Band: IN ECLIPSE 🇦🇩
Titel: Penumbral
Label: Art Gates Records
VÖ: 11/09/26
Genre: Melodic Death/Groove Metal

Tracklist

01. Realm of Ashes
02. Resurgence
03. Bloodstained
04. Anthem of Dissent
05. Lands of Tyranny
06. Purge
07. Wrong (DEPECHE MODE cover)

 

Besetzung

Julyus Ripper – Vocalist
Xavier Requena – Drums
Ivan Salvador – Rhythm guitar
Pablo Mola – Bass
Eric Alman – Lead guitar

 

Bewertung:

3,5/5

2018 gegründet, zunächst mit dem Ziel, die eigene musikalische Idee überhaupt einmal auf die Beine zu stellen, haben sich IN ECLIPSE über die vergangenen Jahre hörbar weiterentwickelt. Ende 2019 erschien mit „No Colorfull Dawn“ die erste Single. Schon damals war die Richtung klar: Death Metal als Ausgangspunkt, dazu ordentlich Groove und moderne Härte. Namen wie GOJIRA, CHIMAIRA oder LAMB OF GOD fallen im Zusammenhang mit der Band nicht ohne Grund. Genau aus dieser Ecke kommen einige der hörbaren Einflüsse. Mit „Penumbral“ liegt nun ein Album vor, das diese Zutaten zu einem eigenen Sound zusammenfügen möchte.

Druck von der ersten Minute

„Realm of Ashes“ eröffnet das Album mit ordentlich Wucht. Die Gitarren stehen weit vorne im Mix und geben sofort den Ton an. Dazu kommen die druckvollen Drums von Xavier Requena und die markanten Vocals von Julyus Ripper. Das Ganze wirkt nicht überproduziert, sondern angenehm direkt. IN ECLIPSE wollen hier nicht lange erklären, was sie vorhaben. Sie legen einfach los.

„Resurgence“ zeigt anschließend eine etwas melodischere Seite. Der Groove bleibt erhalten, gleichzeitig bekommen die Gitarren mehr Raum. Ivan Salvador an der Rhythmusgitarre und Eric Alman an der Leadgitarre ergänzen sich dabei ordentlich. Besonders interessant wird es immer dann, wenn die Band aus den schweren Riffs kurz ausbricht und melodische Akzente setzt. Genau diese Momente geben dem Album etwas Farbe.

Mit „Bloodstained“ wird wieder kräftig aufs Gaspedal getreten. Der Song lebt von seinen wuchtigen Riffs und den harten Breaks. Ripper liefert dazu einen Gesang ab, der gut zum Material passt. Hier geht es nicht um große Experimente, sondern um Druck und Energie. Beides ist vorhanden.

Wenn der Groove übernimmt

Eine der abwechslungsreicheren Nummern ist „Anthem of Dissent“. Der Song zeigt ganz gut, wo die Stärken von IN ECLIPSE liegen. Die Band kann schwere Groove-Passagen ebenso wie melodische Gitarrenarbeit und verbindet beides, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Gerade solche Wechsel halten „Penumbral“ davon ab, nach ein paar Songs zu gleichförmig zu werden.

„Lands of Tyranny“ schlägt danach wieder eine deutlich düsterere Richtung ein. Das Stück kommt schwer aus den Boxen und setzt stärker auf Atmosphäre als auf Geschwindigkeit. Bassist Pablo Mola sorgt gemeinsam mit Requena für das notwendige Fundament. Die Rhythmussektion arbeitet unauffällig, aber effektiv. Man merkt schnell, dass hier jeder weiß, was er zu tun hat.

„Purge“ gehört anschließend zu den härteren Brocken der Platte. Das Riffing ist massiv, die Breaks sitzen und der Song entwickelt eine gewisse rohe Energie. Gerade live dürfte diese Nummer einiges hermachen. Sie besitzt diesen klassischen Nackenbrecher-Faktor, den man bei Groove-orientiertem Metal einfach erwartet.

Depeche Mode auf die harte Tour

Zum Schluss wartet mit „Wrong“ noch eine kleine Überraschung. Das Original stammt bekanntlich von DEPECHE MODE und könnte musikalisch kaum weiter von dem entfernt sein, was IN ECLIPSE auf dem Rest des Albums veranstalten. Genau deshalb funktioniert die Coverversion durchaus gut.

Die Band versucht nicht, den Song möglichst originalgetreu nachzubauen. Stattdessen wird „Wrong“ ordentlich durch den eigenen Metal-Fleischwolf gedreht. Die Grundstimmung bleibt erkennbar, bekommt aber deutlich mehr Gitarren, Härte und Druck. Ein netter Abschluss, der gleichzeitig zeigt, dass IN ECLIPSE durchaus bereit sind, über den eigenen Tellerrand zu schauen.

„Penumbral“ ist kein Album, das alles bisher Dagewesene auf den Kopf stellt. Das muss es aber auch nicht. Die Band konzentriert sich auf einen Sound, der moderne Death-Metal-Härte mit Groove und melodischen Gitarren verbindet. Das gelingt über weite Strecken ordentlich.

Was noch fehlt, ist dieser eine Moment, bei dem man sofort weiß: Genau das können nur IN ECLIPSE. Einige Songs orientieren sich hörbar an ihren Einflüssen und könnten dadurch langfristig etwas mehr Eigenständigkeit vertragen. Gleichzeitig ist das Fundament absolut brauchbar. Die Musiker beherrschen ihr Handwerk, die Produktion passt zum Material und Langeweile kommt zumindest über weite Strecken nicht auf.

Wer mit GOJIRA, CHIMAIRA oder LAMB OF GOD etwas anfangen kann und generell modernen Death beziehungsweise Groove Metal bevorzugt, darf IN ECLIPSE ruhig einmal eine Chance geben.

Fazit: „Penumbral“ von IN ECLIPSE ist ein solides Album mit ordentlich Druck, einigen guten Ideen und einer Band, bei der man gespannt sein darf, wohin die Reise noch geht.

Internet

IN ECLIPSE - Penumbral - CD Review

Vorheriger ArtikelKILLER – The Grand Finale
Nächster ArtikelVULGAR MEPHITIS – From Dust
Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.