Tracklist
01. Legions [feat. Mike Hranica]
02. The Nameless
03. Behemoth
04. Den of Thieves
05. Sonic Salvation (feat. Polaris)
06. Cerebral Malfunction (feat. Make Them Suffer)
07. Tear of the Clouds
08. Whispers Like Splinters
09. S.O.S.
10. New Horizons
11. Forged by Failure
Besetzung
Jake Luhrs – vocals
JB Brubaker – guitar
Brent Rambler – guitar
Dustin Davidson – bass
Matt Grenier – drums
Metalcore-Veteranen zwischen Härte und Feingefühl
Seit mehr als zwanzig Jahren zählen AUGUST BURNS RED zu den Konstanten der internationalen Metalcore-Szene. Während zahlreiche Weggefährten kamen und gingen oder ihren Sound grundlegend veränderten, blieb die Formation aus Lancaster im US-Bundesstaat Pennsylvania ihrer musikalischen Identität treu. Technische Präzision, massive Breakdowns, melodische Gitarrenarbeit und eine bemerkenswerte Konstanz prägen die Karriere der Band seit ihren Anfangstagen.
Mit ihrem mittlerweile zehnten Studioalbum »Season Of Surrender« beweisen Jake Luhrs und seine Mitstreiter erneut, weshalb sie bis heute zu den wichtigsten Vertretern des modernen Metalcore gehören. Das Werk verbindet die kompromisslose Härte früher Veröffentlichungen mit einer ausgefeilteren Dynamik und zahlreichen atmosphärischen Elementen, ohne dabei an Intensität einzubüßen.
Kraftvoller Einstieg mit prominenter Unterstützung
Bereits der Opener »Legions«, bei dem Mike Hranica von THE DEVIL WEARS PRADA als Gastsänger mitwirkt, macht deutlich, wohin die Reise führt. Wuchtige Riffs treffen auf aggressive Vocals und ein hohes technisches Niveau. Die Gitarrenarbeit von JB Brubaker und Brent Rambler wirkt dabei gewohnt präzise und sorgt für zahlreiche spannende Akzente.
Direkt anschließend setzt »The Nameless« auf ein höheres Tempo und zeigt die Band von ihrer unmittelbaren und kompromisslosen Seite. Der Song verzichtet auf unnötige Spielereien und überzeugt durch seinen druckvollen Aufbau. Noch härter präsentiert sich »Behemoth«, dessen Titel Programm ist. Gewaltige Rhythmuswechsel und schwere Breakdowns sorgen für eine beeindruckende Energie.
Mit »Den of Thieves« gelingt AUGUST BURNS RED die Balance zwischen Melodie und Aggression besonders gut. Die eingängigen Lead-Gitarren verleihen dem Stück zusätzliche Tiefe, während die Rhythmussektion unaufhaltsam nach vorne drängt.
Moderne Einflüsse ohne Identitätsverlust
Besonders interessant fallen die Gastbeiträge auf der zweiten Albumhälfte aus. »Sonic Salvation«, gemeinsam mit Mitgliedern von POLARIS umgesetzt, verbindet die charakteristischen Stärken beider Bands. Das Ergebnis klingt modern, dynamisch und dennoch unverkennbar nach AUGUST BURNS RED.
Noch experimenteller geht die Band bei »Cerebral Malfunction« vor. Die Zusammenarbeit mit MAKE THEM SUFFER bringt zusätzliche atmosphärische Nuancen ins Spiel. Zwischen brachialen Passagen und düsteren Klangflächen entwickelt sich einer der abwechslungsreichsten Songs der Platte. Die Mischung aus technischer Raffinesse und emotionaler Intensität funktioniert hervorragend.
Das kurze Instrumental »Tear of the Clouds« dient anschließend als Verschnaufpause. Mit seiner ruhigen und beinahe cineastischen Stimmung schafft das Stück Raum zum Durchatmen, bevor die zweite Hälfte des Albums erneut an Härte gewinnt.
Starke zweite Albumhälfte
»Whispers Like Splinters« knüpft nahtlos an die klassischen Tugenden der Band an. Schnelle Riffs, komplexe Drum-Arrangements und aggressive Vocals prägen das Bild. Gleichzeitig sorgen melodische Gitarrenlinien für einen hohen Wiedererkennungswert.
Mit »S.O.S.« folgt einer der emotionalsten Momente des Albums. Der Song entwickelt sich kontinuierlich und setzt weniger auf rohe Gewalt als auf Atmosphäre und Spannung. Gerade dadurch entfaltet er eine besondere Wirkung.
»New Horizons« gehört zweifellos zu den stärksten Kompositionen der Platte. Der Titel vereint sämtliche Elemente, die AUGUST BURNS RED über die Jahre ausgezeichnet haben. Anspruchsvolle Instrumentalarbeit trifft auf eingängige Melodien und eine starke emotionale Komponente.
Ein würdiger Abschluss
Den Schlusspunkt setzt das fast siebenminütige »Forged by Failure«. Der längste Song des Albums wirkt wie eine Zusammenfassung aller zuvor präsentierten Stärken. Technische Finesse, intensive Breakdowns, atmosphärische Zwischenspiele und ein kraftvoller Spannungsbogen machen das Finale zu einem echten Höhepunkt.
Besonders beeindruckend ist dabei die Leistung der gesamten Rhythmusfraktion. Bassist Dustin Davidson und Schlagzeuger Matt Greiner sorgen über die komplette Spielzeit hinweg für ein stabiles Fundament und verleihen den Songs zusätzliche Dynamik. Gleichzeitig beweist Sänger Jake Luhrs einmal mehr, dass er zu den markantesten Stimmen des Genres gehört. Seine aggressive Performance transportiert die emotionale Wucht der Stücke überzeugend und authentisch.
»Season Of Surrender« zeigt AUGUST BURNS RED in bemerkenswerter Form. Die Band bleibt ihren Wurzeln treu, erweitert ihren Sound jedoch behutsam um neue Facetten. Die Gastauftritte wirken sinnvoll integriert und unterstützen die musikalische Vielfalt, ohne den roten Faden des Albums zu gefährden.
Besonders überzeugend fällt die Kombination aus technischer Präzision, melodischer Eingängigkeit und kompromissloser Härte aus. Das Album bietet genügend Überraschungen, um auch langjährige Fans bei Laune zu halten, verliert dabei aber nie seine klare Identität.
AUGUST BURNS RED liefern mit ihrem zehnten Studioalbum ein starkes Statement ab und unterstreichen eindrucksvoll ihren Status als eine der führenden Bands des modernen Metalcore. »Season Of Surrender« gehört ohne Zweifel zu den stärksten Veröffentlichungen ihrer jüngeren Karriere und dürfte sich für viele Genre-Fans als Pflichtkauf erweisen.
Fazit: »Season Of Surrender« ist ein starkes Werk, das die Band erneut auf der Höhe ihrer Schaffenskraft zeigt.






