Band: Edelweisspiraten 🇦🇹
Titel: Wir Sind Der Widerstand!
Label: D.I.Y. / NRT-Records (Neuveröffentlichung)
VÖ: 2023 / Neuveröffentlichung im Herbst 2026 erwartet
Format: Digital / Vinyl (angekündigt)
Genre: Punkrock / Deutschpunk / Oi! / Hardcore Punk

Tracklist

01. Krieg, Mord & Totschlag
02. Es brennt (In unserer Stadt)
03. Edelweisspiraten
04. Sabotage
05. Zeugen der Zeit
06. All die ganzen Jahre

Besetzung

Boldi – Leadgesang
Body – Gitarre & Gesang
Pauli – Gitarre & Gesang
Otschi – Bass & Gesang
Happo – Schlagzeug

Bewertung:

4 von 5 Punkten

Widerstand beginnt dort, wo Menschen den bequemen Weg des Schweigens verlassen. Genau an diesem Punkt setzen die österreichischen Edelweisspiraten mit ihrer 2023 in Eigenregie veröffentlichten EP »Wir Sind Der Widerstand!« an. Ihr Bandname erinnert bewusst an jene unangepassten Jugendgruppen, die sich während des Nationalsozialismus dem Drill der Hitlerjugend, der Gleichschaltung und der staatlichen Bevormundung widersetzten. Sechs Songs lang übertragen die Punkrocker diesen Gedanken in die Gegenwart und beziehen unmissverständlich Stellung gegen Krieg, Rechtsextremismus, religiösen Fundamentalismus, wirtschaftliche Machtstrukturen und politische Gleichgültigkeit.

Albumstream:

DAS D.I.Y.-ORIGINAL VON 2023

»Wir Sind Der Widerstand!« erschien ursprünglich 2023 im D.I.Y.-Verfahren. Im Sommer 2026 wurde die EP von NRT-Records übernommen. Eine Neuveröffentlichung wird im Herbst 2026 erwartet.Somit beschäftigen wir von Metal Underground uns jedoch ausdrücklich mit der Originalfassung und bewerten damit auch deren ursprüngliche tontechnische Umsetzung.

Produziert wurde das Minialbum von den Edelweisspiraten gemeinsam mit Martin „Matze“ Poisel in den Hofstudios, der ebenfalls für Mischung und Mastering verantwortlich zeichnete. Inhaltlich geht es um Krieg, Rechtsextremismus, religiösen Fundamentalismus, wirtschaftliche Machtstrukturen und gesellschaftliche Gleichgültigkeit. Das klingt nach einer großen politischen Tagesordnung für sechs Songs, doch die Band verliert sich nicht in theoretischen Abhandlungen. Ihre Texte funktionieren wie mit schwarzer Farbe auf Beton gesprühte Warnungen: kurz, sichtbar und schwer zu übersehen.

Dabei treten die Edelweisspiraten nicht als unbeteiligte Beobachter auf. Sie stellen die Hörerschaft mitten ins Geschehen und fragen immer wieder, welche Verantwortung jeder Einzelne trägt. Die Antworten werden nicht besonders feinfühlig serviert. Das hier ist schließlich Punkrock und keine diplomatische Gesprächsrunde.

DIREKTHEIT MIT MUSIKALISCHEM ANSPRUCH

Eröffnet wird »Wir Sind Der Widerstand!« mit »Krieg, Mord & Totschlag«. Schon hier beweisen die Edelweisspiraten, dass sie nicht beim üblichen Punk-Geschrammel stehen bleiben. Der Song wird von zügigem Drei-Akkord-Rock ’n’ Roll angetrieben, entwickelt innerhalb dieses vermeintlich engen Rahmens jedoch ausreichend Dynamik. Happo arbeitet am Schlagzeug druckvoll und schnörkellos, während Otschi mit seinem Bass das tiefe Fundament legt.

Pauli und Body verzahnen Rhythmus- und Leadgitarre so präzise, dass aus der schlichten Grundidee ein geschlossenes Arrangement entsteht. Kleine Wendungen, melodische Einsprengsel und bewusst gesetzte Leads verhindern, dass die Nummer bloß geradeaus heruntergespielt wird.

Boldi passt mit seiner rauen Stimme wie der Arsch auf Eimer zu dieser Musik. Sein Gesang klingt nicht nach aufgesetzter Empörung, sondern nach angesammelter Wut, die endlich ein Ventil gefunden hat. Er brüllt die Inhalte nicht blindlings heraus, sondern setzt seine Betonungen so, dass die mahnende Seite des Stücks erhalten bleibt.

Textlich richtet sich »Krieg, Mord & Totschlag« gegen die bequeme Trennung zwischen den Kriegen anderer Länder und dem Wohlstand westlicher Gesellschaften. Waffenexporte, wirtschaftliche Interessen, Flucht und das Sterben im Mittelmeer werden als Bestandteile derselben politischen Kette verstanden. Die Band verweigert dem Publikum damit die einfache Ausrede, all dies geschehe weit entfernt und habe mit dem eigenen Leben nichts zu tun.

Wer von einem System profitiert, das Konflikte mit Waffen versorgt, kann sich moralisch nicht vollständig außerhalb dieser Konflikte stellen. Gerade deshalb entfaltet der wiederkehrende Refrain eine beinahe unangenehme Eingängigkeit. Man kann die Melodie mitsingen, ohne der darin formulierten Anklage auszuweichen. Ein absoluter Ohrwurm, dessen Inhalt länger nachwirkt als mancher politische Leitartikel.

WENN ES IN DER EIGENEN STADT BRENNT

Mit einem angezählten Auftakt stürzt sich »Es brennt (In unserer Stadt)« in die nächste Auseinandersetzung. Hier verbinden sich Oi!-Chöre, Hardcore-Energie und klassischer Punkrock zu einer kompakten Soundwand. Body setzt mit seiner Leadgitarre melodische Akzente und zeigt, dass ein Solo nicht zwangsläufig aus endlosen Tonleitern bestehen muss. Wenige prägnante Töne genügen, um dem Song ein eigenes Gesicht zu geben.

Auch Pauli, Otschi und Happo spielen nicht nebeneinander her, sondern greifen wie die Zahnräder einer alten Maschine ineinander, die zwar gehörig Lärm macht, aber zuverlässig arbeitet. Der Bass hält die Nummer zusammen, während das Schlagzeug mit geradlinigem Druck dafür sorgt, dass die Gitarren nicht an Wirkung verlieren.

Der Text entwirft eine aufgeheizte Stadt als gesellschaftliches Krisengebiet. Pflastersteine, Faustrecht und gewaltsame Konfrontation stehen für den Moment, in dem unterdrückte Wut in offenen Widerstand umschlägt. Dabei verwendet die Band bewusst martialische Bilder. Diese Radikalität passt zur Punktradition, birgt jedoch auch das Risiko, dass der Aufruf zur Veränderung stellenweise wie eine unmittelbare Drohung wirkt.

Entscheidend ist die letzte Wendung: Die Zukunft wird nicht als abstrakte Angelegenheit der Politik dargestellt, sondern als Erbe, für das jeder Mensch mitverantwortlich ist. Hinter dem Schlachtruf verbirgt sich damit eine ernsthafte Frage: Was bleibt zurück, wenn eine Generation schweigt, obwohl sie handeln könnte?

DER BANDNAME ALS POLITISCHES PROGRAMM

Das spiralförmige Zusammenspiel von Bass, Gitarren und beckenbetontem Schlagzeug eröffnet »Edelweisspiraten«. Das reduzierte Tempo verleiht dem Stück eine düstere Schwere. Während die Rhythmusgruppe beständig Druck aufbaut, setzen die Gitarren melodische Linien darüber, die dem Song einen beinahe hymnischen Charakter geben. Besonders Body beweist an der Leadgitarre ein Gespür dafür, wann eine Melodie Raum benötigt und wann ein scharf gesetzter Akzent genügt.

Inhaltlich schlägt der Song die direkte Brücke zwischen den historischen Namensgebern und der Gegenwart. Die Edelweißpiraten waren lose organisierte Jugendgruppen, die sich während der nationalsozialistischen Herrschaft der Gleichschaltung und dem Zwangssystem der Hitlerjugend widersetzten. Sie bewahrten sich eigene Kleidung, Musik, Treffpunkte und Formen des Zusammenlebens. Dafür wurden viele von ihnen verfolgt, verhaftet, misshandelt oder ermordet.

Das Bild des braunen Laubs beschreibt im Song deshalb keine abgeschlossene Vergangenheit, sondern das erneute Erstarken rechtsextremer Denkweisen. Gleichzeitig bezieht die Band religiösen Fundamentalismus in ihre Kritik ein. Gemeint ist dabei nicht persönlicher Glaube, sondern dessen Missbrauch als Herrschaftsmittel, Rechtfertigung für Hass und Instrument zur Unterordnung anderer Menschen.

Der historische Widerstand wird hier nicht als dekoratives Punkrock-Symbol verwendet. Er dient als moralischer Prüfstein für die Gegenwart: Wenn junge Menschen damals unter Lebensgefahr widersprachen, wie glaubwürdig sind dann heutige Ausreden angesichts von Hetze und wachsendem Autoritarismus? Die Edelweisspiraten erklären den Nazis musikalisch den Krieg, doch hinter der drastischen Sprache steht vor allem der Aufruf, demokratische Freiheit nicht als selbstverständlichen Dauerzustand zu behandeln. Wer nicht aufsteht, überlässt das Feld jenen, die Freiheit und Vielfalt beseitigen wollen.

SABOTAGE IM INNEREN DES SYSTEMS

Mit mächtiger Wucht und einem leichten Indie-Punk-Einschlag folgt »Sabotage«. Die Strophen bleiben instrumental zunächst bewusst übersichtlich, bevor der Refrain die gesamte Bandbreite der Gruppe entfaltet. Wieder zeigt sich die songwriterische Stärke der Edelweisspiraten: Der Titel wird nicht einfach wiederholt, sondern als rhythmischer Rammbock eingesetzt.

Der Refrain setzt sich fest wie ein Parasit, während die Gitarren mit kleinen Variationen und melodischen Antworten dafür sorgen, dass die Wiederholungen nicht ermüden. Happo hält die Nummer am Schlagzeug kompakt zusammen, während Otschi dem Arrangement mit seinem Bass die notwendige Tiefe verleiht. Die Instrumente verfolgen dabei ein gemeinsames Ziel und verzichten auf überflüssige Selbstdarstellung.

Der Song zeichnet Großkonzerne als politische Akteure, deren wirtschaftliche Macht längst in gesellschaftliche und persönliche Lebensbereiche eingreift. Menschen erscheinen innerhalb dieses Systems nicht als Individuen, sondern als austauschbare Arbeitskräfte, Konsumenten und Kostenstellen. Der persönliche Wert wird daran gemessen, wie nützlich jemand für den wirtschaftlichen Kreislauf ist.

Die angekündigte Sabotage ist deshalb weniger als einzelner zerstörerischer Akt zu verstehen, sondern als Störung eines Mechanismus, der seine eigene Logik für alternativlos erklärt. Besonders stark ist das Bild des Widerstands als Virus im Inneren des Systems. Veränderung kommt hier nicht von einer rettenden Autorität, sondern von Menschen, die Abläufe verweigern, Strukturen offenlegen und ihre vorgesehene Rolle nicht länger widerspruchslos erfüllen. Der freie Mensch wird zum Störfaktor – und genau darin erkennt die Band eine Form der Selbstbehauptung.

ERINNERUNG GEGEN DIE WIEDERHOLUNG

»Zeugen der Zeit« nimmt das Tempo wieder auf. Happos Schlagzeug treibt den Song energisch voran, Otschis Bass hält die Nummer auf Kurs und die Gitarren setzen ein kurzes, präzises Solo, dessen melodische Qualität eher aus dem Heavy Metal als aus dem klassischen Deutschpunk stammt.

Die Edelweisspiraten beherrschen ihre Instrumente und stellen dieses Können konsequent in den Dienst des Songs. Hier gibt es keine virtuosen Umwege, wohl aber genügend technische Substanz, um das Material deutlich über schematischen Drei-Akkord-Punk hinauszuheben. Die Nummer bleibt eingängig, ohne musikalisch belanglos zu werden.

Lyrisch gehört »Zeugen der Zeit« zu den stärksten Stücken der EP. Die Generation der unmittelbaren Zeitzeugen des Nationalsozialismus verschwindet, doch ihre Erfahrungen dürfen nicht gemeinsam mit ihnen verstummen. Der Song begreift Erinnerung daher nicht als rückwärtsgewandtes Ritual, sondern als Verantwortung gegenüber der Zukunft. Wer historische Muster erkennt, kann wahrnehmen, wenn dieselben Mechanismen unter neuen Namen zurückkehren.

Dabei beschränkt sich die Band nicht ausschließlich auf den Zweiten Weltkrieg. Sie zieht eine Linie von der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie zu modernen Kriegen, wirtschaftlichen Interessen, religiöser Radikalisierung und politisch erzeugtem Hass. Namen, Fahnen und Rechtfertigungen verändern sich, während die Methode erschreckend vertraut bleibt: Menschen werden emotionalisiert, Feindbilder geschaffen und Gewalt als angeblich notwendiges Mittel verkauft.

Aus den ehemaligen Zeitzeugen werden auf diese Weise die Zuhörer von heute. Sie tragen die Verantwortung, das Weitergegebene zu bewahren und den nächsten Kreislauf zu unterbrechen. Erinnerung darf nicht mit dem Tod der letzten Überlebenden enden. Sie muss von der nachfolgenden Generation übernommen und weitergetragen werden.

ALL DIE GANZEN JAHRE

Zum Abschluss folgt mit »All die ganzen Jahre« kein Cover der gleichnamigen Nummer von Die Toten Hosen, sondern eine eigenständige Hymne auf Freundschaft, gemeinsame Jugend und die Spuren der vergehenden Zeit. Nach den politischen Kampfansagen der vorherigen Songs zeigt die Band damit ihre persönliche Seite.

Das Stück blickt auf gemeinsam bestandene Konflikte und unbeschwerte Jahre zurück, ohne in lähmende Nostalgie abzugleiten. Die Vergangenheit wird nicht als verlorenes Paradies dargestellt. Sie bildet ein Fundament, auf dem trotz aller Veränderungen weitergebaut werden kann. Freundschaft bedeutet hier nicht, für immer derselbe Mensch zu bleiben, sondern sich durch unterschiedliche Lebensphasen zu begleiten.

Musikalisch wird der Song von melodischen Gitarren, einem hymnischen Refrain und einer insgesamt wärmeren Grundstimmung getragen. Boldis Gesang bleibt rau, klingt diesmal aber weniger anklagend. Seine Stimme vermittelt Zusammenhalt und jene besondere Form von Dankbarkeit, die entsteht, wenn Menschen auf viele gemeinsam verbrachte Jahre zurückblicken können.

Nach all den gesellschaftlichen Frontlinien erinnert »All die ganzen Jahre« daran, weshalb Widerstand überhaupt notwendig ist: um Freundschaft, Selbstbestimmung und ein gemeinsam geführtes Leben zu verteidigen. Gerade diese persönliche Perspektive macht den Abschluss stark. Politische Haltung erscheint dadurch nicht als Selbstzweck, sondern als Voraussetzung für ein Leben in Freiheit.

GOTTVERDAMMTER PUNK MIT TONTECHNISCHEN SCHWÄCHEN

Es ist ein Jammer, dass die tontechnische Umsetzung der Originalversion dem musikalischen Können der Band nicht vollständig gerecht wird. Die Songs werden so energisch, direkt und straight gespielt, dass eine klarere Produktion ihre Wirkung noch erheblich verstärkt hätte. In den Höhen klirrt der Mix stellenweise unangenehm, die Becken drängen sich zu stark nach vorne und das Schlagzeug wirkt nicht immer so präzise abgebildet, wie Happo tatsächlich spielt.

Auch Bass und Rhythmusgitarren hätten eine deutlichere Trennung verdient. Besonders in den lauteren Passagen kleben die Instrumente zu dicht aneinander, wodurch Details verloren gehen. Die Leadgitarre kann sich zwar häufig behaupten, doch das Fundament wirkt an mehreren Stellen weniger druckvoll, als es das energische Zusammenspiel eigentlich verdient hätte.

Man darf es ruhig deutlich sagen: Die tontechnische Arbeit der ursprünglichen Fassung wirkt an einigen Stellen schlampig. Aber das hier ist gottverdammter Punk! Das Unperfekte besitzt in diesem Genre einen eigenen Charme, weil es den Eindruck einer Band vermittelt, die gemeinsam in einem engen Raum steht und mit voller Lautstärke loslegt.

Der rohe Klang passt zur Direktheit der Musik, auch wenn Authentizität keine Entschuldigung für jedes technische Problem sein sollte. Gerade weil das Songwriting und die instrumentale Leistung so überzeugend ausfallen, wünscht man diesen Liedern jene klangliche Durchsetzungskraft, die bereits in ihnen steckt. Die für Herbst 2026 erwartete Neuveröffentlichung bietet daher die Gelegenheit, das Material klanglich neu aufzubereiten, ohne ihm seine notwendige Rauheit zu nehmen.

PUNKROCK MIT HALTUNG UND HANDWERK

Die musikalische Stärke von »Wir Sind Der Widerstand!« liegt im Zusammenspiel der fünf Musiker. Body setzt mit der Leadgitarre immer wieder kurze melodische Akzente, die den Songs ein eigenes Gesicht verleihen. Pauli sorgt mit seinem Rhythmusspiel für den notwendigen Druck und hält die Riffs kompakt. Gemeinsam vermeiden beide Gitarristen sowohl übertriebene Virtuosität als auch stumpfes Akkordschrubben.

Otschi und Happo bilden eine geradlinige Rhythmusgruppe, die den Songs Stabilität gibt. Der Bass bleibt häufig im Hintergrund, ist für das Gewicht der Arrangements jedoch unverzichtbar. Das Schlagzeug setzt auf Tempo, Druck und klare Übergänge. Komplizierte Spielereien wären hier ohnehin fehl am Platz. Entscheidend ist, dass jeder Schlag die Songs vorantreibt.

Über diesem Fundament steht Boldi mit einem Organ, das wie für deutschsprachigen Punkrock geschaffen scheint. Seine Stimme besitzt ausreichend Rauheit, Wut und Wiedererkennungswert. Gleichzeitig ist sein Vortrag verständlich genug, damit die politischen Botschaften nicht hinter bloßem Gebrüll verschwinden.

Die Band beherrscht die klassische Punkrock-Direktheit, ohne daraus eine musikalische Ausrede zu machen. Ihre Songs besitzen Strukturen, Dynamik und melodische Details. Genau deshalb fallen die Schwächen der Produktion umso stärker auf: Das Material selbst hätte eine klarere und kräftigere Umsetzung verdient.

FAZIT:

»Wir Sind Der Widerstand!« ist bereits in seiner ursprünglichen Fassung ein Minialbum, das die Welt dringend gebrauchen kann. Die Edelweisspiraten verbinden politische Entschlossenheit mit handwerklich starkem Punkrock, eingängigen Refrains und einer Spielfreude, die sich nicht auf lärmende Drei-Akkord-Routine reduzieren lässt.

Body überzeugt mit prägnanter Leadgitarrenarbeit, Pauli ergänzt ihn mit druckvollem Rhythmusspiel und Otschi sowie Happo bilden ein Fundament, auf dem die Songs geschlossen nach vorne marschieren. Über allem steht Boldi, dessen raues Organ Wut, Mahnung und Zusammenhalt glaubwürdig transportiert.

Inhaltlich leisten sich die Österreicher keine bequemen Hintertüren. Krieg, Rechtsextremismus, Fundamentalismus, wirtschaftliche Ausbeutung und gesellschaftliche Gleichgültigkeit werden frontal angesprochen. Gleichzeitig zeigen Songs wie »All die ganzen Jahre«, dass Widerstand nicht allein aus Wut besteht, sondern ebenso aus Freundschaft, Erinnerung und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben.

Die Produktion bleibt die klare Schwachstelle der Originalversion. Weder die klirrenden Höhen noch der stellenweise unpräzise Mix können jedoch die songwriterische Qualität begraben. Punk- und Punkrockfans sollten diese EP unbedingt auschecken. Mit der Übernahme durch NRT-Records und der für Herbst 2026 erwarteten Neuveröffentlichung erhält das Werk eine weitere verdiente Chance, gehört zu werden. Das Label beweist damit erneut einen guten Riecher dafür, was die hiesige Musiklandschaft- und die Menschen brauchen.

Edelweisspiraten – Sabotage – Musikvideo

Internet

Edelweisspiraten - Wir Sind Der Widerstand! - EP Review

„`

Vorheriger ArtikelMETALITE präsentieren Musikvideo zu neuer Album-Single
Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.