DEEP PURPLE - Splat - album artwork

Band: DEEP PURPLE 🇬🇧
Titel: Splat!
Label: earMUSIC
VÖ: 03/07/26
Genre: Hard Rock, Progressive Rock, Bluesrock

Tracklist

01. Arrogant Boy
02. Diablo
03. The Rider
04. The Lunatic
05. The Only Horse In Town
06. Sacred Land
07. The Beating Of Wings
08. Guilt Trippin‘
09. Scriblin‘ Gib’rish
10. Jessica’s Bra
11. Third Call
12. My New Movie
13. Splat!

 

Besetzung

Ian Gillan – Vocals
Roger Glover – Bass
Don Airey – Hammond organ, keyboard
Simon McBride – Guitar
Ian Paice – Drums

 

Bewertung:

5/5

Eine Legende bleibt in Bewegung

Wenn über die größten Namen der Rockgeschichte gesprochen wird, fällt unweigerlich der Name DEEP PURPLE. Seit mehr als fünf Jahrzehnten zählt die britische Institution zu den prägenden Kräften des Hard Rock und hat mit Klassikern wie »Machine Head«, »In Rock« oder »Perfect Strangers« Musikgeschichte geschrieben. Dabei hat sich die Band nie darauf beschränkt, ihre Vergangenheit zu verwalten. Mit Ian Gillan am Mikrofon, Roger Glover am Bass, Don Airey an Hammond-Orgel und Keyboards, Ian Paice am Schlagzeug sowie Gitarrist Simon McBride präsentieren sich DEEP PURPLE auch heute als kreative Einheit, die den eigenen Sound kontinuierlich weiterentwickelt. Produziert und gemischt wurde das neue Studioalbum »SPLAT!« erneut von Bob Ezrin, der bereits bei den letzten Veröffentlichungen seine Handschrift hinterlassen hat.

Zwischen Tradition und frischer Energie

Schon nach den ersten Takten wird deutlich, dass »SPLAT!« nicht als nostalgischer Rückblick gedacht ist. Stattdessen klingt das Album erstaunlich frisch, ohne die klassischen Wurzeln der Band aus den Augen zu verlieren. Hard Rock bildet weiterhin das Fundament, doch Progressive Rock und Bluesrock sorgen für zusätzliche Farben und Dynamik. Die Songs wirken organisch, lebendig und voller Spielfreude.

Bob Ezrin versteht es erneut, den charakteristischen Bandsound modern und gleichzeitig zeitlos einzufangen. Die Produktion besitzt Druck, Transparenz und ausreichend Raum für jedes Instrument. Besonders die legendäre Hammond-Orgel von Don Airey erhält genügend Platz, um ihre markanten Akzente zu setzen, während Simon McBrides Gitarre kraftvoll und dennoch geschmackvoll in Erscheinung tritt.

Ein abwechslungsreicher Songzyklus

Der Opener »Arrogant Boy« legt mit einem markanten Riff sofort los und zeigt, dass DEEP PURPLE noch immer eingängige Hard-Rock-Hymnen schreiben können. Ian Gillan klingt erstaunlich vital und interpretiert den Song mit jener unverwechselbaren Mischung aus rauer Energie und Charisma.

Mit »Diablo« wird das Tempo erhöht. Das Stück verbindet bluesige Gitarrenarbeit mit treibenden Rhythmen und einem starken Refrain. Hier zeigt Simon McBride eindrucksvoll, weshalb er mittlerweile als vollwertiger Bestandteil der Band angesehen wird. Seine Soli wirken nie aufgesetzt, sondern dienen stets dem Song.

»The Rider« schlägt etwas ruhigere Töne an und lebt von atmosphärischen Keyboardflächen. Don Airey setzt hier zahlreiche kleine musikalische Details ein, die den Titel abwechslungsreich gestalten. Anschließend überrascht »The Lunatic« mit progressiven Strukturen und mehreren Tempowechseln. Die Band beweist dabei eindrucksvoll, wie selbstverständlich komplexe Arrangements auch nach Jahrzehnten noch umgesetzt werden.

Viel Gefühl und musikalische Klasse

Mit »The Only Horse In Town« folgt ein bluesiger Titel voller entspannter Grooves. Roger Glover und Ian Paice bilden dabei ein rhythmisches Fundament, das ebenso präzise wie locker wirkt. Besonders der warme Basssound verleiht dem Song zusätzliche Tiefe.

»Sacred Land« entwickelt sich anschließend zu einem der emotionalen Höhepunkte des Albums. Gillans Gesang steht klar im Mittelpunkt und wird von eindrucksvollen Keyboardpassagen begleitet. Die musikalische Spannung wächst kontinuierlich, ehe sich das Stück in einem kraftvollen Finale entlädt.

Auch »The Beating Of Wings« überzeugt mit einer dichten Atmosphäre. Die Verbindung aus melodischen Gitarrenlinien und dynamischer Rhythmusarbeit erinnert stellenweise an die großen Momente der Bandgeschichte, wirkt jedoch niemals wie eine bloße Kopie früherer Werke.

Humor, Spielfreude und starke Ideen

Mit »Guilt Trippin’« zeigt sich die Band von ihrer lockeren Seite. Der Song besitzt einen beinahe spielerischen Charakter und entwickelt sich schnell zu einem Ohrwurm. Direkt danach sorgt »Scriblin‘ Gib’rish« für weitere Überraschungen. Ungewöhnliche Arrangements, raffinierte Breaks und zahlreiche instrumentale Feinheiten laden dazu ein, den Titel mehrfach zu hören.

Der augenzwinkernde Titel »Jessica’s Bra« macht bereits neugierig und hält dieses Versprechen auch musikalisch ein. Bluesige Gitarren, groovende Hammond-Orgel und ein entspanntes Songwriting ergeben einen der unterhaltsamsten Momente des Albums.

Mit »Third Call« steigt die Spannung erneut an. Das Stück wirkt deutlich progressiver und bietet zahlreiche instrumentale Höhepunkte. Besonders das Zusammenspiel zwischen McBride und Airey entwickelt hier eine beeindruckende Dynamik.

Ein würdiger Abschluss

»My New Movie« verbindet eingängige Melodien mit einer angenehmen Portion Melancholie. Ian Gillan transportiert den Text mit viel Gefühl und zeigt einmal mehr, weshalb seine Stimme trotz ihres unverwechselbaren Alters nichts von ihrer Ausdruckskraft verloren hat.

Der Titeltrack »SPLAT!« bildet schließlich den krönenden Abschluss. Hier vereinen DEEP PURPLE sämtliche Stärken des Albums in einem einzigen Stück. Harte Gitarren treffen auf markante Hammond-Klänge, kraftvolle Rhythmen und eine eingängige Melodieführung. Das Finale wirkt groß, selbstbewusst und hinterlässt den Eindruck, dass diese Band auch 2026 noch lange nicht am Ende ihrer kreativen Reise angekommen ist.

»SPLAT!« ist weit mehr als das nächste Album einer legendären Rockband. DEEP PURPLE gelingt der Spagat zwischen klassischem Hard Rock, progressiven Ideen und bluesiger Gelassenheit auf beeindruckende Weise. Die Musiker wirken hungrig, eingespielt und voller Kreativität. Bob Ezrin liefert eine ausgezeichnete Produktion, welche die Qualitäten der Band optimal zur Geltung bringt.

Vor allem die enorme Abwechslung innerhalb der dreizehn Songs sorgt dafür, dass das Album auch nach mehreren Durchläufen spannend bleibt. Simon McBride hat sich endgültig als würdiger Gitarrist etabliert, während Ian Gillan, Roger Glover, Don Airey und Ian Paice eindrucksvoll unter Beweis stellen, warum DEEP PURPLE bis heute zu den wichtigsten Vertretern der Rockmusik gehören.

Mit »SPLAT!« zeigt die Band eindrucksvoll, dass musikalische Relevanz keine Frage des Alters ist. Dieses Album verbindet Erfahrung, Leidenschaft und Kreativität zu einem Werk, das sowohl langjährige Fans als auch neue Hörer begeistern dürfte.

Fazit: Mit »SPLAT!« beweisen DEEP PURPLE, dass sie auch nach über fünf Jahrzehnten im Musikgeschäft nichts von ihrer Kreativität und Energie eingebüßt haben.

Internet

DEEP PURPLE - Splat! - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.