ORACLE OF WORMS - Cult of Suffering - cover artwork

Band: ORACLE OF WORMS 🇩🇪
Titel: Cult of Sufferingt
Label: F.D.A. Records
VÖ: 22/05/26
Genre: Black/Death Metal

Tracklist

01. Intro
02. Claws of Famine
03. Walking Ghost
04. Cult of Suffering
05. The Script
06. Acolytes
07. Valor
08. Rabid
09. Strychnine Hill
10. Lost Generation

 

Besetzung

Frederick Kessler – Drums
Niklas – Guitars
Chris Kiefer – Vocals, Bass
Andreas Heindl – Guitars

 

Bewertung:

3,5/5

Mit »Cult of Suffering« legt die deutsche Black/Death-Metal-Formation ORACLE OF WORMS ihr erstes vollständiges Album vor und macht dabei wenig Gefangene. Die vier Musiker Frederick Kessler, Niklas, Chris Kiefer und Andreas Heindl setzen kompromisslos auf einen Sound. Dieser ist tief in den neunziger Jahren verwurzelt, besitztdabei aber genug Eigenständigkeit, um nicht bloß wie eine nostalgische Kopie der skandinavischen Szenegrößen zu wirken. Zwischen schmutzig sägenden Gitarren, pechschwarzer Atmosphäre und roher Wut entfaltet sich ein Album, das sich gleichermaßen an Fans von klassischem Swe-Death wie auch an Anhänger düsterer Black-Metal-Klänge richtet.

Zwischen Finsternis und Kettensägenriffing

Schon das kurze »Intro« macht klar, wohin die Reise geht. Kalte Klangflächen und bedrohliche Stimmung öffnen die Tür für »Claws of Famine«, das mit einem wuchtigen HM-2-Gitarrensound direkt loswalzt. Hier treffen aggressive Death-Metal-Riffs auf ein fast crustiges Grundgefühl. Die Produktion von Simeon Lauber bei The RedTape Company hält dabei die Balance zwischen Druck und Dreck erstaunlich gut. Das Album klingt roh genug für den Underground, verliert dabei aber nie die nötige Transparenz.

Vor allem die Gitarrenarbeit von Niklas und Andreas trägt die Platte. Immer wieder entstehen aus simplen, treibenden Riffs finstere Melodien, die sich unheilvoll durch die Songs ziehen. »Walking Ghost« zeigt diese Stärke besonders deutlich. Der Song verbindet Blastbeats mit schleppenden Passagen und erzeugt dadurch eine bedrückende Dynamik, die sich angenehm vom üblichen Dauerfeuer vieler Genrekollegen abhebt.

Dunkle Atmosphäre mit klassischem Fundament

ORACLE OF WORMS orientieren sich hörbar an den alten schwedischen Death-Metal-Schulen, streuen jedoch immer wieder schwarze Klangfarben ein. Besonders der Titelsong »Cult of Suffering« lebt von dieser Mischung. Hinter dem aggressiven Gerüst verstecken sich beinahe hypnotische Gitarrenläufe, die dem Stück eine düstere Tiefe verleihen. Chris Kiefers Gesang passt hervorragend dazu. Seine Vocals bewegen sich zwischen tiefem Growling und heiserem Black-Metal-Gekeife, ohne jemals aufgesetzt zu wirken.

Auch »The Script« überzeugt mit morbider Atmosphäre und starken Tempowechseln. Die Band versteht es, innerhalb weniger Minuten Spannung aufzubauen, statt einfach nur möglichst schnell durch die Songs zu prügeln. Gerade dadurch bleibt das Album abwechslungsreicher als viele aktuelle Veröffentlichungen im Black/Death-Bereich.

Die stärksten Momente der Platte

Zu den Highlights gehört definitiv »Acolytes«. Der Song verbindet ein fast punkiges Energielevel mit kalter Death-Metal-Wucht und entwickelt sich schnell zu einem der eingängigsten Tracks der Platte. Auch »Valor« hinterlässt Eindruck. Hier zeigt die Band, dass sie nicht ausschließlich auf Geschwindigkeit angewiesen ist. Midtempo-Passagen sorgen für mehr Schwere und geben den düsteren Melodien Raum zum Atmen.

»Rabid« zieht das Tempo anschließend wieder deutlich an und liefert eines der aggressivsten Stücke des Albums. Frederick Kessler treibt den Song mit präzisem Schlagzeugspiel gnadenlos nach vorne, ohne dabei steril zu wirken. Gerade dieser leicht chaotische Charakter passt perfekt zum Gesamtbild von »Cult of Suffering«.

Mit »Strychnine Hill« wird es noch einmal besonders finster. Der Song wirkt wie ein marschierender Abstieg in einen verfallenen Albtraum und gehört atmosphärisch zu den stärksten Momenten der Platte. Hier kommen die Black-Metal-Einflüsse am deutlichsten durch.

Kleine Schwächen im Gesamtbild

Trotz vieler starker Ansätze bleibt das Album nicht völlig frei von Problemen. Manche Songs ähneln sich im Aufbau etwas zu stark, wodurch die zweite Hälfte stellenweise an Durchschlagskraft verliert. Vor allem bei den schnelleren Tracks verschwimmen einige Riffs ineinander. Hier hätte etwas mehr Mut zu ungewöhnlichen Strukturen oder markanteren Hooks dem Album gutgetan.

Auch die Spielzeit wirkt gegen Ende leicht ermüdend, obwohl die einzelnen Songs für sich genommen solide funktionieren. »Lost Generation« liefert zwar einen passenden Abschluss, setzt aber keinen echten Schlusspunkt, der lange nachhallt.

Ein gelungenes Debüt mit Potenzial

Trotz kleiner Schwächen gelingt ORACLE OF WORMS mit »Cult of Suffering« ein starkes Debütalbum, das die Essenz klassischen Black/Death-Metals glaubwürdig einfängt. Die Band kombiniert schwedisch angehauchten Death Metal mit schwarzer Atmosphäre und aggressiver Crust-Energie, ohne sich dabei in bloßer Retro-Verehrung zu verlieren.

Besonders die rohe Produktion, die dichten Gitarrenwände und die düstere Grundstimmung sorgen dafür, dass sich die Platte angenehm räudig und authentisch anfühlt. Wer auf frühen ENTOMBED, DISMEMBER oder düster angehauchten Death-Metal mit Black-Metal-Schlagseite steht, dürfte hier definitiv fündig werden.

ORACLE OF WORMS liefern kein revolutionäres Genrestatement ab, aber ein ehrliches, aggressives und atmosphärisch dichtes Debüt, das Lust auf mehr macht. Mit etwas mehr Eigenständigkeit im Songwriting könnte die Band künftig noch deutlich stärker aus der Masse herausragen.

Fazit: Mit »Cult of Suffering« liefern ORACLE OF WORMS ein beeindruckendes Debüt ab, das sowohl alte Hasen als auch Neulinge des Genres in seinen Bann zieht.

Internet

ORACLE OF WORMS - Cult of Suffering - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.