platte mit erhobener Faust enden.
Alte Schule funktioniert noch immer
»Stone Cold Anger« zeigt eindrucksvoll, warum PRO-PAIN bis heute einen festen Platz innerhalb der Hardcore- und Groove-Metal-Szene besitzen. Die Band versucht nicht krampfhaft modern zu klingen oder sich neu zu erfinden. Stattdessen konzentriert sie sich auf ihre größten Stärken, massive Riffs, ehrliche Aggression und kompromisslose Energie.
Natürlich erfindet dieses Album das Genre nicht neu. Genau das macht aber auch seinen Reiz aus. Wer PRO-PAIN hört, erwartet keine Experimente oder progressive Ausflüge. Hier geht es um Wucht, Haltung und Groove. Und genau davon liefert »Stone Cold Anger« mehr als genug.
Nach elf Jahren Pause wirkt die Band erstaunlich bissig und motiviert. Man hört deutlich, dass hier keine müde Reunion am Werk ist, sondern Musiker, die noch immer etwas zu sagen haben. Für Fans klassischer Hardcore-Groove-Brecher gehört dieses Album definitiv zu den stärkeren Veröffentlichungen der Bandgeschichte.
Fazit: »Stone Cold Anger« ist ein starkes Comeback-Album, das sowohl die alten Fans als auch neue Hörer von PRO-PAIN begeistern wird.






