Band: FILTH 🇸🇪
Titel: Death Exhibition
Label: Me Saco Un Ojo / Rotted Life
VÖ: 11/09/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Intro
02. Split Casket
03. Buried Alive
04. Born a Corpse
05. Mental Butchery 04:06
06. …Inhumed…
07. Sadistic Ways
08. Death Exhibition
09. …Exhumed…
10. Rotted Life

 

Besetzung

Per – Drums, Vocals
Sebastian – lead Guitar & Bass
Ismael – Rhythm Guitar

 

Bewertung:

3/5

Manchmal reicht ein Blick auf das Cover und man weiß ziemlich genau, wohin die Reise geht. Bei FILTH dürfte dabei niemand auf die Idee kommen, dass hier gleich Hochglanz-Metal aus den Boxen kommt. „Death Exhibition“ sieht modrig, krank und irgendwie unangenehm aus. Und genau so klingt das zweite Album der Schweden auch. Nach dem bereits ordentlich abgefeierten Debüt „Time To Rot“ legt das Trio nach und bleibt dem eingeschlagenen Weg treu. Gut so, denn FILTH haben offensichtlich wenig Interesse daran, ihren Death Metal unnötig aufzupolieren.

Per sitzt hinter dem Schlagzeug und übernimmt zusätzlich den Gesang, Sebastian kümmert sich um Lead-Gitarre und Bass, während Ismael die Rhythmusgitarre bedient. Mehr braucht es offenbar nicht, um ordentlich Druck zu erzeugen. „Death Exhibition“ klingt massiv, dreckig und angenehm altmodisch. Gleichzeitig merkt man, dass die Band seit dem Debüt an ihrem Songwriting gearbeitet hat. Das Material wirkt kontrollierter, ohne dabei an Biss zu verlieren.

Tief in der alten Schule

„Split Casket“ eröffnet nach dem kurzen Intro den eigentlichen Angriff und macht ziemlich schnell klar, was FILTH unter Death Metal verstehen. Schwere Gitarren, schleifende Riffs und ein Schlagzeug, das nicht lange um den heißen Brei herumspielt. „Buried Alive“ setzt diese Linie fort und auch „Born a Corpse“ dürfte Freunden der alten Schule ziemlich schnell gefallen.

Dabei kommen einem natürlich diverse Namen in den Sinn. GRAVE ist eine offensichtliche Referenz, besonders wenn die Gitarren so tief und schwer durch die Gegend rollen. An anderen Stellen tauchen die kantigeren Strukturen auf, die man mit frühem IMMOLATION verbindet. Dazu gesellen sich Einflüsse von AUTOPSY, INCANTATION, DEMILICH und ABHORRENCE. Das könnte schnell nach einer reinen Zeitreise klingen. Tut es aber nicht.

FILTH haben genügend eigene Ideen, um nicht bloß wie eine Band zu wirken, die irgendwann auf einer alten Death-Metal-Plattensammlung eingeschlafen ist. Ein bisschen schräg darf es zwischendurch durchaus werden. Gerade diese kleinen Eigenheiten tun dem Album gut.

Wenn das Tempo plötzlich verschwindet

Einer der interessantesten Momente kommt mit „…Inhumed…“. Statt den nächsten Brecher nachzuschieben, nehmen FILTH erst einmal den Fuß vom Gas. Ein düsteres Bassmotiv zieht einen langsam nach unten, während sich das Stück immer weiter verdichtet. Das hat etwas Klaustrophobisches. Man fühlt sich tatsächlich ein wenig so, als würde man in einer feuchten Gruft stehen und feststellen, dass der Ausgang gerade verschwunden ist.

Das dazugehörige „…Exhumed…“ funktioniert später als Gegenstück. Auch hier geht es nicht um Geschwindigkeit. Der Song schleift sich vielmehr hypnotisch nach vorne und erzeugt eine Atmosphäre, die fast stärker wirkt als manche der eigentlichen Prügelsongs.

Genau solche Momente verhindern, dass „Death Exhibition“ einfach nur eine Aneinanderreihung von Death-Metal-Riffs wird. FILTH können Atmosphäre, ohne dafür plötzlich auf komplett andere musikalische Mittel zurückgreifen zu müssen.

Kein Hochglanz-Death Metal

„Mental Butchery“, „Sadistic Ways“ und der Titeltrack „Death Exhibition“ gehen anschließend wieder deutlich härter zur Sache. Die Band hält dabei an ihrem Rezept fest, wuchtige Gitarren, räudiger Gesang und ein Sound, der bewusst nicht klinisch sauber daherkommt. Und das ist vermutlich eine der größten Stärken dieser Platte.

Die Produktion besitzt einen angenehm analogen Charakter. Es klingt warm, erdig und körperlich. Gerade der Bass bekommt dadurch genügend Raum, während die Gitarren nicht wie sterile Sägen aus einem modernen Metal-Studio wirken. Man darf hier ruhig von einem Sound sprechen, der zur Musik passt, statt sie künstlich größer machen zu wollen.

Natürlich ist „Death Exhibition“ nicht frei von Schwächen. Einige Stücke bewegen sich recht nah aneinander und über die komplette Distanz fehlt gelegentlich der große Überraschungsmoment. Wer von einem Album erwartet, dass es seinen Stil komplett neu definiert, wird hier ohnehin falsch sein.

FILTH wollen etwas anderes. Sie wollen Death Metal spielen, der nach alten Platten klingt, ohne dabei zur bloßen Kopie zu verkommen. Das gelingt ihnen über weite Strecken ziemlich gut.

Mit „Rotted Life“ endet eine Platte, die nicht auf Trends schielt und auch keinen Grund dazu hat. „Death Exhibition“ ist dreckig, schwer, morbide und stellenweise herrlich unangenehm. Keine Revolution, aber eine solide Nummer für alle, die ihren Death Metal lieber mit Graberde unter den Fingernägeln hören.

Fazit: FILTH zeigen auf „Death Exhibition“ eine Band, die ihre Wurzeln respektiert, aber auch den Mut hat, eigene Wege zu gehen.

Internet

FILTH - Death Exhibition - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.