Tracklist
01. Swords of Savage – 03:53
02. Flesh of Chaos – 03:29
03. Lich Seed – 03:13
04. Abyssal Hordes – 02:19
05. Cyclopic – 03:10
06. Eye of Rhynn – 03:08
07. Vanishing Tower – 02:57
08. Grotesque Feast – 03:55
09. The Wanderer – 03:54
10. Doomed to Eternity – 03:13
Besetzung
Alexey Rumyantsev – Gesang
Sergey Stepanenko – Gitarren, Bass
Jörg Uken – Schlagzeug
Mit »Flesh of Chaos« legt das internationale Trio Cyclopic sein Debütalbum vor. Die 2025 gegründete Band besteht aus Musikern aus Kasachstan, Russland und Deutschland und orientiert sich hörbar am Old School Death Metal sowie am Death-Thrash Metal der späten Achtziger- und frühen Neunzigerjahre. Veröffentlicht wurde das aus zehn kompakten Stücken bestehende Album am 19. Juni 2026 über Awakening Records. Inhaltlich befassen sich die Texte mit den Fantasywerken von Michael Moorcock, insbesondere mit der „Swords Trilogy“ und den Erzählungen um den „Eternal Champion“.
KLASSISCHER DEATH METAL MIT THRASH-EINFLUSS
»Swords of Savage« eröffnet das Album mit einem kontrollierten Wechsel aus schnellen Riffs und schweren Midtempo-Passagen. Der Aufbau ist geradlinig, verzichtet aber nicht auf kleinere Tempowechsel und melodische Gitarrenfiguren. Alexey Rumyantsevs tiefer Gesang bleibt klar im Vordergrund und passt zur traditionellen Ausrichtung der Musik.
Das Titelstück »Flesh of Chaos« setzt stärker auf Groove. Die Gitarrenarbeit bleibt präzise und erhält durch kurze Thrash-Metal-Akzente zusätzliche Dynamik. Besonders der Übergang zwischen dem gleichmäßig geführten Hauptriff und den schnelleren Abschnitten funktioniert überzeugend. Cyclopic schreiben kompakte Stücke, die ohne lange Einleitungen oder unnötige Wiederholungen auskommen.
»Lich Seed« erhöht anschließend das Tempo. Schlagzeuger Jörg Uken treibt die Komposition mit schnellen Doublebass-Figuren und präzisen Übergängen an. Die Gitarren wechseln zwischen klar abgegrenzten Rhythmusfiguren und kurzen melodischen Einschüben. Das Stück gehört zu den stärksten Titeln des Albums, weil Aggressivität und Wiedererkennbarkeit ausgewogen eingesetzt werden.
KOMPAKTE SONGS UND KLARE STRUKTUREN
Mit einer Gesamtlänge von rund 33 Minuten bleibt »Flesh of Chaos« konzentriert. »Abyssal Hordes« ist das kürzeste Stück und nutzt seine Spielzeit für schnellen Death-Thrash Metal ohne größere Unterbrechungen. Das selbstbetitelte »Cyclopic« arbeitet dagegen stärker mit schweren Riffs und einem reduzierten Tempo.
»Eye of Rhynn« enthält einige der deutlichsten Thrash-Metal-Einflüsse. Die Gitarrenanschläge sind härter akzentuiert, während das Schlagzeug den Song mit einem gleichmäßigen Vorwärtsdrang zusammenhält. »Vanishing Tower« fällt direkter aus und gehört mit seiner klaren Struktur zu den zugänglichsten Stücken der Platte.
Die zweite Albumhälfte folgt weitgehend den zuvor eingeführten Stilmitteln. Das führt zu einem geschlossenen Gesamtbild, begrenzt allerdings auch die Überraschungen. Mehr Abwechslung beim Tempo oder eine stärker ausgearbeitete melodische Passage hätten einzelnen Titeln zusätzliche Eigenständigkeit geben können. Die Qualität des Songwritings bleibt dennoch konstant.
GROTESKE FESTE UND EWIGE HELDEN
»Grotesque Feast« beginnt mit einem schweren Hauptriff und verbindet dieses mit schnellen Schlagzeugpassagen. Die Bassspur ist gut hörbar und unterstützt die Gitarren, ohne lediglich deren Linien zu verdoppeln. Rumyantsev variiert seinen Gesang nur zurückhaltend, bleibt dadurch aber jederzeit verständlich innerhalb des dichten Mixes.
»The Wanderer« zählt zu den melodischeren Kompositionen. Die Gitarrenarbeit erhält mehr Raum, während die Rhytmussektion kontrollierter agiert. Sergey Stepanenko setzt kurze Leadpassagen ein, die das zentrale Riff ergänzen und nicht vom eigentlichen Song ablenken.
Der Abschluss »Doomed to Eternity« unterscheidet sich durch seine stärker melodisch ausgerichtete Gitarrenführung vom übrigen Material. Der Song wurde auf Grundlage älterer Ideen entwickelt und schließt das Album mit einem klaren, gut nachvollziehbaren Aufbau ab. Die Verbindung aus melodischem Death Metal und traditionellem Death-Thrash funktioniert, ohne den zuvor etablierten Stil aufzugeben.
MUSIKERLEISTUNG UND PRODUKTION
Die räumlich getrennten Aufnahmen sind dem fertigen Album nicht anzuhören. Jörg Uken nahm das Schlagzeug im deutschen Soundlodge Studio auf und übernahm anschließend Mixing und Mastering. Gitarren und Bass wurden von Sergey Stepanenko in Kasachstan eingespielt, während Alexey Rumyantsev seine Gesangsspuren in Russland aufnahm.
Uken liefert eine präzise Schlagzeugleistung und passt seine Spielweise den unterschiedlichen Geschwindigkeiten an. Stepanenkos Gitarren besitzen ausreichend Druck, bleiben im Mix aber klar voneinander unterscheidbar. Der Bass ist präsent und verleiht insbesondere den langsameren Passagen zusätzliche Substanz. Rumyantsevs Gesang ist tief und gleichmäßig, könnte auf zukünftigen Veröffentlichungen jedoch stärker variiert werden.
Die Produktion ist druckvoll, ohne übermäßig modern zu klingen. Schlagzeug und Gitarren besitzen klare Konturen, während der Bass nicht hinter den übrigen Instrumenten verschwindet. Das Album orientiert sich klanglich am Old School Death Metal, übernimmt aber nicht dessen häufig eingeschränkte Transparenz.
FAZIT:
»Flesh of Chaos« ist ein überzeugendes Debüt zwischen Old School Death Metal und Death-Thrash Metal. Cyclopic konzentrieren sich auf kompakte Songs, präzise Riffs und klar ausgearbeitete Arrangements. Besonders »Swords of Savage«, »Lich Seed«, »Grotesque Feast« und »Doomed to Eternity« überzeugen. Die stilistische Ausrichtung bleibt über die gesamte Spielzeit relativ konstant, wodurch einzelne Stücke etwas weniger deutlich hervortreten. Insgesamt präsentiert sich die Band jedoch technisch sicher, gut produziert und mit einem klar erkennbaren musikalischen Konzept.






