FATAL VISION - Four Sides to Every Story - cover artwork

Band: FATAL VISION 🇨🇦
Titel: Four Sides to Every Story
Label: Escape Music
VÖ: 22/05/26
Genre: Melodic Rock/AOR

Tracklist

01. Girl Against the World
02. All That Glitters
03. Run With Me
04. Turn Around
05. No More Tears to Cry
06. If This Is Who You Are
07. Maybe Someday
08. Out Of the Blue
09. After All These Years
10. Do You See Me
11. Every Time I Think of You
12. Too Close to The Sun
13. Fly
14. The Best Is Yet to Come

 

Besetzung

Simon Marwood – Vocals
Juan Miguel Gomez Montant – Guitars
Andrew Burns – Bass
Alex Wickham – Drums

 

Bewertung:

4/5

Kanadischer Melodic-Rock mit breiter emotionaler Palette

FATAL VISION melden sich mit ihrem neuen Studioalbum »Four Sides to Every Story« zurück und zeigen einmal mehr, warum sie in der modernen Melodic-Hard-Rock-Szene einen festen Platz haben. Die Band aus Kanada rund um Sänger Simon Marwood kombiniert auf diesem Werk klassische Rock-Ästhetik mit zeitgemäßer Produktion und einem ausgeprägten Gespür für eingängige Melodien. Unterstützt wird er von Juan Miguel Gomez Montant an der Gitarre, Andrew Burns am Bass und Alex Wickham am Schlagzeug. Gemeinsam formen sie ein Album, das auf emotionale Dynamik und vielschichtige Arrangements setzt.

Die Produktion lag in den Händen von Marwood, Montant und JK Northrup, der auch das Mixing übernahm. Ergänzt wird das Ganze durch die Mitarbeit von Ron Nevison, dessen Referenzen mit Bands wie HEART, SURVIVOR oder EUROPE für sich sprechen. Diese Kombination sorgt für einen Sound, der sowohl warm als auch druckvoll wirkt und die einzelnen Songs klar voneinander abgrenzt, ohne den roten Faden zu verlieren.

Zwischen Eingängigkeit und emotionaler Tiefe

Musikalisch bewegt sich das Album zwischen klassischem Melodic-Rock und leicht modernisierten Hard-Rock-Strukturen. Die Gitarrenarbeit von Montant liefert solide Riffs und melodische Leads, die sich oft an den Refrains orientieren und den Songs eine klare Richtung geben. Besonders auffällig ist jedoch die Gesangsleistung von Marwood, der mit einer Mischung aus Klarheit und emotionalem Druck durch die Stücke führt. Seine Stimme trägt viele der Kompositionen und verleiht ihnen eine persönliche Note.

Bereits der Opener »Girl Against the World« setzt ein energisches Zeichen und öffnet die Tür zu einem Album, das sich mit Themen wie Beziehungen, Selbstreflexion und Veränderung beschäftigt. »All That Glitters« und »Run With Me« greifen diesen Ansatz auf und setzen auf eingängige Refrains, während »Turn Around« etwas zurückhaltender agiert und Raum für Atmosphäre lässt.

Starke Refrains und klassische Rockmomente

Im Mittelteil des Albums zeigen Stücke wie »No More Tears to Cry«, »If This Is Who You Are« und »Maybe Someday«, wie gut FATAL VISION zwischen Balladenstruktur und Midtempo-Rock balancieren. Besonders »Maybe Someday« bleibt mit seinem emotionalen Aufbau im Gedächtnis, während »Out of the Blue« und »After All These Years« eher die klassische AOR-Schiene bedienen.

Gegen Ende nimmt das Album noch einmal an Intensität zu. »Do You See Me« und »Every Time I Think of You« setzen auf starke Hooklines, bevor »Too Close to the Sun, Fly« und »The Best Is Yet to Come« den Abschluss bilden. Letzterer wirkt fast wie ein programmatisches Statement und fasst die optimistische Grundhaltung des Albums gut zusammen.

Produktion mit klarer Handschrift

Die Produktionsarbeit ist einer der zentralen Punkte, die »Four Sides to Every Story« tragen. JK Northrup sorgt für ein ausgewogenes Klangbild, das weder zu glatt noch zu roh wirkt. Die Mischung aus moderner Klarheit und klassischem Rock-Charakter funktioniert gut, besonders im Zusammenspiel mit den vielschichtigen Backing Vocals, die Alessandro Del Vecchio beigesteuert hat. Diese verleihen vielen Refrains zusätzliche Tiefe und einen fast hymnischen Charakter.

Auch die Vocal-Produktion von Mike Shotton ist hörbar auf Präzision ausgelegt. Die Stimmen sind präsent, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und fügen sich organisch in die Instrumentierung ein. Das Ergebnis ist ein Album, das technisch sauber wirkt, ohne seine emotionale Seite zu verlieren.

»Four Sides to Every Story« ist ein durchdachtes Melodic-Hard-Rock-Album, das keine radikalen Experimente wagt, dafür aber auf Kontinuität, starke Melodien und solide Handwerkskunst setzt. FATAL VISION zeigen hier ein gutes Gespür für Struktur und Atmosphäre, auch wenn einzelne Songs etwas stärker hätten herausstechen können.

Fazit: »Four Sides to Every Story« bestätigt den Ruf von FATAL VISION als eine der vielversprechendsten Bands im Bereich des Melodic-Hard-Rock.

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FATAL VISION - Four Sides to Every Story - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.